VLOG . Das Bauhaus . Entstehung eines extremistischen und unmenschlichen Architektur-Stils

 

Inhalt:

1. Zunächst ein kleiner Appetithappen auf die konkretere Beschäftigung mit zwei Bauwerken, die neuerdings eng nebeneinander in Weimar zu finden sind: eines aus dem Nationalsozialismus und eines aus der Gegenwart, nämlich das Gauforum und das neue Bauhausmuseum, eine klassische anmutende Architektur, eine abstrakte. Um diese Differenz werden wir uns später genauer kümmern, zunächst aber die Frage der Besonderheit des Bauhausstils theoretisch ergründen.

Bauhaus Museum und Gauforum.JPG
Das neue Bauhaus-Museum und ein Flügel des Gauforums in Weimar

2. Obwohl das Bauhaus als kultischer Architekturstil (siehe Kultur und Ingenium) keine ausgezeichnete Stellung innerhalb der Abwechslung der Baustile einnimmt (dazu meine Vorstellung dieses Wechselverhältnisses der Architekturstile in einem früheren Video), insofern alle kultischen Stile (Romanik, Renaissance, Klassizismus) wenig Ornament aufweisen, die ingenen hingegen stark ornamentiert sind (Gotik, Barock, Historismus), stellt sich doch eine Besonderheit insofern heraus als das Bauhaus im Gegensatz zu allen anderen kultischen Architekturstilen des Abendlandes nicht nur weitgehend, sondern gänzlich auf Ornament verzichtet. Wie kommt das?

3. Erinnern Sie sich an mein erstes Video, in welchem wir uns um die moderne Malerei gekümmert haben. Dort hatten wir erkannt, daß jede Malerei grundsätzlich aus Figuren und Mustern besteht, aus abgebildeten dreidimensionalen Objekten also, denen eine Textur aufgeprägt wird. Die moderne Malerei hingegen, so hatten wir nach einem Hinweis durch Sedlmayr erkannt, enthält nun keine Figuren mehr (Unfigürlichkeit). Wir hatten daraus geschlossen, daß es sich also numehr nur noch um Muster handelt. Das ist die abstrakte Malerei.

4. Ein ganz analoges Phänomen haben wir nun ebenfalls in der Architektur des 20. Jahrhunderts vor uns. Hier sind die beiden Grundelemente des Bauens einmal der elementar-geometrische Grundkörper und einmal das auf ihn aufgebrachte Ornament. Was macht damit nun das Bauhaus? Wie die moderne Malerei verzichtet sie auf eines der beiden für diese Kunst konstituierenden Elemente, nämlich das Ornament. Es bleibt nur der Grundquader des Gebäudes übrig. Dieser Totalverzicht kann als Extremismus in der Architektur bezeichnet werden.

5. Ein zweites wichtiges Phänomen ist dasjenige der Vereinzelung der Kunstformen. Denn das Figürliche, das aus der modernen Malerei verbannt wurde, existiert freilich noch. Nämlich in der Plastik (z.B. Koons). Diese Plastik wiederum kennt aber keine Oberflächenstruktur, keine Muster. Das gilt für alle geglättete moderne Plastik, aber auch für die ungenau gearbeitete, die also eine zufällige, unebene, unfertige Oberfläche aufweist, die freilich keine konkrete Oberflächenbehandllung darstellt, wie sie Feinheiten des Faltenwurfs, von Stoffllichkeit und Haut-Anmutung in der klassischen Plastik zeigen. Während Plastik und Malerei spätestens seit der Renaissance darum streiten, wer die Realität umfassender abbildet, also ein Wettstreit um das Gesamtkunstwerk stattfindet (die Malerei als Darstellung von Körpern und die Plastik, die malerische Qualitäten der Stoff- und Hautdarstellung erreicht hat), so trennen sich diese Künste nun auf („ingene Spreizung“). Die Malerei verzichtet auf die Darstellung des Körperlichen, so wie die Plastik auf die Darstellungen des Musterhaften verzichtet.

