Harry Graf Kessler: Mäzen der Moderne? Pazifist? Roter Graf? – Teil 1

Zum Video: https://youtu.be/pIPr34QkovI

Kurze Zusammenfassung des Vortrags: Heute beschäftigen wir uns im Vorfeld der geschichtsphilosophischen Gedanken Harry Graf Kesslers, die er in den 90er-Jahren in Norditalien und anhand französischer Architektur der Gotik und Renaissance, z.T. auch bezüglich der Malerei äußert, mit der Person Kesslers selbst.

Das ist aufgrund der bald durchgängigen Falschdarstellungen des Grafen Kessler in der Gegenwarts-Sekundärliteratur im besonderen Maße nötig. Hier wird, wie in jeder vom Zeitgeist abhängigen Darstellung, der Versuch gemacht, auch gegen die Zeugnisse seines Tagebuches eine Figur zu konstruieren, die den heutigen Zeitgeist teilt. Daß drgl. schon im allgemeinen parktisch nie gelten kann und im besonderen an Kessler ein hoffnungsloses Unterfangen ist, wenn man sein Werk nicht ausschnitthaft, sondern umfänglich heranzieht, soll hier betrachtet werden.

So wird bspw. heute der Eindruck erweckt, Kessler sei ein Mäzen der modernen Kunst gewesen. Das ist schon aufgrund seiner Bevorzugung vor allem der spätrealistischen Malerei, wie dem Impressionismus und Pointillismus absurd, was nichts als eine neue Malweise innerhalb der Motivik des Realismus ist, eben der neu aufkommende Zeitgeist der Belle Epoque. Und sogar innerhalb dieser Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts, als er zum Mäzen heranreift, gilt seine finanzielle Unterstützung, wie er im Tagebuch reflektiert, nicht selten Künstlern, deren Werke er gar nicht schätzt – so etwa bei Munch. Auch Beckmann erwähnt er nur in seinem klassischen Frühwerk und verliert ihn sodann aus den Augen.

Damit im Zusammenhang stehen die immer wieder vorgebrachte Zitate, in denen Kessler scheinbar den Historismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts verteufelt, wenn er sich über altmodische Wohnungseinrichtungen lustig macht. Verschwiegen wird dabei, daß er sehr wohl auch historistische Einrichtungen als sehr geschmackvoll gelobt hat. Auch darin findet die heute so beliebte Abwertung des 19. Jahrhunderts also keineswegs statt.

Wenig verstanden wird auch Kesslers Undebarftheit im Krieg. Man versteht nicht, wie ein Kosmopolit, wie Kessler es war, so mir nichts dir nichts in den Krieg gegen seine Kunstfreunde ziehen kann. Dabei ist völlig klar, daß es sich für Kessler um zwei völlig verschiedene Sphären handelt. Und politisch ist und bleibt er immer Deutscher. Das führt jedoch nicht zu einseitigen Einschätzungen von Fehltritten der Kaiserlichen Armee im Krieg. So setzt er sich persönlich zweifach für die Verfolgung von Diebstahl durch deutsche Soldaten und Offiziere ein. Andererseits bewertet er die Erschießung von Zivilisten im besetzten Belgien im Jahr 1914 als von belgischen Franc-tireurs provozierte Reaktionen, worin keine der Parteien einen moralisch überlegenen Standpunkt einzunehmen Berechtigung hat. Auch hier zeigt sich der vernünftig abwägende, unideologische Geist Kesslers in den Extremsituationen des Krieges.

Außerdem vergleiche ich das Kesslersche Kriegstagebuch mit den Stahlgewittern Ernst Jüngers, welche als sehr viel weniger abwechslungsreiche Wiedergabe des langweiligen Stellungskrieges an die Vielfalt und vor allem die Reflexionsbreite des Tagebuches Graf Kesslers nicht im entferntesten heranreicht und zudem auch der charakterlich fragwürdigen Momente gerade am Schluß der Stahlgewitter entbehrt.

Beim nächsten Mal fahren wir fort mit der zweiten Hälfte des Krieges und der Politik und Diplomatie der Nachkriegszeit, um auch die politische Haltung Kesslers zu verstehen.

