Der unvergleichliche Reiz gesperrter Straßen . Teil 3 . Menschenbilder und Pflasterchausseen

Bevor wir zum Höhepunkt dieser Fahrt kommen, der für jeden auch unbedarften Zuschauer sofort als ein Relikt alter Tage, eine sozusagen archäologische Trophäe der Straßenhistorie erkennbar ist, noch eine allgemeine Betrachtung zum Vorkriegs-Motorradfahren, das sich vom heutigen ganz grundlegend unterscheidet und ausgesprochen viel mit dem Straßenzustand zu tun hat:

Wenn der heutige Motorradfahrer auf eine mit vielem Flickwerk und Wellen verunstaltete (oder verschönerte?), also denkbar schlechte Straßen gerät, wird unter dem Helm ein Fluchen und Stöhnen laut. Denn Kurvenlegen, rausbeschleunigen und Autos überholen ist hier natürlich nicht drin. Auch ich freute mich einst über die glattesten Straßen mit schön ausgeformten Kurven. Mittlerweile atme ich aber bei Flickschustereien im Belag auf und freue mich über das Gehuppel. Wie das?

Weil es eine ganz andere Art des Motorradfahrens eröffnet. Ist die Straße nämlich in beklagenswertem Zustand, so sehe ich mich nicht in meinen Rechten zur gehörigen Schräglagenfahrt eingeschränkt, sondern erkenne nun andere Aufgaben vor mir – als da wären: den stärkeren Schlägen durch Aufstellen auf die Fußrasten entgehen, ja überhaupt mehr in den Steigbügeln stehen, wie es der Reiter auf dem Pferde ebenfalls tut, und vor allem: zwischen den Schlaglöchern oder ärgsten Wellen hindurch slalomieren. Und in der Tat kann das eine fahrtechnisch interessante Aufgabe sein. Man muß sich nur darauf einlassen. Dasselbe gilt von der Glitschigkeit der Pflasterstraßen.

Und dann ist auch der Feldweg nicht mehr weit, der am laufenden Band Lenkkorrekturen erfordert – schon, um sich in die am wenigsten holprigen Fahrbahnsegmente hinein zu maneuvrieren, zweitens weil hier auch gern das Hinterrad in Fahr- oder Wasserrinnen gerät, an deren Flanken es den Halt verliert und abrutscht. Da solche Strecken, also wassergebundene Fahrbahndecken mit ausgeschwemmten Fahrrinnen, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch sehr häufig waren, und wie ich zuletzt erklärte, auch auf ausgefahrenen oder stark gewölbten Pflasterstraßen Motorräder zum Versetzen oder Verdriften neigen, werden Sie auch in den zeitgenössischen Verkaufsprospekten immer wieder – selbst in den 30er-Jahren noch – von dem hervorragenden Geradeauslauf der beworbenen Maschinen lesen.

Und da fragt sich der zeitgemäße Motorrad-Modernist freilich zu Recht, wie man ernsthaft bewerben kann, daß ein Motorrad gut und stoisch geradeaus läuft. Sind Motorräder nicht zur Kurvenhatz da? – Nein, waren Sie eher weniger. Freilich gab es auch gut ausgebaute Straßen. Aber selbst Straßen-Kategorie Ia, also direkt unterhalb der Reichsstraße, war häufig gepflastert und vor allem ausgenommen schmal. Deren Mindestbreite entspricht heute den schmalsten Landsträßchen. Durch Ortschaften ging es außerdem selten zweispurig zu, ebenso wie auf Brücken. Denn das waren nicht selten Bauwerke aus dem mittleren 19. Jahrhundert, wie man es zuweilen noch sehen kann, welche von vornherein als einspurig ausgelegt waren, da man erwarten konnte, daß das entgegenkommende Fuhrwerk hält, falls tatsächlich einmal zwei Wagen zur gleichen Zeit zur Überquerung anträten. Von den Nebenstraßen der Kategorie II ganz zu schweigen, die nämlich gar keine feste Decke hatten, sondern wie noch bis zum Großen Krieg allgemein üblich eine Staubdecke besaßen.

Die Straßen waren also oftmals so schlecht, daß die erste Sorge des Motorradfahrers auf den meisten Kilometern keineswegs die Frage nach der zu erreichenden Kurvengeschwindigkeit und Schräglage war, sondern ganz banal: Wie komme ich hier mit einigermaßen hohem Tempo vorwärts (vielleicht 60 bis 80 – denn mehr als 100 liefen die meisten Maschinen ja auch nach langem Anlauf nicht), ohne mit starkem Versetzen der Maschine rechnen zu müssen oder sich an Schlaglöchern das Kreuz oder den Rahmen zu brechen? Denn wir wollen nicht vergessen, daß praktisch kein Motorradfahrer vor dem Krieg eine Hinterradfederung hatte. Gut, immerhin war der Sattel gefedert und die Reifen dämpften auch noch etwas mehr als das heute der Fall ist. Körperlich anstrengender war so eine Fahrt damals aber allemal.