6. In der Architektur bedeutet das Analogon folgendes: Während das Bauhaus sich einerseits auf die Darstellung elementar-geometrischer Grundkörper beschränkt, gibt es ja eine zweite Art moderner Architektur, nämlich die der Freiform-Baukörper, etwa die Oper in Sydney oder das Guggenheim-Museum. Diese sind nichts anderes als rein ornamentale Baukörper, denn in Sydney sind es abstrahierte Muscheln, im Falle des Guggenheimmuseum sind es gewissermaßen die Evoluten eines ionischen Kapitells, welche auf die Seite gelegt und ausgezogen sind, sodaß wir es hier mit nichts anderem als dem zum Baukörper vergrößerten hochdimensionalen Ornament zu tun haben. Auch hier also trennt sich die Baukunst auf: erstens in den reinen elementar-geometrischen Baukörper und andererseits in den rein ornamentalen Baukörper.

7. Wir sehen hieran, das scheinbar Neue in diesen Kunstauffassungen, sowohl in der Malerei als auch in der Architektur, ist nichts Hinzukommendes, sondern ein Weglassen, nämlich das Weglassen von einem der beiden konstituierenden Teile der fraglichen Kunst (Figur in der modernen Malerei, Muster in der modernen Plastik, Ornament beim Bauhaus und Elementargeometrie in der Freiform-Architektur).

8. Dieser Drang zur Einseitigkeit kommt nun nicht von irgenwo, sondern ist die Folge der totalen Vollendung der Kunst im 19. Jh. So kann auf den Drang zum Realismus im 20. Jh. keine Überbietung mehr stattfinden. (Wobei zu fragen ist, ob das die rechte Forderung ist, da wenigstens in der Plastik auch auf die Renaissance nur wenig aufgetürmt werden konnte, es waren vielmehr die Themen und die Sinngebung der Werke, die sich über die Jahrhunderte wandelten, woran auch die etwas naive, spätingene Überbietungssucht im Offensichtlichen deutlich wird.)

9. Um also noch etwas Neues schaffen zu können, muß nun zurück gegangen werden, also eine Loslösung von bisher geltenden Voraussetzungen vollzogen werden. Damit müssen Selbstverständlichkeiten, wie die menschlichen Proportionen geleugnet werden. Z. B. die deformierte menschliche Gestalt bei LeCorbusier, oder die ausschließiche Fokussierung auf Funktionalität (form follows function), statt ebenfalls das Ästhetische einfließen zu lassen, was das zweite menschliche Bedürfnis bei der Herstellung aller Güter, nicht nur der Architektur, sondern auch von Werkzeugen usw. darstellt.

10. Durch dieses Umdefinieren der alten Grundlagen, die notwendig widernatürlich sein müssen (da 1000 Jahre Menschheitsgeschichte z.B. die menschlichen Proportionen selbstverständlich nicht falsch dargestelt haben, sondern mehrheitlich richtig), muß alle geschichtliche Entwicklung nun verneint werden. Das führt zu jenem störrischen, pubertären Widerspruchsgeist der Moderne, der Idiosynkrasie, die sich nirgends einbinden will, in das, was bereits Bestand hat, sondern radikal alles umwerfen und nach den erfundenen, unnatürliuchen Grundlagen erneuern will.

11. Das ist besonders schön sichtbar an der Frage des Einbettungswillens neuer Gebäude in umgebende Architektur. Nun kommen wir also zum Beispiel des Gauforums. Hier finden wir nämlich dergleichen Anpassungsbereitschaft noch. Und das, obwohl die Nationalsozialisten alles andere als bekannt dafür sind, sich für die alte Architektur besonders eingesetzt zu haben. Nicht nur wollte man halb Berlin abreißen, um die Welthauptstadt Germania errichten zu können, auch die Frankfurter Altstadt war, wie die Kasseler Fachwerkbauten, bereits in den 30er-Jahren zum Abriß freigegeben. Ausgeführt hat es dann der Bombenkrieg. Der Bombenkrieg, den Hitler gar positiv aufnahm, weil man später die Städte nicht selbst planieren brauche, wenn man das neue Deutschland schaffe. Das ist dieselbe Irrwitzigkeit, der nach dem Krieg die Bauhäusler anhingen, welche die deutschen Städte so wunderschön plangebombt vorfanden, und nun mit ihrer abstrakten Architektur vollpflastern konnten.