*

6 Gedanken zu “Harry Graf Kessler: Mäzen der Moderne? Pazifist? Roter Graf? – Teil 1

  1. Martin R.

    Danke für die kurzweilige Stunde mit Harry Kessler, den ich nicht kannte.
    Offensichtlich ein vielseitig gebildeter und beweglicher Geist.
    Durch Wikipedia habe ich erfahren, dass er aus Interesse auch Wilhelm Wundt hörte, zweifellos einer der herausragenden Köpfe seiner Zeit.
    Die Beurteilung von Ernst Jünger ist schwierig, da Krieg per se keine Moral kennt.
    Die Haager Landkriegsordnung ist nur für den Sieger gemacht, nach zwei verlorenen Weltkriegen hat Deutschland keine Souveränität mehr und alle Verbrechen der Sieger bleiben ungesühnt.

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  2. Das sehe ich anders. Krieg kennt sehr wohl Moral, selbstverständlich auch gegenüber den eigenen Kameraden. Die wichtigen kriegführenden Staaten haben sich gerade, weil es im Krieg Moral geben sollte, 1907 zu den Abmachungen in Haag bekannt. Und für den Sieger sind diese Regeln aus meiner Sicht nicht gemacht. Sie benachteiligen aber den Besatzer in gewisser Weise, das ist das Schicksal Deutschlands gewesen, daß es zwar Besatzungsmacht war, aber dennoch den Krieg verloren hat. Daher fällt das Urteil heute so ungünstig aus. Daß man es anders sehen kann, wollte ich mit Kessler ja gerade zeigen.

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  3. Dr. Caligari

    Sehr geehrter Herr Wangenheim,

    ich nutze erneut die Kommentarfunktion, um einige eigene Gedanken einzubringen. Ich nummeriere sie mal durch:

    I.
    Ich kann mir nicht helfen, aber ich verwechsele den guten Kessler immer wieder mit dem Grafen Keyserling. In meiner Erinnerung scheinen diese beiden mir unbekannten Geschichtsfiguren zu einer Person zu verschmelzen.
    II.
    Die Begebenheit, heute noch eine französischen Maler zu verabschieden und morgen gegen Frankreich in den Krieg zu ziehen, erinnert mich an Kabinettskriege.
    Die gibt es heute in der Form natürlich nicht mehr und viele Zeitgenossen können sich gar nicht vorstellen, dass man den Krieg quasi als Angelegenheit des regierenden Fürstentums betrachtet. Durchaus loyal ist, aber selbst keinen Haß auf die andere Seite erlebt.
    Wenn Kessler den 1. Weltkrieg wirklich als Kabinettskrieg erlebt hat, dann würde das auch zu seiner Reaktion auf die Kriegsbegeisterung passen. Eine vom Volk ausgehende Begeisterung passt nämlich nicht zu einem Kabinettskrieg. Der Gegner ist nicht der Feind oder gar der Böse und der Verbündete ist nicht der Bruder, sondern nur jemand, deren strategische Position zufällig mit der eigenen übereinstimmt.
    Vergleicht man das heute, erscheint es in der Tat merkwürdig. In unserer Zeit werden vergleichsweise periphere Kriege mit großem moralischen Pathos aufgeladen, siehe nur Jugoslawien, Afghanistan, Irak oder Syrien. (Es sei hier unbestritten, dass die Verhältnisse in diesen Kriegen auch real anders lagen. Dass hier nicht zwei Groß- oder Weltmächte kämpfen, sondern wirklich ein verbrecherisches Regime durch überlegene Feuerkraft besiegt wird.)
    Der Gegner ist auch moralisch diskreditiert und muss daher im Namen des Guten besiegt werden.
    III.
    Allgemein besprochen, ein Kunstwerk für seine handwerkliche Ausführung, seine Motivwahl oder für die gute Umsetzung zu loben, auch wenn einem die Kunstrichtung nicht gefällt, das ist sicherlich ein Zeichen für eine besondere Klasse von Menschen.
    Das ist nämlich eine bestimmte Form von Abstraktionsfähigkeit, Selbstreflexion und Differenzierungsvermögen.
    Und hier sind wir dann auch beim Thema „Rollenprosa“ angekommen. Spricht die Figur aus einem Roman oder einem Theaterstück einen Text, so muss dieser nicht die Position des Autors widerspiegeln. Goethe ist nicht Faust, Th. Mann ist nicht Tonio Krüger und der Schauspieler da im Fernsehen spricht nur seinen Text, er ist nicht wirklich böse.
    Ich glaube, es war Larry Hagman der von Dallas-Fans auf offener Straße angesprochen wurde, wieso er im TV immer so böse Dinge tut.
    Das ist so ähnlich wie bei den hypothetischen Konditionalsätzen oder indirekten Beweisen in Mathematik und Logik, wo man ja auch bewusst von falschen Annahmen ausgeht, um ihre Falschheit endgültig Spruchreif zu kriegen.