Aus dieser notwendigen Bewältigung schlechter Straßenzustände erwuchsen auch die heute fast gar nicht mehr verbauten, großen 19-Zoll-Räder, die bei höheren Geschwindigkeiten – in geduckt-flache Maschinen verbaut – nur schwer zu überwindende Kreiselkräfte erzeugten, aber zugleich jenen stoischen Geradeauslauf garantierten, den der heutige Motorradfahrer als bockig und stur bezeichnen würde.

Aber mit dieser bewußtgewordenen Herangehensweise an das Fahren wird die schlechte Straße zum erfreulichen historischen Standard, dessen Fahrerlebnis von besonderem Reiz ist.

*

Kaum war ich wieder aus Erfurt heraus und hatte mich auf kleine Sträßchen abgesetzt, da machte ich nun wirklich eine außergewöhnliche Entdeckung. Zunächst war die gesuchte, kleine weiß eingezeichnete Straße aus Büßleben heraus gar nicht zu finden. An einer Baustelle fragte ich also einen Mitt-50er, der vor seinem Haus arbeitete, wie ich nach Obernissa käme. Nachdem ich ihm begreiflich gemacht hatte, nicht den Umweg über die „richtigen“ Straßen machen zu wollen, erklärte er, daß es da tatsächlich einen Weg gebe, der aber schon vor Jahren so eng von Mirabellen bestanden gewesen sei, daß nur mit dem Moped ein Durchkommen war. Aber wenn ich es versuchen wolle? Ich ließ mich also dirigieren und nahm den zunächst unspektakulären Feldweg aus dem Ort heraus bis zu jener auf der Karte eingezeichneten Kirche.

Da meine Karte dort den Abzweig eines gestrichelten Wegs nach links zeigte und mir so als richtiger Weg erklärt worden war, die weiße Straße aber an der Kirche entlangzustreifen schien, haute ich dort abermals zwei ins Gespräch vertiefte, etwas ältere Herren an. Die behaupteten – obwohl ich immer noch sehr skeptisch war –, daß ich tatsächlich dort abzubiegen hätte. Ja, das sei mal eine ganz alte Straße gewesen, aber mit dem Motorrad komme man durch. Ob ich eine hundert Jahre alte Karte hätte, daß mir das als Straße gezeigt werde? Also nein, vor 20 Jahren sei das auch keine offizielle Straße mehr gewesen. Wir werden auch gleich sehen, daß der Straßenzustand das vollauf bestätigt. Das Gespräch hatte bei den betagten Herren unterdessen Begehrlichkeiten gegenüber meinem Krad geweckt und einer der Beiden schlug mir vor, angesichts des bevorstehenden Weges mein Postrad gegen sein Fahrrad einzutauschen. Ich mußte dies freundliche Angebot im Hinblick auf meinen Zeitplan leider ablehnen und schied unter gemeinsamem Gelächter.

So nahm ich also den empfohlenen Abzweig und es wurde, nachdem ich zunächst ob der sichtbar wanderpfadähnlichen Überwucherung für hundert Meter nebenan auf einen gut befahrbaren Feldrand ausweichen konnte, geradezu abenteuerlich. Denn nun fuhr ich mit Ärmel- und Helmberührung eilig mich vor den Ästchen wegduckend und hin und her schwingend durch ein enges Spalier von – mögen es Mirabellen gewesen sein – glücklicherweise nicht stacheliges Gestrüpp.

Innerlich hätte ich den Kopf darüber geschüttelt, ob das wirklich ein durchgängiger Weg sei, wenn nicht der Boden tatsächlich gepflastert gewesen wäre, dabei alles andere als eben war und zugleich nicht an den besten Stellen befahren werden konnte, da ja oben die Einschränkung des engen Gestrüppkorridors noch zu beachten war. Die Pflasterung hatte allerdings weder mit normalen Pflastersteinen zu tun, auch keinem Kindskopfpflaster, sondern war aus Feldsteinen gebildet, so wie sie alte Handelswege haben, die man hin und wieder beim Wandern, gerade an Steigungen, findet. Solches Pflaster hat keine glatten Oberseiten, sondern feldsteinartig liegt eben die am ehesten glatte Seite eines beliebigen Steins oben – und das kann oft auch eine einigermaßen scharfe Kante sein.