12. Nun also zum Gauforum: Zunächst ensprechen Höhe der Gebäude des Gauforums und Dachform ganz dem Weimarer Standard der Stadthäuser.

Gauforum von der Innenstadt aus.JPG
Größenverhältnisse der Gauforumsbauten und der Innenstadtgebäude

Beispielhaft die praktisch identische Grundform der Falk-Grundschule von 1870, die man hier zwischen dem Neuen Musuem (roter Sandstein) und dem linken, rot geputzten Flügel des Gauforums sieht): flaches Walmdach und drei hohe Geschosse.

Falk-Schule.JPG
Die Falk-Schule von 1871 (gelb) hinter dem Neuen Museum (roter Sandstein) als identischer Baukörper mit den 1937 entstandenen Gauforums-Verwaltungsgebäuden.

Das 1869 erbaute Neue Museum kommt durch die recht großzügige Dimensionierung des Gauforums den neuen Bauten nun deutlich zu nahe. Um diese unschöne architektonische Kollision aufzuheben, ist dieser Bau nun mit einigen recht geschickten gestalterischen Maßnahmen kurzerhand, statt als Fremdkörper zu nahe zu stehen, in das Gauforum eingegliedert worden. Das geschieht erstens durch die Übernahme der Rundbogen der Museumsfassade durch das Verwaltungsgebäude (rechts) in einem durchgehenden Arkadengang, der sich sonst an keinem anderen der Gebäude des Gauforums findet. Außerdem ist eine bauliche Verbindung durch eben diese durchgehenden Arkaden geschaffen, welche wie eine Art Aquädukt nun auch an das Museum heranreichen.

13. Die zweite, noch witzigere Maßnahme aber finden wir auf der gegenüberliegenden Seite des Gauforums. Dort sehen wir nämlich einen scheinbar unmotiviert abknickenden Gebäudeflügel, der nicht nur anders ornamentiert ist als das restliche Gauforum, sondern auch eine andere Putzfarbe trägt, nämlich rot. Und wenn wir nun beide Photos gegenüberstellen, so wird sehr schnell klar, was das ist: Es handelt sich um die architektonische Spiegelung des Neuen Museums in abstrakter Form, nämlich in der Formensprache des Gauforums, auf der gegenüberliegenden Seite der Anlage. Dadurch ist dieser andersartige Bau komplett in das Gauforum integriert.

IMG_4189 Spiegelbild klein.JPG
Gegenüberstellung beider Flügel des Gauforums mit dem abstrakt durch einen abgewinkelten, rot geputzten Flügel gespiegelten und damit architektonisch integrierten Neuen Museums.

14. Hinzu kommt, daß dieser Winkel zusammen mit anderen Seitenflügeln auf der Rückseite des Forums einen differenzierten Straßenzug erscheinen läßt, statt eine uninteressante, gleichförmige, lange Fassade, sodaß hier eine Spiegelung der gegenüberliegenden Innenstadt vollzogen ist, und also beidseitig der Eindruck natürlicher Straßenzüge erreicht wird.

Straßenzug Gauforum.JPG
Imitierter Straßenzug an der Rückseite des Gauforums zur Innenstadt hin. Rechts sind allerdings nicht die alten Innenstadthäuser sichtbar, sondern u.a. schwach gestaltete, moderne Fassaden.

15. Dagegen kontrastiert nun der in alle Richtungen als Fremdkörper erscheinende Bauhaus-Klotz des neuen Bauhaus-Museums.

BauhausMuseum.JPG
Neues Bauhaus-Museum. Links das Gärnterhäuschen des angrenzenden Parks, rechts das angeschnittene Gauforum.

