Oswald Spengler und Harry Graf Kessler – eine Haßliebe

Was wäre dem Verstande oder gar dem Herzen nach betrüblicher: eine Zeit, in der die großen Geister fehlen oder eine Zeit, in welcher sie sich verfehlen?

Harry Graf Kessler beispielsweise hätte sollen Oswald Spengler kennenlernen, wenn man die kunsthistorischen Betrachtungen im zweiten und dritten Band seines Tagebuches recht genau und mit einiger Einfühlungsgabe liest. Man wird zahlreicher Spenglerismen, inhaltlicher, zuweilen gar sprachlicher Art gewahr. Nun, er hat ihn auch getroffen, aber erst 30 Jahre nach seiner Beschäftigung mit gotischer Plastik und der Malerei der Renaissance in Italien. Doch als sie zusammentreffen, kommt etwas ganz anderes zutage: tiefe Abneigung!

Konnte das allein an jenem für Kessler Zuspätgekommenen liegen? Schließlich saß der Student aus Blankenburg zur Zeit als Kessler die französischen Dome studiert und sich in den oberitalienischen Kirchen und Klöstern herumtreibt noch in den Hallenser Hörsälen. Und die Menschenalter können sich zuweilen verfehlen. Nein, es war etwas anderes. Zum einen, aber nebensächlich und etwas oberflächlich, Kesslers Abneigung gegen allzu beleibte Menschen. In seiner vollendeten Form vielleicht ausgeführt in jener Polemik gegen Erzberger, den er 1919 im parlamentarisch umgedeuteten Weimarer Theater sah und sich hernach nicht nur über den Mondhintern, sondern vor allem die Lügenhaftigkeit dieses Mannes ausläßt. Und wie Sie wissen, war Spengler mit dem Erfolg seines Untergangs des Abendlandes aufgegangen wie ein Hefekloß. In Kesslers Worten: Ein dicker Pfaffe mit einem fetten Kinn und brutalem Mund.

Nein, Kessler verabscheut, wie er 1927 zu seinem Besuch in Weimar und dem Nietzsche-Archiv, also bei der Frau Förster, notiert, „seine politischen Kampfmethoden und seine geistige Überheblichkeit“. Den „Untergang des Abendlandes“ hat er – alles weist darauf hin – nicht gelesen. Also insofern ein typischer Fall von Spengleritis aus Unkenntnis, wie sie sich noch heute gern so ausschließlich an den politischen Schriften Spenglers bildet. Dann allerdings meist Spengler-Eifer, der dann ebenso absurd ist. Wobei ich fast zweifle, daß Kessler überhaupt diese las. Aber Sie werden gleich sehen, daß das wenig zur Sache tut. Denn nach dem Vortrag Spenglers, dem der Graf Kessler dann doch auf Bitten der Herrin des Archivs, Frau Försters, beiwohnt, wird er sehr konkret. Die Kritik, die er übt, ist ein psychologisches Paradebeispiel für eine geistige Empörung gegen sich selbst. Was ich damit meine? Das werden Sie gleich verstehen.

Er zitiert Spengler: In England hätten die Philosophen über den Staat nie nachgedacht, „weil England kein Staat sei“, was nach Kessler angesichts des Leviathan eine drollig falsche Behauptung darstelle.

Nun, wenn Sie Spengler und sein Denken kennen, dann ist Ihnen die Verwechslung natürlich sofort klar, aber wir wollen doch etwas tiefer bohren.

