Zurück zum Anzug . Teil 1 . Historische Grundlagen der klassischen Herrengarderobe

Zum Video: https://youtu.be/0YUkLVXH4fY

Heute wollen wir einen Blick zurück tun, in die Zeit der Kulturgarderobe, als der Anzug noch als selbstverständlich galt. Nicht zur bloßen historischen Beschäftigung, sondern um die Grundlagen dafür zu schaffen, wie Sie heute wieder zu einer angemessenen Garderobe finden können, die nicht zugleich übermäßig heraussticht. Die Grundlegung historischer Art wird in diesem Teil abgehandelt, beim nächsten Mal befassen wir uns mit der Umsetzung in der Gegenwart, worin wir uns mit einem möglichen, langsam sich entwickelnden Weg zum zurückhaltenden Anzug beschäftigen werden, sowie seinen Alternativen.

7 Gedanken zu “Zurück zum Anzug . Teil 1 . Historische Grundlagen der klassischen Herrengarderobe

  1. Kuebeler

    Ich möchte Sie bitten im nächsten Video kurz auf den aktuellen Trend einzugehen, dass heute die Krawatte sehr häufig, eigentlich sogar zumeist, fehlt. Vorstandsvorsitzende sowie Politiker sieht man nur noch ohne Krawatte.

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  2. M.S. aus Schramberg

    Ein besonderes Video – vielen Dank! In mir schwelt schon länger der Wunsch einer angemessenen Garderobe – umso gespannter bin ich auf das kommende Video. Sowohl im Arbeitsumfeld (Wenn überhaupt nur Anzug ohne Krawatte + ständige Angebote sich zu entkleiden, wenn man mit Sakko erscheint) als auch im Alltag ist der Anzug so „aus der Mode“ gekommen, dass der mentale Widerstand bei mir doch recht hoch ist.

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  3. Ich werde beim nächsten Mal auch ein paar Empfehlungen zur Krawatte geben und dabei wird das nochmal deutlich werden. Aber ich denke, es ist schon im ersten Teil klar geworden, daß ein dunkler Anzug – ich würde sogar dazu tendieren: jeder Anzug – Krawatte erfordert. Bei der Kombination kann man sie weglassen.

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  4. Rapp M.

    Zu diesem Thema fällt mir eine ganze Menge ein.
    Ich bin in einem 700 Seelen Dorf in der Nähe von Rothenburg o.d.T. aufgewachsen. Der einzige Mann, der immer in Aufzug und Hut unterwegs war, war mein alter Großvater, handgeschneideter Maßanzug. Es gab damals in diesem Nest noch einen weiteren Schneider.
    Ich erinnere mich daran, dass Kaiser Wilhelm dem Osmanischen Reich die sogenannte Bagdad Bahn umsonst baute. Die Arbeiter aus Deutschland , die diese Arbeiten verrichteten hatten zwei Anzüge, einen zum Arbeiten und einen für die Freizeit. Türkische Männer trugen Kaftan und Fez.
    Als der Gründer, Kemal Pascha, an die Macht kam, brachte er die türkischen Männer dazu, sich modern zu kleiden, ergo mit Anzug. Noch heute treffen sich die Türken im Anzug in der Öffentlichkeit.
    Und schließlich fällt mir Alexander von Humbold ein, der mit einer unglaublichen Energieleistung Südamerika bereiste und dabei – im Anzug – den Chimborassa bestieg , zumindest fast.

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  5. Dr. Caligari

    Der zweite Herr von oben Rechts macht auf mich extrem den Eindruck eines Geistlichen. Selbst das Gesicht wirkt in dieser Weise betont.

    Was mir aufgefallen ist: Die Fliege.
    Heute scheint es eine merkwürdige Mode zu sein, selbige zwar anzuziehen, dann aber nicht zuzuwickeln sondern so locker um den Hals gebunden hängen zu lassen. Meines Erachtens wird das der neue Megatrend, weil es gleichzeitig formal und rebellenhaft wirkt.

    Noch eine Anmerkung, ich hoffe niemanden damit zu nahe zu treten oder sowas, aber: Wenn man als Mann heute einen Anzug trägt, dann fällt man damit aus dem Üblichen heraus, man fällt auf. Das hat zum eine die Auswirkung, dass Männer, denen diese Aufmerksamkeit unwillkommen ist, sich unwohl fühlen müssen. Zum anderen muss man eben doch eine physiognomie haben, die das aushält.

    Die Frage, die sich mir stellt: Will der „Kulturmensch“ das? Im Alltag auffallen? Ich glaube, das will er eben grade nicht.
    Wobei der Kulturmensch hier ganz und gar Bürger ist. Guckt man sich die Mode des 18. Jahrhunderts an:
    > https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Rousseau_Ermenonville.jpg

    Wer heute so herumlaufen würde, der würde grotesk wirken, das ist mir klar. Der rein ästhetische Genuss ist aber nicht zu verleugnen.

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  6. Ja, da haben Sie recht, so stellt man sich einen jungen Pastor vor.

    Im allgemeinen geht es natürlich dem Bürger nicht darum aufzufallen. Das wäre dandyhaft (daher ja der Kern des Vortrags mit Blick auf den unauffälligen Alltagsanzug). Aber sein Ziel ist ebensowenig, möglichst unauffällig zu sein. Das wäre eher der geborene Feigling, der um Gottes willen nirgends anstoßen will. Das Ziel des Kulturmenschen ist ein ganz anderes: nämlich Kulturmensch zu sein. Und wenn er das nur kann, indem er anders spricht, agiert und aussieht, dann ist das eben so.

    Natürlich würde dasselbe Argument für den bunten Frack gelten, den Sie hier heranziehen, aber es liegt natürlich nahe, die Garderobe der letzten Kulturzeit heranzuziehen und nicht irgendwelche Stile des 18. oder 15. Jahrhunderts.

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