Dieser Baukörper spuckt seiner Umgebung in jeder Hinsicht ins Gesicht. Von Einbettung in eine Umgebung keine Spur. Das ist exakt die Idiosynkrasie, die aus der Verachtung aller althergebrachten Grundlagen des Bauens rühren muß, die, wie wir gesehen haben, in dem Drang zum Andersseinwollen durch diese Bauauffassung entsteht.

16. Wir wollen uns nun fragen, ob dieses Bild nicht nur einen hingeworfenen Klotz darstellt, sondern, wie man bei Freihandformen in der Architektur gern sagt, ein Ufo gelandet ist. So merkwürdig, wie die Frage klingt, so aufschlußreich ist sie in Hinsicht der psychosozialen Interpretation des Bauhauses:

Im Science-Fiction-Franchise Star Trek (also Raumschiff Enterprise) gab es in den 90er Jahren, nachdem die Serie zuvor eher eine fortschrittlich-optimistische Grundstimmung vertrat, eine Wandel. Als Reaktion auf neuere Serien (etwa Babylon 5) wurde nun eine dunkle Bedrohung eingeführt. Die Drehbuchautoren erfanden eine Spezies, die Humanoide darstellen, welche jedoch durch Schaltkreisimplantate, die ihnen als Nano-Infusionen verabreicht werden, zu halben Androiden geraten. Diese halb maschinellen, gefühlslosen, fremdgesteuerten Wesen, die als Drohnen in einem Kollektiv leben, stellen die neue dunkle Bedrohung dar. Für diese Spezies mußte nun ein Raumschiff gestaltet werden. Das Ergebnis, mit dem die Designer hervortraten, ist erstaunlich. Denn es handelt sich eben nicht um ein stromlinienförmiges Objekt, das an ein Raumschiff erinnert, sondern einen Kubus.

17. Und das ist nun absolut folgerichtig, obgleich man einen solchen Entwurf zunächst für gänzlich lächerlich halten müßte. Aber diese dystopische Gesellschaft der kollektivierten Drohnen, die nichts als ab und zu eine Aufladung ihrer Akkus benötigen, braucht nichts anderes als diese „Hasenställe“, um eingepfercht werden zu können. Wozu Schönheit, wozu Lebensqualität für gefühlslose Drohnen? Der Kubus, die seelenloseste, funktionalste Architektur für diese Drohnen ist der abstrakte, nichtssagende Kubus. Ja, das ist ganz dem Ansinnen der Bauhäusler nach hochfunktional, und deshalb für Drohnen ideal, für Menschen aber eine Dystopie.

18. Die Kugel, welche als effektivste Umbauung von Raum eigentlich noch funktionaler wäre, war übrigens bereits durch Star Wars vergeben, nämlich den Todesstern. Im Todesstern leben denn auch konsequent eine ganz ähnliche Form von Menschen, nämlich nie sichtbare, weil in weiße Schutzanzüge gekleidete Soldaten des Imperiums, die Stormtroopers. Auch diesen ist jede Menschlichkeit genommen, sie agieren im Grunde ebenfalls wie Drohnen.

Und wann wurde nun erstmals ein Kugelhaus gebaut, also die Entsprechung in der Architektur? In den 1920er Jahren. Durchsetzen konnte sich diese Bauform freilich nicht, da sie statisch ungünstig und bei geraden Wänden und kleinem Durchmesser auch rauminhaltlich ineffektiv ist. Im voraufgehenden kultischen Architekturstil übrigens, dem Klassizismus, hat man erstmals ein Kugelhaus entworfen, das Grabmal Newtons (von Boullée), das ich fälschlich als dasjenige Napoleon bezeichne, das jedoch nie ausgeführt wurde. Noch kugeliger, da nicht nur an eine Kuppel erinnernd: das Gärtnerhaus von Ledoux.