    Genau dieses Reflexionsvermögen, zu sagen „ich glaube jetzt zwar an den Sozialismus, aber aus Sicht eines anderen ist das was völlig anderes“ geht unserer Gesellschaft mehr und mehr verloren. Das ist letztlich der Grund für die politische Korrektheit.
    Das ist übrigens ein interessantes Paradox. Grade die Leute, die theoretisch die Begrenztheit des eigenen Standpunktes voll anerkennen („Klassenstandpunkt“, „white privilegs“) sind dann praktisch am unfähigsten, sich in den PoV der Gegenseite einzudenken. Der Kommunist konnte nicht zulassen, dass der Bürgerliche einen berechtigten Punkt hat, der vermeintliche Standpunkt des Proletariers musste zugleich das fortschrittliche Bewusstsein sein. Auch wenn der Arbeiter real den konservativen Vorstellungen eher zugeneigt war, besonders was die Rolle der Frau, Wohlstand usw. anging.
    IIII.
    Das Stahlgewitter habe ich niemals gelesen. Würden Sie, Herr Wangenheim, die Lektüre empfehlen?
    Für mich scheinen die späteren Werke Jüngers über Waldgang und Anarchen sehr viel interessanter. Wobei in einem Essay gewissermaßen die eigene Meinung zum Ausdruck kommt.
    V.
    Das Verhältnis zwischen Kriegsrecht und tatsächlicher Kriegsführung ist weites Feld. Formaljuristisch hätte das deutsche Kaiserreich nicht das Recht gehabt, in das eigentlich neutrale Belgien einzumarschieren. Ebenso wie der „totale Ubootkrieg“, der neben dem Zimmermann-Telegramm am Eintritt der USA beteiligt war, war das sicherlich wirklich etwas, dass das Kaiserreich sich hatte zu Schulden kommen lassen.
    Interessanterweise werden aber die Entscheidungsträger nicht persönlich belangt. Der Kaiser geht ins Exil, mehr weg von den eigenen sozialistisch erwachten Untertanen als vor dem Alliierten; die wirklichen Planer und Organisatoren werden ebenfalls nicht belangt und belasten als „Gift“ die neue Republik. Die Deutschen erhalten eine Kollektivstrafe.
    Im Grunde genommen ist es heute aber auch nicht so viel anders.
    Hier stellt sich auch die drängende Frage nach dem Verhältnis zwischen Recht und Moral.