Nach kurzer Abenteuerfahrt durch die Hecken wechselte nun plötzlich die wuchernde Bepflanzung und mit einem Mal bekam die Straße ihre alte, ursprüngliche Breite zurück, zeigte stolz ihren nun wiedererstandenen Alleen-Charakter und wollte mir ins Gesicht lachen: „Sei willkommen, alter Wangenheim, im Jahre 1910! Hier bist du daheim. Bleib ruhig einen Moment und mache Rast.“

Ich schreibe nur 1910, weil 1850 – was der Straße eher entspräche – der Motorradfahrer fehl am Platze wäre. Und so kam es mir vor, als wäre ich gerade mit Carter in das Grab des Tut Ench Amun herabgestiegen, eine Einzigartigkeit zu entdecken, die noch nie ein Mensch zuvor… nun, die Anwohner freilich. Aber sind sie sich dessen bewußt? Diese Pflasterung ist wie gesagt nicht übermäßig selten, aber derart noch als Allee auf gradem Wege sichtbar, im Verlauf wie eine gewöhnliche Landstraße – eben weil sie vor 100 Jahren noch genau das war? Nirgends zu finden! – jedenfalls nicht hier in der Gegend.

Auch solches Plaster konnte einem 1930 noch oft begegnen, sodaß Sie spätestens hier verstehen, was Kurvenfahren damals bedeutete. Ich jedenfalls war auf der ältesten erhaltenen Landstraße, die ich je gefahren war, in Obernissa angelangt und konnte nun gemächlich und in völliger Einsamkeit über die Dörfer Richtung Weimar zuckeln. Besonders schön war hier der Blick hinüber an die sanften Hänge des Ettersberges, auf welche sich gerade feinstes Pastelltonlicht durch die Wolkenlücken ergoß.

Vor der zweiten ehemalige Landstraße auf dieser Rückfahrt hatte ich vor vielen Jahren bereits einmal mit dem Auto zurückgeschreckt. Denn auch hier zwischen Troisdorf und dem Gut Holzdorf war nur ein Feldweg vorhanden. Ehemals aber lt. entsprechendem Meßtischblatt Kategorie Ib, also 4m Mindestbreite und „weniger fest“. Damit Sie verstehen, was das bedeutet: Alle umliegenden Straßen um Troisdorf hatten dieselbe Kategorie und waren Ausfallstraßen aus Weimar, während nur die Reichsstraße 85 Kategorie Ia besaß. Heute unterscheiden sich die Qualitäten der Straßen enorm. Denn dieser Verbindungsweg war wirklich nur ein Feldweg, unter dem vielleicht noch ordentliche Packlage liegen mochte.

Jedenfalls hielt ich auf der Strecke bei einem freundlich-aufgeschlossenen Waldarbeiter an, ein stämmiger 50er mit kräftig-stramm gewölbter Plauze und Hosenträgern, der sogleich seine Motorsäge ausgehen ließ, als ich anhielt, mich ebenfalls ausschalten ließ, und von dem ich erfuhr, daß ich tatsächlich richtig war und direkt am Gut Holzdorf heraus käme – wobei mir das in diesem Moment nichts sagte. Er erkundigte sich nach dem Ziel und Herkommen meiner Fahrt und wir schieden mit den besten Glückwünschen für das Tagwerk.

Und tatsächlich eröffnete sich wenig später der Blick auf ein Gutshaus, dessen Ansicht mir wohlbekannt war und auch den Mitreisenden meiner Märchendeutschland-Automobiltour nicht unbekannt ist: Das Gut Holzdorf. Man beachte den kleinen Jungen, der die heruntergefallenen Äpfel des Baumes, unter dem er sich versteckt, in Reih und Glied auf die Straße gelegt hat. Nichts für Motorradfahrer, aber einige Autos hatten schon Schneisen geschlagen. Hier können Kinder noch sozusagen auf der Straße spielen. Ich war also wieder im besten Sinne angekommen!

Weiter ging es ins Tal der Ilm, um nicht etwa die B87 entlangzufahren, die allerdings sehr schön gelegen und wenig befahren ist, sondern sogleich in Oettern wieder die verlockende Abkürzung zu nehmen, die sogleich über eine alte gepflasterte Brücke führte, die ich vom hiesigen Radweg her kannte.