19. Bei diesen Entwürfen geschieht nichts anderes als eine sehr richtig gefühlte Gemeinsamkeit von abstrakten, schmucklosen Baukörpern und unmenschlichen, dystopischen Gesellschaften. Und das genau repräsentiert die Bauhaus-Architektur: Unmenschlichkeit und Herabwürdigung des Individualismus durch Ausmerzung aller Differenzierung, durch Lagerhallen-Architektur, durch Hasenstall-Abfertigung von Menschen. Man muß, um für diese unmenschliche Abstraktion der Architektur Sympathie zu empfinden, einen totalen Widerspruchsgeist gegen wesentliche menschliche Grundempfindungen entwickeln. Das ist der psychisch-soziale Hintergrund des Bauhauses.

Ihr Kollegiengeld bitte ich Sie hier zu entrichten.

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8 Gedanken zu “VLOG . Das Bauhaus . Entstehung eines extremistischen und unmenschlichen Architektur-Stils

  1. Lieber Herr Wangenheim,

     

    recht herzlichen Dank für diesen Beitrag!

    Obwohl mir eher simplizistische, klare Gebäude gut gefallen, und somit das Bauhaus doch auch eine gewisse Attraktivität für mich hat, haben sie doch absolut recht mit dem, was sie Idiosynkrasie nennen. Ein Terminus, der hier m.E. zutreffen übertragen wurde.

     

    Andererseits gibt es in den Baushausbüchern auch sehr gute Dinge zu lesen zum Thema Balance, etwa Kandinskys Punkt und Linie zu Fläche.

    Auch Itten beschäftigt sich eingehend mit Kontrast und Balance.

     

    ABER: Die Bauhäusler und ihre NAchfolger denken über Balance und Kontrast nur innerhab ihrer Sicht auf die Welt nach, nicht aber in VERBINDUNG mit der bestehenden Welt.

    Insofern ist dieses Nichteinfügen des Bauhaus-Museums keine Überraschung.

     

    Mir persönlich gefällt wie gesagt eine klare Linie.

    Sie haben hier die Aussenperspektive eingenommen.

    Haben Sie auch einmal der Perspektive wohnender Mensch, aus der Innenperspektive solcher Gebäude und ihrer Bauhausmöblierung, darüber nachgedacht?

    Nicht in allen, aber den meisten Möbelstücken ist man festgelegt, auf genau eine Art und Weise zu sitzen, liegen etc. (Alpha Sessel, Sessel D 4, Wassily Sessel B3, Sessel LC 2, und ganz besonders in der berühmten Liege LC 4.) Ganz ähnlich das Empfinden beim Sich-umher-bewegen in den Wohnungen – beengt, geführt. (War drinnen hier z.B. Werkbundsiedlung am Weißenhof in Stuttgart, oder Gropius Ringsiedlung Siemensstadt, Corbusierhaus Berlin.) 

    Das sind die Gebäude für das "Volk."

    Man kann die Räume nicht anders möblieren als der Nachbar, ein 3-Sitzersofa findet nur einen vernünftigen Platz. Detto für Eßtisch etc. In Bad uind Kücher wird man von unsichtbarer Hand immer wieder auf die selben Pfade geführt, zu den selben Armbewegungen genötigt.

     

    Ganz anders die Bauten für die Oberen: Lemkehaus in Berlin, Villa Tugendhat Brno, Barcelona Pavilion sieht von den Plänen auch lebbar aus.

    Aber wer auch Frank Lloyd Wrights Fallingwater je von innen gesehen hat, erkennt dennoch einen Unterschied.

     

    Also aus diesen Erfahrung heraus habe ich mir schon vor vielen Jahren das Urteil gebildet: Bauhaus war eine totalitäre Ideologie. Marxistisch wie Grüne heute.

     

    Daher nochmals DANKE, daß Sie es von der Aussensicht bestätigen, die mir noch nie so krass aufgefallen war, und den hochinteressanten Verbindungen zu Star Wars etc.