Spengler hielt bereits 1924 einen Vortrag im Nietzsche-Archiv zum 80. Geburtstag Nietzsches (Titel: Nietzsche und sein Jahrhundert), der im Nachhinein zu Papier gebracht wurde. Gehalten hat er ihn nach einem kleinen Zettel, auf dem eine Reihe von Stichpunkten notiert waren, von dem wir in „Reden und Aufsätze“, das nach seinem Tod erschien, ein Faksimile erhalten haben. Man darf also davon ausgehen, daß Spengler auch 1927 einen freien Vortrag hielt und also in vielen Details recht allgemein und eben in seinem typischen Stil und Duktus sprach (Frau Förster-Nietzsche bestätigt die Ähnlichkeit der Vorträge von 1927 und ’24). Auch wenn es sich also um einen anderen Vortrag handelt, so dürften die Ansichten Spenglers sich nicht übermäßig gewandelt haben, insbesondere bzgl. der allgemeinen Auffassungen und Gefühlslagen, die wir uns genauer ansehen wollen. Die einzige Stelle in jenem früheren Vortrag, in der es im ausformulierten Text um englische Politik geht, paßt recht genau auf die Kritik Kesslers. Sie lautet wie folgt:

Aus dem Klassizismus einer vornehmen Gesellschaft ist die englische Demokratie hervorgegangen, eine überlegene Taktik, kein doktrinäres Programm, Sie beruht auf langen und tiefen Erfahrungen einer Schicht, die es gewohnt war, mit dem Wirklichen und Möglichen zu rechnen und umzugehen, und die deshalb nie in die Gefahr kam, sich gemein zu machen statt leutselig zu sein.

Der Zufall, nein, der Witz will es nun, daß gerade diese Beobachtung in Kesslers Tagebuch allzuoft ebenfalls auftaucht. Verzeihen Sie, wenn ich es nicht ohne weiteres heraussuchen kann. Aber jeder Kessler-Leser der frühen Tagebücher kennt diese Stellen, an denen Kessler bemerkt, wie den Deutschen diese Selbstverständlichkeit der Gesellschaft höherer Kreise zuweilen abgeht, wo der Engländer, auch der Franzose, wie Fische im Wasser spielen und daß dies an einer jahrhundertelangen Kultur liegt, die der Deutsche erst in den letzten Jahrzehnten sich habe mühsam entwickeln und erproben müssen.

Für Spengler-Kenner ist nun selbstverständlich, daß dabei freilich ein Satz wie: „weil England kein Staat ist“ oder, daß englische Denker über den Staat nie nachgedacht hätten, gefallen sein mag, daß dergleichen allerdings nichts als eine typisch Spenglersche und nicht sonderlich außergewöhnliche Pointierung dieser Tatsache eben keines konstruierten, sondern praktisch gehandhabten Staates war, die Kessler ganz offensichtlich hier, fast furienartig aus dem Zusammenhang reißen mußte. Ja, reißen mußte. Denn, meine Damen und Herren, es kommt noch dicker… und damit psychologisch immer interessanter.

Ich habe mir zum Spaß den Vortrag nämlich noch einmal (nach meiner ersten Lektüre 2013), vorgenommen und war baß erstaunt, was hier alles Erwähnung findet – und zwar im Angesicht meiner jüngsten Kessler-Tagebuch-Lektüre. Halten Sie sich fest, verehrtes Publikum!

Nicht nur, daß ähnliche Bemerkungen, wie die obige ganz konkret auf die Deutschen bezogen vorkommen, sondern eine ganze Reihe anderer Gedanken, die Kessler am Tag des Vortrags das „Abgedroschenste, Trivialste Zeug“ nennt, die aber allesamt mit viel Einfühlungsvermögen sein eigenes, freilich 30 Jahre zurückliegendes Tagebuch versammelt. Nochmals: Ja, es ist ein anderer Vortrag, aber die Überschneidungen im Denken und Fühlen dieser beiden Männer, die mir schon immer klar waren, werden gerade hier, wo die Abneigung Kesslers so außerordentlich wird, geradezu augenscheinlich. So etwa als er das erste Mal in Weimar das Nietzsche-Archiv besucht, seine Beobachtung des Kontrastes zwischen dem Haus am Frauenplan, das dem Genie Goethes ein Haus des Lebens gewesen sei und dagegen diese abseits der Stadt stehende Herberge des geistig Umnachteten. Bei Spengler heißt es:

An Stelle des freundlichen Goetheshauses am Frauenplan das kleine freudlose Haus in Sils-Maria, die Einsamkeit der Berge, die Einsamkeit des Meeres [übrigens auch ein tiefempfundenes Motiv bei allen Seereisen Kesslers] und zuletzt das einsame Erlöschen in Turin

Zufall? 1899 entwickelt Kessler am Übergang der spätromanischen zur gotischen Malerei und Plastik die Anschauung, daß man gegen die Tatsachengeschichtsschreibung eine solche der psychologischen Entwicklungen stellen müsse. Er füllt Seite um Seite mit diesen psychologischen Betrachtungen der Symbol- und Seelenentwicklung als er Oberitalien durchreist. Spengler erklärt 1924 im Bezug auf die Neuerung der historischen Betrachtung durch Nietzsche:

„Aus der Geschichtsbeschreibung war Geschichtspsychologie geworden.“

Sie bemerken leicht, daß sich hier zu viel überschneidet, als daß eine derart rigorose Ablehnung Kesslers wirkliche in der Differenz im Denken und Fühlen begründet gewesen sein kann. Im Gegenteil, wo so viel Gemeinsamkeit ist und doch ein solcher Ekel, scheinen andere Momente verantwortlich zu sein, persönliche, um präziser zu werden. Und hier ahnen Sie vielleicht, wenn es nicht mittlerweile völlige Verleugnung des eigenen Ich bei Kessler war, was ihm so aufstieß. Denn wenn Spengler nun – und zwar in einiger Revision seiner sonst nicht derart einfühlsamen Äußerungen zu Nietzsche – ihn als mehr als nur den Lieferanten der Fragen seines Untergangs anerkennt (von Goethe die Methode), sondern an mancher Stelle ihn zum ersten tiefblickenden Erschauer seiner eigenen, späteren Geschichtsphilosophie erhebt, dann wird vielleicht auch Kessler aufgegangen sein, daß seine damaligen Ideen, zu denen Spengler gar dieselben Begriffe verwendet, nicht seine eigenen waren, sondern wiederaufgerufene Vorstellungswelten Nietzsches, welche er damals keineswegs mit Nietzsche in Verbindung brachte. Wenngleich das Kessler für sich nicht betrübt haben könnte, so doch sehr, wenn es jemand äußert, dessen Stil und vor allem Offenlegungen auf jenes Gebiet spielten, auf dem doch Kessler selbst wenigstens mitherrschen und nicht recht teilen wollte. Man weiß ja, wie eitel er reagierte, als in der Widmung des Rosenkavaliers nicht der richtige Begriff im Zusammenhang mit seinem Namen fällt.

Man könnte auch sagen: All das mußte flach sein, weil er, Kessler, das alles bereits erkannt hatte. Das ist eine Mischung aus: Wie kannst du es wagen, meine Ideen, eingeschlossen in einem nichtveröffentlichten Tagebuch (und er kannte es sehr gut, hat immer wieder nachgeschlagen und verbessert), die doch also meine Ideen sind, hier auszusprechen, in einem Stil, der mir mehr nimmt als gibt! Und: Es kann das nur letztlich unverstandener Zufall sein, denn ich habe es selbst tief gefühlt – und wie will dieser?

Auch die Gelehrtenkritik Nietzsches, die Spengler in keiner Schrift und sicher auch keinem Vortrag ausließ, ist Kessler allzu nah. Er selbst witzelt über die Professorengehirne, welche die Künstler und Kunstwerke in ihrem Rationalisierungswahn nicht verstünden und liebt dagegen fast Spenglersches Schwelgen in der Harmonie und dem Seeleneindruck von Farbwirkungen. Freilich, davon kann er nichts wissen, da er den Untergang des Abendlandes nicht kennt, und er war – gleichviel – immerhin früher.

Und dann noch jenes. Etwas, das Spengler selbst als eine Irrung in Nietzsches Denken erkennt: Daß Nietzsche als Romantiker im Gegensatz zu Goethe nämlich (ein tiefer Satz, der meine Ausführungen hier bestätigt): auch Napoleon nicht ertragen [hätte], Nietzsche liebte gerade Menschen diesen Schlages [Gewaltmenschen] nur aus der Ferne. In der Nähe – Bismarck – ertrug er sie nicht.