Ein kurzer Schotterweg steil hinauf, ehemals Ib, wie die erst 1961 hinter Mellingen verlängerte R87 auch, führte mich wieder auf die Hochebene und schließlich nach Maina, wo ich erneut ein Sperrscheibendelikt beging und einen jungen Bauern traf, der seinen Alten auf einer enorm langen Maschine an den Rand dirigierte, um mich vorbeilassen zu können. Es ist schon erstaunlich, daß kein Anwohner, kein Bauer, kein Waldarbeiter (auch die, die noch kommen), nicht den Anflug eines auch nur kritischen Gesichtsausdrucks vernehmen ließen, während ich auf ihren Wegen widerrechtlich umherkurvte. Das ist im Auto durchaus anders – und auch mit Geländemaschine oder Leder-Kombi wäre ich hier sicher anders aufgenommen worden (Stichwort: Gib den Menschen die Möglichkeit mitzuempfinden, Absichten zu erkennen usw.)

Ich fuhr nicht etwa dankend vorbei, sondern hielt an, weil mir im Wirtschaftswege-Wirrwar nicht klar war, wo meine alte Straße entlanglaufen sollte. So erklärte mir der junge Bauer bereits an der für ihn nicht ganz wahrheitsgetreuen Karte, wie ich zu fahren hätte, während der Vater unterdessen von seinem Monstrum gestiegen war und dem zu erwartenden Weg das nötig lebenshistorische Kolorit jenes alten, einzelstehenden Gasthofes verlieh, welchen er noch in Betrieb gekannt haben mochte und nach welchem ich links Ausschau zu halten hätte, um wirklich nach Lohma zu gelangen.

Der junge Bauer – bei all seiner Freundlichkeit – hatte noch etwas kritisch beäugt oder wenigstens teilnahmslos passieren lassen, wer oder was da in dem merkwürdigen Aufzug und dem halbmodernen Motorrad ankam, war aber durch die Frage nach dem Weg (die jeden Einheimischen zum Experten erhebt und also die schmeichelhafteste Frage ist, die man als Fremder stellen kann) doch aufgetaut. Auch der etwa 40-Jährige in der Kirche von Mönchholzhausen hatte mir seine Verwunderung über das nicht ganz passende Krad ausgesprochen. Erst der Vater, vielleicht gute 60, strahlte wieder die selbstverständliche Gemeinschaft aus, die mir auch beim etwas älteren Waldarbeiter und den drei Wegweisern in Büßleben sofort wohlig bemerkbar wurde.

Ich bin also geneigt, das Phänomen zwar durchaus mit einem gewissen Verfall der Welt- und Lebensauffassung in den letzten Jahrzehnten (und wenn man will Jahrhunderten) zu erklären, gleichwohl aber eine gehörige Portion des Ganzen auf das Alter zu schieben. Es gehört die Reife und das gelassene Selbstverständnis, das unbelehrende In-der-Welt-Sein dazu, das den älteren Semestern eigen ist. Sie wissen, daß es nicht das Richtige und das Falsche gibt, sondern daß viele Wege nach Rom führen, ja, daß im ungewöhnlichen Weg, wenn in ihm Wesen und Handeln so trefflich harmonieren, auch in seinem scheinbar Unstimmigen ein tieferer Beweggrund liegen muß, und daher nicht Fragwürdigkeit erheben, sondern Interesse und Anteilnahme beleben darf. — Altere in Würde, du verdriftete Gesellschaft, und dir wird wieder wohler werden!

Man darf freilich auch nicht vergessen, daß es sich wie in Maina oftmals geradezu um Sackgassendörfer handelt. Fremde verirren sich dorthin nahezu nie. Übrigens erinnere ich mich an eine frühe Automobiltour, die mich auch durch Maina führte (was ich nur am Ortsbild wiedererkannte) und mich damals ebenso nach dem Weg fragen ließ, da ich dem Auto nicht den Feldweg antun wollte.

Diesmal habe ich den Weg selbstverständlich genommen, traf besagte zwei Bauerngenerationen und bog in den Wald gekommen einmal kurz falsch ab, traf jedoch nach Kurzem glücklicherweise wieder drei Waldarbeiter. Der mir zugewandte auf einem Anhänger, der jüngste der drei, reagierte auf meinen Gruß nur zögerlich – eine Maschine lief, sodaß die beiden anderen mein Motorrad nicht hörten –, sie wandten sich aber sofort um, als sie bemerkten, daß der dritte mich estimierte. Und auch hier wieder: die älteren beiden waren sofort Feuer und Flamme, mir Auskunft über den richtigen Weg zu geben – der bloß zweihundert Meter zurück bedeutete – und ich kam, wie so oft, kaum wieder los, ohne mir die Anweisungen, wie es gern gemacht wird, noch drei vier Mal anzuhören. — Die Wegfrage ist wie gesagt eine sehr schmeichelhafte, und ich lasse mir gern vielfach wiederholen. Das kann gar nichts schaden.