     

    Letzte Bemerkung: Die präzise Handhabuing der Sprache der im Bauhaus Tätiggewesenen oder geschulten Leute ist jedoch beeindruckend, exemplarisch nenne ich 

    Handbuch der Farbe: Systematik, Ästhetik, Praxis

    von Hans Gekeler

     

     

     

    Einen schönen Abend noch, ich werde jetzt einem Battisti Erinnerungskonzert in der Villa Ada lauschen.

     

    Christian Breuninger

     

     

     

     

    Sent: Sunday, June 30, 2019 at 4:24 PM

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  2. Friedrich Georg

    Sehr geehrter Herr Wangenheim,
    in Ihrem Videobeitrag erwähnen Sie zu Beginn, dass eines der beiden Gebäude aus einer menschenverachtenden Diktatur stammt und das andere aus dem besten Deutschland, dass wir je hatten.
    Auch wenn es vermutlich offensichtlich sein sollte, welche Epoche Sie jeweils meinen, so ist es mir doch nicht ganz eindeutig, vorallem da ich Ihren Kanal und Blog noch nicht sehr lange verfolge und dementsprechend Ihre Weltanschauung noch nicht sehr gut kenne.
    Da es mich wundern würde, wenn Sie als Kritiker der Aufklärung und der Moderne – als solchen habe ich Sie bisher verstanden – das aktuelle Deutschland als das beste Deutschland, was wir je hatten, bezeichnen, habe ich die Sorge, dass sie stattdessen die Zeit des Nationalsozialismus als das beste Deutschland, was wir je hatten, bezeichnen (wenngleich sie auch Kritik an dieser Zeit äußern).
    Was Ihre Kritik an moderner Architektur betrifft, stimme ich Ihnen voll und ganz zu.
    Ich wäre dankbar für eine Beantwortung meiner Frage, auch wenn die Antwort vermutlich offensichtlich ist.
    Mit besten Grüßen
    Friedrich Georg

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  3. Ich habe hier schlicht, weil es so schön paßt, das gegenwärtige Urteilsvokabular verwendet, d.h. die menschenverachtende Diktatur ist der Nationalsozialismus, das beste Deutschland aller Zeiten (deshalb grinse ich ja dabei so offensichtlich) ist die Gegenwart. Daß ich den NS nicht als das beste Deutschland aller Zeiten betrachte, sollte doch klar sein.

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  4. Die Raumkonzeption ist natürlich eine noch ganz andere Frage. Aber ich verspüre wenig Drang, mich mit den innerarchitektonischen Details eines Stils zu befassen, der schon am Außen so grandios scheitert.

    Sie sind in Rom? Gute Wahl : )

    Liken

  5. Ja, Rom. Caput Mundi.
    Ein Refugee aus Deutschland, sozusagen.
    Habe anfänglich die Worte Rifugiato & Rifiuti verwechselt.
    Habe mich aber als letzteres gefühlt, am Ende, in diesem kranken Land, das ich nie wieder zu betreten gedenke… Daher wohl die Verwechslung. 😉

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  6. Friedrich Georg

    Sie haben natürlich recht, das sollte offensichtlich sein. Im Übrigen wäre ich ohne hin irritiert, wenn ein Mann von Ihrer Bildung und Kultiviertheit ein Anhänger des Nationalsozialismus wäre.

    Ein weiteres Beispiel zu dem von Ihnen erwähnten Thema findet sich am Campus der Folkwang Universität in Essen-Werden. Dort wurde an den Innenhof des sehr schönen ehemaligen Klosters (aus der Barockzeit, wenn ich mich nicht täusche) ein unpassendes Bauhaus Gebäude gebaut (zumindest glaube ich, dass es sich hierbei um Bauhaus handelt).

