Der Verfall des Gentleman und die Rückkehr des Ehrenmannes . Teil 1

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Heute widme ich mich dem Thema des wahren Gentleman. Das ist angesichts der völlig absurden Vorstellungen, die heute darüber vorzuherrschen scheinen, was einen Gentleman und Ehrenmann eigentlich ausmacht, von besonderer Bedeutung.

Ausgehend von allgemeinen Erfahrungen verweichlichter Anstandsvorstellungen, die einem heutzutage allgegenwärtig unterkommen, zeige ich die nicht bloß moderne Verschiebung des Begriffs, sondern auch die damit einhergehende Widersprüchlichkeit aus Wahrhaftigkeit und Höflichkeit, die man bei aller Schönrednerei der heutigen Neudefinition zu erkennen sich verweigert.

Außerdem geht es um die Widerkehr des untrüglichen Begriffs des Ehrenmannes, der mittlerweile den verharmlosten Begriff des Gentleman abzulösen scheint und nun seine alte Bedeutung erfolgreich übernimmt.

Für’s nächste Mal:
J. R. Vernon – „The grand old name of Gentleman“
Seite 561: The grand old name of Gentleman

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6 Gedanken zu “Der Verfall des Gentleman und die Rückkehr des Ehrenmannes . Teil 1

  1. Dr. Caligari

    Hallo,

    nur noch eine kleine Anmerkung: Die sog. „Goldene Regel“ findet sich schon im Alten Testament und insbesondere bei Matthäus 7 Vers 12.
    Der „Witz“ bei Kant ist: „Handle so, dass die Maxime deines Handelns (1) zugleich Grundlage (2) einer allgemeinen Gesetzgebung (3) werden könnte“.
    Wir haben hier also gleich mehrere Stufen: (1) Maxime des Handelns; (2) Grundlage oder Prinzip; (3) allgemeine Gesetzgebung.

    Mit freundlichen Gruß

    Caligari.

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  2. Epocha Paralipomena

    In einer möglichen Gedankenszene würde hierzu
    ein Jeder sagen:

    „Was dich mit der Welt entzweit;
    Nicht will sie Gemüt, will Höflichkeit.“
    (J.W. von Goethe)

    Und weiterhin der Ehrenmann:

    „Was eben wahr ist in aller Orten,
    Das sag‘ ich mit ungescheuten Worten.“
    (J.W. von Goethe)

    Feststellend verfügt der Ehrenmann über Absolute Wahrhaftigkeit –
    deren unzerrüttete, klare Haltung ggf. eristische Züge aufweisen kann.
    Auch wenn ihm die Eristik in bestimmten Symposien
    von sekundärer Bedeutung scheinen mag.
    Ferner möchte Dieser nicht beeindrucken. Genügt sich selbst & fürchtet somit bei aller Standhaftigkeit keinen Gegenwind.

    Er begibt sich nicht auf Pfade der Zustimmung anderer.
    Ist nicht auf der Suche nach dem „Überzeugtsein“ seines Gegenübers
    – diesen Zwang erbringt er sich keinesfalls.

    Er (er-)kennt die Wahrheit & die mit sich bringenden Folgen.

    Eines ist allerdings einem Echten Ehrenmann nicht bewusst:
    – Daß er Einer ist. –

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  3. Epocha Paralipomena

    Ob derjenige ein naiver, unreflektierter Mann ist, kann man erst dann feststellen, wenn man bereits dessen Bekanntschaft gemacht hat.
    Es ist eine Frage des Blickwinkels & es kommt darauf an, aus welcher Perspektive die Betrachtung gezogen wird. Natürlich kann man dies strikt und absolut sehen, wie es aus Ihrer Stellungnahme zu entnehmen ist, doch hierbei ging es um eine differenzierte Interpretation; Solange der Ehrenmann ein demütiges Wesen besitzt, wird er sich nicht damit rühmen oder nicht ausdrücklich von sich herausgeben, daß er ein Ehrenmann ist. Was damit die obige Deutung insofern zum Ausdruck bringen wollte.
    Ihre Aussage zwischen 6:20 und 6:53 spiegelt ein Großteil der Gesellschaft wieder und bringt eine Erinnerung an einen Aphorismus von Schopenhauer hervor. In dessen Fragment heißt es:
    {…} Denn ein Mann von richtiger Einsicht unter den Betörten gleicht dem, dessen Uhr richtig geht, in einer Stadt, deren Turmuhren alle falsch gestellt sind. Er allein weiß die wahre Zeit: Aber was hilft es ihm? Alle Welt richtet sich nach den falsch zeigenden Stadtuhren; sogar auch die, welche wissen, daß seine Uhr allein die wahre Zeit angibt. {…}

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  4. Nein, die Naivität kann man bereits aus Ihrer Forderung schließen. Das hat mit „absoluter Sicht“ zu tun, wie Sie behaupten. Jetzt freilich haben Sie Ihre Aussage weitreichend korrigiert, indem Sie nicht mehr vom Bewußtsein sprechen, sondern vom „sich rühmen“. Sich einer Wesensart zu rühmen, das freilich schickt sich nicht. Aber das ist natürlich etwas ganz anderes als sich ihrer Bewußt zu sein.

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