Vom Schloß Glauchau zur Augustusburg . Teil 3 . Gemäldegalerie II

[Die Fotos wurden entfernt.]

Die farbenprächtigen Beispiele impressionistischer Malkunst gehen fort, etwa durch den Schweizer Maler Eugen Bracht, der seit 1901 in Dresden das Meisteratelier für Landschaftmalerei leitete und auf diese Weise in die Sammlung Geipels geriet. Unter den etlichen äußerst plastischen Mittelgrundlandschaften, die Bracht gemalt hat und wie sie überhaupt in der Romantik beliebt waren, aber gedeckter daherkamen, sticht auch sein Monte Rosa und Arve hervor. Man riecht förmlich die Stimmung der Sommeralpen auf diesem Bild, die umfangende Wärme des impressionistisch tiefblauen Himmels und des zugleich windig-rauen Kiefernklimas des Hochgebirges.

Ein reines Wolkenbild dagegen, aber darin nicht weniger gekonnt, ist dieses Beispiel aus seiner Orientreise, deren Skizzen er 1880 bis 1890 in Öl ausführte.

Bracht ist auch der Meister der berühmten Gestade der Vergessenheit, die u.a. in den Besitz des Großherzogs von Hessen-Darmstadt und Wilhelms II. gingen.

Ein zweiter Maler, dessen Bilder sehr viel deutlicher in Richtung Impressionismus gehen und daher der Plastizität des überscharfen Realismus Brachts entbehren, ist Georg Müller-Breslau. Hier ist schon eine gewisse Flächigkeit im Stile Hodlers erkennbar.

Allerdings gibt es auch noch spätromantisch angehauchte Werke aus seinem Pinsel, wie diese Eichen an der Riviera.

Wieder flächiger und brachialfarbener seine Birken im Herbst aus einer ähnlichen Perspektive wie Brachts Monte Rosa und Arve.

Schließlich fand sich in der Sammlung das tierische Analogon zu Liebermanns Junge Männer am Meer von Georg Lührig: dieselbe Weite des Raumes, dieselbe pastellne Stimmung, dafür richtigfarben und und eben tierischer.

Eine derartige Auenlandschaft hätte man eher mit der Bildunterschrift Savanne im Tal des Niger erwartet. Aber wir haben in den letzten 50 Jahren natürlich nicht nur unsere Städte gewaltig verschandelt, sondern in noch widerlicherem Maße unsere Kulturlandschaft. Höchsten Dank, du holde Moderne!

Die Bronzebüste Beethovens von Klinger kennt jeder, sodaß ich sie nicht zeigen muß, aber dieses typische Portrait eines Arztes um 1900 ist doch eine Abbildung wert. Gemalt hat es der Dresdner Impressionist Robert Sterl, von dem das bekannte Bild Steinbrecher (1911) stammt, das in Leipzig hängt.

Ich schließe den Rundgang mit einem kleinen und schnell gezeichneten Bild eines Tongrubenarbeiters, ebenfalls von Sterl und für seinen Stil typischer.

All das hatte ich nicht im entferntesten erwartet. Sie sehen, auch solche Galerien kann man in dem einen oder anderen Provinz-Schloßmuseum entdecken. Allein, da der Tag, wie Sie noch sehen werden, recht überladen war, weswegen doch die nötige Ruhe nicht ganz vorhanden war, werde ich sicher nicht das letzte Mal hier gewesen sein.

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