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  7. Rico Kiel

    Ihrem Beitrag ist wieder vollauf zuzustimmen geehrter Herr Wangenheim.
    Doch denke ich, daß ein wesentlicher Aspekt des Bauhaus auch in der industriellen Revolution – als deren Apologeten sich bauhäusleriche Profangeometer gern selbst bezeichnen – zu suchen ist.
    Industrielle Massenfertigung erwirkt zwangsgenormte Automation und ist wiederum Ergebnis der monopolökonomischen Kapitalstruktur. Dieser Prozess wirkt mittlerweile global und ganz danach schaut auch heute „Architektur“ aus. Interessanterweise sind in Kommunismus wie Kapitalismus die selben Un-Strukturen zu bestaunen.
    Was einerseits an der Zwangskollektivierung von Menschenmassen liegt, wie andererseits an der Zwangsökonomisierung von Massenmenschen.
    Bei beiden Massensynonymen ist eine unnatürlich symmetrische Rechenregel die Basis und streitet irrational gegen eine zwar Fraktale (i. A. an Schwaller de Lubicz) aber geschwungen unregelmäßig -unberechenbare- Naturkonstante. (Sie merken; ihre letzten zwei Beiträge sind gleichsam grandiose Bestätigung ihres jetzigen)
    Diese irreale Misere erwirkt sich aus der psychotischen Geisteshaltung fehl laufender Wissenschaften („Supersymmetrie“) und Religionen (Monolatrie) und wandelt schnurstracks Richtung Gleichschaltung (Klimawahn).

    Hierbei ist es also völlig unwesentlich ob man ein Glas- oder Betonkleid irgendwie verwunden um einen Stahlwürfel zieht, denn die Automation – und somit determinierte Autistik dieser sog. „Architektur“ von Massenfabrikation – bleibt die selbe.
    Die Substanz bleibt kalt und ist trotz gewollter Zerklüftung ungekonnt brutal. Menschenmassen und Massenmenschen die sich veranlasst sehen in solch Kubusbauten zu hausen werden zwanghaft zu Automaten ihrer eigenen Architektur. Ein Blick nach Tokio genügt.
    Darin abgeschachtelt kann man nur gehetzt zur gleichsam automatisierten Arbeit flüchten. Denn wer will auch schon auf Hitze abstrahlenden Betongrund sein Frühstück und Abendbrot inhalieren? In sofern treffen Sie ins Schwarze mit Ihrer Assoziation fiktionaler „Borgbauten“, die als kantige Betonkisten mit Schießscharten heute völlig überteuert in mitten von quadratischen Granitgärten in jeder Vorstadt als gelandetes Brutalufo abgestellt werden.
    Wie Zweckbauten für Termiten, handelt es sich hier in Wahrheit um Hohlhüllen für domestizierte Troglodythen die dem Schuld- resp. Arbeitsprozess zur Verfügung stehen sollen..

    Selbst beim permanent sich verändernden Karosseriekleid der Automobilbranche stecken die gleichen Normteile unter einem Obsoleszenz bedingten hauchdünnen Blechkleid. Diese Industrielle Massenfertigung genormter Bauteile hat in der gesamten Baustoffindustrie regelrechte Stielblüten getrieben, weshalb auch eine High End Küche für 30k von einer Discounterküche für 2k kaum merklich unterscheidbar ist.
    Beides erinnert an eine Möblierung aus der Pathologie und wird von den selben Pressspankombinaten am Fließband ausgeworfen die den degenerierten Ramschmarkt mit Bauhausplatten bedienen.
    Ich besitze eine Sammlung von Möbelprospekten der letzten 10 Jahre zur persönlichen Erheiterung. Darin sind „Wohnwelten“ a’la Bauhaus enthalten die mit Totenblumen aus Plastik geschmückt sind um den Verkauf anzukurbeln… Kein Witz! So was erwerben in aller Regel nur Zombis.

    Die Automation frisst also ihre Automaten wie Darwins permanente Revolution ihre Kinder und lässt keinerlei individuelle Gestaltung mehr zu, noch kann sie jemand bezahlbar anwenden.
    Gotische Sandsteinarchitektur war gestern, genauso wie handwerklich verzierte Fachwerk- und Steinbauornamentik.
    Der Niedergang ist hausgemacht und die Wüste wächst auch im kranken Weimar….
    Drum bleiben Sie ja schön gesund.

    Gefällt 1 Person

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