Wie ertappt mag sich Kessler bei solchen oder ähnlichen Gedanken gefühlt haben: Auch er konnte die Gemeinsamkeiten zwischen Nietzsche und Spengler, die allzu deutlich sind, nicht übersehen. Der Dogmatismus des „So ist es“ gegen das vermittelnde „So soll es sein“, ein ewiges Thema Spenglers, das doch auch bei Nietzsche fröhliche Urstände gefeiert hatte, mußte gerade dem Nietzscheaner Kessler Unbehagen verursachen, so in die Gegenwart gezogen, von einem Nietzsche-Priester, wie er abfällig, weil den Großen verähnlicht vor sich sehend, bemerkt.

Dabei war nun gerade die Verbindung mit dem Nietzsche-Archiv doch die erste ehrliche Annäherung Spenglers, der alles andere als priesterliche Beweihräucherung im Sinn hatte, vielmehr Nietzsche erstmals seine volle Achtung aussprach. Aber für Kessler war Nietzsche ein Ideal, Spengler jedoch real. Er, Kessler, wollte doch Nietzsche am allerbesten verstanden haben, nicht der fettleibige Untergangsprophet, der sich erdreistete so gleichartig zu sprechen! Und so konnte Kessler (als in Spenglers Definition: Romantiker!) noch viel weniger ertragen, daß der eine fern, also verehrbar, der andere, Spengler, aber nah und damit Konkurrent war. Je mehr der Mensch irgendetwas auf sich hält, desto eher wird er zum Widerspruch besonders dort gereizt, wo er seine eigene Expertise herausgefordert fühlt. Ebendies haben wir hier vor uns.

Ein anderes, sehr ähnliches Beispiel, zeigt sich darin, wie Kessler, als er bemerkt, wie sehr Nietzsches Willensvorstellungen dem Offizierskasino entsprängen (eine gewagte, aber interessante Beobachtung), nur wenige Tage nach seiner eigenen Erkenntnis recht hochnäsig vermerkt, daß er habe festellen müssen, daß sein Gesprächspartner davon noch nie gehört habe.

Gerade aber im Spenglerschen Falle hat es etwas Komisches, dem beizuwohnen, denn vom alternden Kessler hätte man etwas mehr Beherrschung erwartet, mehr Überlegenheit, gesellschaftliches Gewährenlassen. Aber er haut eben auch oft genug auf die Pauken seiner Verachtung – einmal, wenn ihn etwas abstößt, noch mehr aber, wenn das Abstoßende am Ende ihm selbst so nahe ist, daß er Distanz konstruieren muß, um seine Selbstachtung nicht zu verlieren.

Thomas Mann übrigens verzichtet seinerseits 1919 auf die Einladung Katjas zu einem Vortrage Kesslers in München. Der Unpolitische will den Pazifisten nicht hören (zu dieser Verwechslung des Pazifismus mein vorletzter Beitrag). Andererseits wohnt Mann ebenfalls einem Vortrag Spenglers bei, den er in einer Münchner Buchhandlung um dieselbe Zeit hält. Thomas Mann hatte den Untergang gelesen und war vorerst begeistert. Er ist es auch, der Spengler als Preisträger des Nietzsche-Archivs vorschlägt und gegen allgemeine Widerstände durchsetzt. Über den Vortrag, wenn ich mich recht entsinne, urteilte er jedoch nicht besonders wohlwollend.