Die ehemalige Straße (IIa) bekam nach einem kleinen Taldurchgang, in welcher Senke ein großes Gehöft mit der besagten, ehemaligen Schenke stand, festen Untergrund und ich war in Großlohma angelangt, das mich mit einem morbiden Charme verfallener Kirchmauern und einer ruhigen Bank zum Rasten einlud. Ich wußte nun, die Fahrt ist vorüber. Hier saß ich zum ersten Mal seit Erfurt. Ich sage ja, die Hetzerei ist selbst mir noch zu eigen.

Durch den Reinstädter Grund, den meine ehemaligen Mitfahrer aus der oben schon erwähnten Fahrt und die Zuschauer von Fortschritt und Ordnung ebenfalls kennen, und der mit seinen ungewöhnlich steilen Bergen und herrlich schwingender Landstraße jedesmal ein wunderschöner Fahrtenabschluß ist, war diese eindrückliche Tour mit ihren Zeitreisen und Menschenbildern im Angesicht einer Hochzeitsgesellschaft, welche die besonders idyllische Kirche von Reinstädt umringte, auf’s Schönste beendet.

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9 Gedanken zu “Der unvergleichliche Reiz gesperrter Straßen . Teil 3 . Menschenbilder und Pflasterchausseen

  1. Thomas Beck

    Spannend was der wunderliche Wangenheim wieder an kartographischen Trouvaillen zu berichten weiß. In dem Mikrokosmos zws. Büssleben und Obernissa kann man interessante Beobachtungen machen. Der auf der nicht mehr so taufrischen Karte als „weiße Straße“ erwähnte Abschnitt in Büssleben ist bei einem Anbieter von digitalen Karten als Obernissaer Chaussee ausgewiesen. Wenn man nun den Routenvorschlag von Büssleben nach Obernissa anschaut, so führt dieser genau über „den gestrichelten Wegs nach links“, genau jener Abschnitt, den der wunderliche Wangenheim des jüngst mit seiner gelben XJ quasi zurückerobert hat. Die Obernissaer Chaussee scheint nun weitgehend Teil des Peterbachtaler Rundwanderwegs zu sein. Fazit: Die Wangenheim’schen Entdeckungsreisen sind spannend. Ich freue mich auf mehr;)

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  2. Wie ich gerade danach suche, wird der Weg auch als Kirschallee ausgezeichnet, gleichzeitig der Mirabellenbestand bestätigt. Man scheint sich des besonderen Charakters durchaus bewußt, denn selbst bei Wikipedia steht, die beiden Orte wären über jene „Obernissaer Chaussee“ verbunden – wo das doch keineswegs der Hinweis auf eine funktionierende Fahrverbindung sein kann, wenn man sich den Zustand ansieht. Aber der Begriff Chaussee reicht dann doch aus, es mehr als Sehenswürdigkeit statt Infrastruktur zu vermitteln.

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  3. R.Schaaf

    Einfach nur ein Hochgenuss diese kurze Reisebeschreibung zu lesen. Ich selbst halte auch Ausschau nach diesen alte Straßen, welche ja oftmals betagte Zeugen damaligen Handels sind. Vielen Dank dafür, es war erquickend!

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  4. Michael Schlenger

    Als bekennender Altstraßen- und Feldwege-Befahrer (dafür reicht übrigens auch eine banale Viertakt-50er mit Stollenreifen und etwas Übung) kann ich dieser Schilderung nur meine uneingeschränkte Zustimmung aussprechen. In Italien kann man übrigens Vergleichbares mit dem Zweirad (mit und ohne Motor) sogar auf Römerstraßen erleben, die vielerorts als Feldweg oder Schotterpiste erhalten sind. Literaturtipp dazu: Arnold Esch: Römische Straßen in ihrer Landschaft. Selbst in meiner Heimatregion – der hessischen Wetterau – lässt sich noch trefflich über die eine oder andere römische Trasse knattern, wenn man weiß, wo sie erhalten sind…

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  5. Pingback: Pflasterstraßen in Thüringen, Brandenburg und dem kümmerlichen Rest Ostdeutschlands . Ein wunderliches Steckenpferd für Nostalgiker – Die Reisen des wunderlichen Herrn Wangenheim

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