    Die Kardinalfrage lautet aus heutiger, historischer Sicht natürlich: Hätte das deutsche Kaisterreich 1914 ohne die Besatzung Belgiens überhaupt eine Chance auf einen Sieg gehabt?
    Falls man diese Frage verneint, dann ergebe sich unmittelbar die Folgerung, dass das Kaiserreich zu diesem Zeitpunkt quasi rechtlich zum Verlieren verpflichtet gewesen wäre. Das ist natürlich absurd, das muss ich nicht mühsam erklären.
    VI.
    Noch mal ganz kurz, weil das in den Kommentaren auf Youtube angesprochen wurde, zum Vergleich mit Thomas Mann.
    Für mich war Mann ein mitunter brillanter Psychologe mit einem guten Sprachgefühl.
    In anderer Hinsicht wird Mann dabei vielleicht durch andere Autoren geschlagen, etwa was Bearbeitung von Themen, neuen Ideen usw. angeht. Es ist zweifellos Hochliteratur.
    Das erklärt für mich auch, wieso Manns Literatur so früh für Psychoanalytiker anschlussfähig war; wieso Mann zunächst Schopenhauer und Nietzsche, dann Freud und seine Schule umarmte.
    Es ging nicht so sehr um die Philosophie, Politik oder dergleichen, sondern um die psychologische Einsicht in das Wesen des Menschen und das Wesen der handelnden Figuren.
    Wobei das Kapitel „Mann“ für mich schon Jahre zurückliegt.

    Gruß

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  4. Keyserling und Kessler kannten sich und haben gelegentlich gegeneinander diskutiert.

    Mit den Kabinettskriegen haben Sie sicher recht. Ich würde sagen, es ist als eine Art Duell verstanden worden, das allerdings nicht von zwei, sondern Millionen Menschen ausgetragen wurde. Aber auch da ist es ungewohnt, daß der Pöbel dabeisteht und jubelt : )

    Ich glaube, seine Abneigung gegen Munch war durchaus vollständig. Er hat sich dabei nicht einen Aspekt dieser Kunst als würdig genug herausgepickt, sondern er wurde ja fast gedrängt, ihm zu helfen und sah sich gemüßigt. Bei manchen Künstlern mag es persönliche Sympathie gewesen sein und natürlich oft genug auch Begeisterung für das Werk.

    Gerade die Sozialismusfrage nach dem Krieg ist in der Tat heute kaum noch nachvollziehbar. Das werde ich beim nächsten Mal darzustellen versuchen.

    Ich finde z.B. den Waldgang auch allzu flach. Das beste am Waldgang ist der Titel, wenn Sie mich fragen. Insofern hilft Ihnen meine Einschätzung zu den Stahlgewittern vielleicht nicht sonderlich weiter. Aber ich würde sagen, das erste Viertel ist sicher lesenswert. Dann wiederholt es sich bis zum Nervtötenden – und das als Hörbuch!

    Was Sie mit der Verletzung der Neutralität Belgiens aufmachen, ist exakt das Problem – und zwar im Kleinen wie im Großen: Ohne Belgien keine Siegeschancen, ohne hartes Vorgehen gegen die Franc-tireurs ewige zweite (also insgesamt dritte) Front hinter der Front, also auch hier rechtlich zum Verlieren verpflichtet, wie Sie so schön sagen.

    Bei Mann widerspreche ich Ihnen, gerade die theoretischen Betrachtungen, ob nun im Zauberberg (Naphta & Settembrini), im Krull (der Professor im Zug) oder die Erörterungen in der Lotte in Weimar sind doch zutiefst philosophisch und auch durchaus nicht rückständig, sondern behandeln Gegenwartsprobleme (siehe auch den Faustus). Ehrlich gesagt, ohne diese würde ich Mann vielleicht sogar für einen wortreichen Schäwtzer halten. Aber gerade das zeigt, daß er ein tiefer Denker war. Und Politik hat er ja nun mit den „Betrachtungen“ und späteren Reden auch immer beackert!

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  5. Dr. Caligari

    In Medias Res:

    Ich müsste vielleicht mal das Orginal von Kessler lesen.
    Ich kenne es nur von mir selbst und aus dem Bereich der Musik oder auch Belletristik, manchmal erkennt man die Qualität eines Werkes, auch wenn einem der Musikstil oder die Machart missfällt. (Wobei ich nicht behaupten will, besondere Klasse zu haben.)

