VLOG . Korrelation & Kausalität einmal anders: Die Mächtigkeit der Korrelation

https://www.youtube.com/watch?v=T9jjJCtaKkQ

Heute geht es um die Frage, worin der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität liegt, wenn man über den Punkt der bloßen Abwertung der Korrelation hinaus gelangt ist.

1. Die Korrelation ist das parallele Einhergehen von zwei Größen in Abhängigkeit (mindestens) einer Variablen. Dies kann Zufall sein, insofern mindestens eine dritte Größe, die in die Beobachtung nicht eingeschlossen ist, wirkt und die Korrelation sofort aufheben würde, wenn diese unbekannte Variable sich anders verhält.

2. Bedingungen für eine Kausalität sind, daß die Korrelation unter möglichst vielen verschiedenen Umgebungsbedigungen mit einem Korrelationsgrad von 1,0 – also immer/überall – wiederkehrt.

3. Die Kausalität ist also lediglich eine sehr scharfe Korrelation (ein Spezialfall derselben). Unter diesen scharfen Bedingungen verabreden wir uns, das Phänomen eine Kausalität zu nennen. Denn freilich können nie alle Umgebungsbedigungen variiert werden, sofern man sie noch gar nicht kennt.

4. Eine Kausalität tatsächlich zu prüfen, ist unmöglich (Da müssen Sie Gott anrufen; Es gibt keine Öffnung an dieser Black-box). Es gibt kein sicheres Kriterium, das uns die Kausalität beweisen würde. Sobald ein Gegenbeispiel erbracht werden kann, ist die Kausalität nie wahr gewesen. Wir können nur Korrelationen beobachten.

5. Kausalitäten im eigentlichen Sinne kann es schon deshalb nicht geben, da dann kein technischer, wissenschaftlicher Fortschritt mehr möglich wäre. Denn das wäre gleichbedeutend mit totaler Erkenntnis.

6. Hier besteht kein kategorischer Unterschied, sondern lediglich ein gradueller.

7. Unmöglichkeit in der Soziologie, Psychologie, Geschichtsphilosophie einen Korrelationsgrad von 1,0 zu erlangen. Das kann nur unter sehr primitiven Fragestellungen geschehen. Siehe dazu unsere Betrachtung zur Vorhersehbarkeit der Zukunft als hochkomplexe Frage. Außerdem die Unmglichkeit hier andere als die gerade herrschenden soziologischen Umstände zu simulieren. Die Bedigung „unter möglichst vielen verschiedenen Umgebungsbedingungen“ ist nicht erfüllbar.

8. In allen soziologischen, psychologischen, politischen, historischen oder sozialen Fragen ist es sinnlos Kausalitäten zu verlangen. Hier gibt es keine Kausalitäten.

9. Beispiel, an dem sichtbar wird, wie wenig Sinn die Abwehrhaltung gegen die Korrelation hat: Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen.

10. Die Befürworter der Geschwindigkeitbegrenzung fordern eine Abhängigkeit der Todeszahlen von der maximalen Geschwindigkeit und lehnen deshalb eine bloße Korrelation der Todeszahlen pro gefahrenem Kilometer im internationalen Vergleich aller Länder ab: Es könnte ja sein, daß die Straßen überall anders ausgebaut sind.

11. Gerade das aber ist der Grund für die verhältnismäßige Sicherheit deutscher Straßen, auf denen aber freie Geschwindigkeitwahl herrscht. Die Ausbaustufe der Straße muß an diese Freiheit angepaßt werden und ist deshalb besonders hochwertig.

12. Die fragliche Variable, die in der vorliegenden Korrelation also tatsächlich nicht bedacht ist, muß auch gar nicht bedacht werden. Die Korrelation schließt dieses Phänomen Ausbaustufe der Straße mit ein.

13. Eine Geschwindigkeitbegrenzung rechtertigt den hohen Grad des Straßenausbaus nicht mehr, womit die Straßen unsicherer werden und die Todeszahl nicht sinkt, sondern sich an die anderer Staaten anpaßt, womöglich also sogar steigt.

14. Dies die allgemeine Vorstellung, man könne einen Wert, eine Größe in der Gesellschaft verändern und erhalte dann die Veränderung genau einer anderen Variable und alle übrigen blieben gleich – als seien es physikalische Zusammenhänge in Laborexperimenten – ist absurd. Das ist die falsche Vorstellung des social engineering. Die Realität zeigt dagegen: Wer eine Variable ändert, der ändert tausend andere. Und diese vielfältige Abhängigkeit bildet die Korrelation so gut ab.

15. Es ist also nicht die Kausalität, die Sie fordern müssen, sondern eine gute Korrelation. Und die besteht darin, daß sie weltweit gilt (oder für den Fall einer zeitlichen Abhängigkeit: über möglichst große Zeiträume). Denn dann sind immer alle Varianten sozialer, klimatischer, ethnischer und geografischer Bedingungen abgedeckt. Gleichzeitig ist natürlich ein möglichst hoher Korrelationsgrad zu fordern. Diese Fragen überschneiden sich, da es für eine umfassendere Vielfalt von Umgebungsbedingungen immer seltener wird, daß ein hoher Korrelationsgrad erhalten bleibt. Aber exakt dann zeigt es eine stabile Beeinflussung der betrachteten Größen untereinander.

16. Da die Kausalität also lebensweltlich nahezu bedeutungslos ist, sollte immer der gute Korrelationszusammenhang gefordert werden, nicht die Kausalität, die lebensweltlich (soziologisch) ohnehin im strengen Sinne nicht nachweisbar ist.

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Ein Gedanke zu “VLOG . Korrelation & Kausalität einmal anders: Die Mächtigkeit der Korrelation

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