Man darf also zu Kesslers Verteidigung eine vielleicht nicht sonderliche Begabung Spenglers zum Vortrag in Anschlag bringen, obwohl er ja als Lehrer sehr mitreißend gewesen sein soll, wenn auch nur kurz und wenigstens zwanzig Jahre früher. Aber ich muß wohl kaum betonen, daß es mir nicht um Verkennung oder Fehleinschätzung der Großen untereinander geht, sondern schlicht um die interessanten Gemeinsamkeiten, die sich hier ergeben haben, schließe aber dennoch mit jenem auch einmal notwendigen Urteil über Kessler:

Denn nochmals erinnere man sich an Hofmannsthal (d.h. die Rosenkavalier-Affaire), gegen den er schon beim ersten Zusammentreffen bereits deutliche Abneigung verspürt – zu recht, wenn man seiner Darstellung glauben darf. Es gilt aber schlicht einer Tatsache gewahr zu werden, die uns das Tagebuch freilich nie offenbart, daß nämlich selbst der gesellschaftlich fein gebildete Kessler, der zwar entgegen anderslautender Behauptungen viel von seinem intimsten Inneren preisgibt, der aber eben auch seine menschlichen Schwächen hatte – die er dann bei aller sonstigen Feinfühligkeit doch nicht reflektiert. Aber es ist auch das nur Menschlich, Allzumenschlich!

*

2 Gedanken zu “Oswald Spengler und Harry Graf Kessler – eine Haßliebe

  1. Dr. Caligari

    Hallo,

    danke für diesen Text. Er führt in ein Kapitel der Geistesgeschichte ein, das mir unbekannt war.
    Das Phänomen selbst, dass einen eigenen Gedanken aus fremden Mund sehr unangenehm sein können, sowie dass man das, was man selbst mit 14 oder 20 geglaubt oder gedacht hat, im Alter heftig bekämpft, ist mir beides bekannt.
    Ich sehe es als positiv an, als Zeichen, dass ich irgendwie doch gewachsen bin und meine Urteile schärfen und verbessern konnte.

    Mglw. rührt die Differenz ja auch nicht vom Inhalt, sondern vom Stallgeruch her. Ein eher „pazifistischer“ Autor gegen einen Untergangspropheten. Quasi Linksliberal bis -konservativ gegen einen eher konservativen Denker.
    Das selbe Spielchen haben wir doch auch heute noch, oder?

    Gruß

    Caligari.

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  2. Ich stimme Ihrer Beobachtung zum Altern und Verwerfen von Gedanken durchaus zu, obwohl ich dergl. an mir nur selten beobachte, allerdings glaube ich, daß es sich hier um etwas anderes handelt. Kessler korrigiert zwar zuweilen späterhin Aussagen in seinem Tagebuch, jedoch bezieht sich das nicht auf die großen Linien, sondern zumeist kunsthistorische Interpretationen.

    Mit Stallgeruch treffen Sie die Sache aus meiner Sicht besser, und doch haben wir es hier meiner Auffassung nach nicht mit einer politischen – wie Sie im Vergleich zu heute rückprojizieren –, sondern mit einer Stilfrage zu tun, die allerdings für Kessler nicht weniger fundamental ist. Es ist kein Zufall, daß er, statt die politischen Anschauungen Spenglers abzulehnen, vielmehr – wie das obige Zitat zeigt – seine „politischen Kampfmethoden“ verachtet. Und die Methode ist etwas sehr verschiedenes vom Inhalt. Politisch ist der Spenglersche preußische Sozialismus sogar etwas, das auch in der Gedankenwelt Kesslers immer wieder auftaucht.

    Wie es nun die Verflechtung der Dinge will, betrachtet Spengler in seinem Vortrag ebendiese Differenz, die auch zwischen ihm und Kessler sich auftut, nämlich jene zwischen der englischen und der deutschen Politik, die letztlich jene zwischen der aristokratischen (Kessler) und der bürgerlichen (Spengler) ist. Hinzu tritt dann noch das vielleicht nicht einmal bürgerliche, sondern straßenagitatorische Herausplatzen mit den ungeschönten Tatsachen bei Spengler, unverblümt und rücksichtslos, ohne „Takt“, ohne Verbrämung, ohne Täuschung. Das kommt dem in der Hocharistokratie und ihrer Politik großgewordenen Kessler natürlich äußerst proletarisch und ordinär vor. Und für diesen Geruch ist die Kesslersche Nase in der Tat nicht gemacht.

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