    „Gerade die Sozialismusfrage nach dem Krieg ist in der Tat heute kaum noch nachvollziehbar.“, schreiben Sie.
    Man darf nicht vergessen, dass auch Th. Mann zu diesem Zeitpunkt von einer Form des sozialistischen Kaisertums träumte. Für uns heutige ist das ein schon theoretisch widersinniger Gedanke, weil wir Monarchie mit einer eher ständischen Gesellschaft assoziieren, während Sozialismus ja bedingungslose Gleichheit fordert.
    Ich verweise mal auf einen Link: https://youtu.be/eIWmezZH1gk
    Den könnten sie unter Ihr Video auch verlinken. Wobei ich mich insgesamt von dem Video distanziere.
    Ich möchte mir (derzeit) kein Urteil darüber erlauben, ob das mit dem Sozialismus irgendwie nachvollziehbar oder eine irrationale Affektiertheit dieser Zeit war. Klar ist, dass man letztere nicht als solche wahrnimmt. In den USA können wir ja vergleichbares auch immer wieder bewundern.

    Ich habe weder Waldgang, noch Anarchen gelesen, sondern bin nur aus zweiter Hand darauf aufmerksam geworden und war anfangs ein bisschen durch den Ruf des Autors abgeschreckt.
    Ihren Schilderungen entnehme ich mal, dass es für mich als „Nachgeborenen“ keinen Sinn mehr machen würde, mich in die Stahlgewitter zu vertiefen. Waldgang kommt auf jeden Fall auf die Leseliste.

    Die geäußerten Gedanken der Figuren Manns waren für mich persönlich allzusehr aus den Überlegungen von Schopenhauer oder Nietzsche abzuleiten. Bein Krüger fand ich wortgleiche Wiederholungen.
    Ich möchte Mann den philosophischen Tiefgang nicht völlig absprechen, aber wirklich neue Ideen eingebracht oder auf Probleme hingewiesen hat er in dem Punkt meines Erachtens nicht. Selbst die Metaphysik oder Nicht- oder Anti-Metaphysik scheint Mann ja ganz egal.
    Es geht um das, was es mit den Figuren macht.
    Anders empfand ich es beim alten Huxley. Der präsentiert uns eine fiktive Welt und wirft dabei, ohne es je explizit zu mache, zwei brennende Fragen auf: „Ist das nicht die Idealwelt der Utilitaristen?“ und „Wäre es wirklich wünschenswert für die Menschheit, in so einer Welt zu leben?“.
    Auch Werfel – man mag die dargestellten Ideen verabscheuen, ja er ist quasi ein Anti-Schopenhauer an einer Stelle – ist meines Erachtens mehr ein Ideen-Schriftsteller.
    Aber gut, das sind meine persönlichen Vorurteile. Mann ist und bleibt für mich der fähige Psychologe.
    Vielleicht muss ich mein Urteil noch mal korrigeren und der gealterte Mann erkennt vieles besser als der Jugendliche. Mag ja sein… Lang ists her.

    P.S.: Noch einmal unmissverständlich klar zu machen, die Sozialismusfrage stellt sich heute natürlich anders als Anno 1968 oder 1919. In dem Punkt stimmen wir beide absolut überein.

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  6. Genau diese Frage bzgl. des Sozialismus werde ich diskutieren. Der Vortrag, den Sie verlinken, ist ziemlich gut – allerdings bis auf den letzten Satz, der völlig unhistorisch und verblendet ist. Auch dazu werde ich im nächsten Teil etwas sagen, da es meiner Auffassung nach zur Gesamtargumentation Kesslers gehört.

    Ich wüßte nicht, wo die Diskussionen im Zauberberg Nietzschesch oder Schopenhauersch sind. Das was dort dargestellt wird, ist im Gegenteil schon deshalb ganz anderer Natur, weil es Dialoge sind. Nietzsche und Schopenhauer führen mit sich keine kontroversen Dialoge. Auch den Themen nach sehe ich nicht, wo diese beiden Philosophen in den Hauptthemen der Diskussionen auftauchen würden. Eben weil es keine abstrakte Philosophie ist, sondern Probleme des Zeigteistes behandelt, sind diese Diskussionen in ihrer Zeit hochmodern. Und diese ganze IDeenphilosophie hat mich ohnehin noch nie interessiert, alles blutleer usw. Aber ich will das gar nicht weiter diskutieren. Es sind ohnehin nur subjektive Einschätzungen, die jeder hat, wie er mag.

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