Der Sommer und sein Anzug

[Die Photographieren wurden entfernt]

„Wangenheim, Sie tragen ja gar keinen Anzug!“ – Nein, es ist Sommer. Und bei aller Liebe zu Ehrenmännern wie Thomas Mann und Harry Graf Kessler, die auch bei hochsommerlicher Glut den Anzug nicht ablegten – Kessler trug gar im Juli noch dunkle Dreiteiler – muß doch ein kleinstes Maß an Temperaturökonomie erlaubt sein, meine Herren!

Brendel Carl Alexander Markt vor gotischer Kathedrale
Achten Sie ausnahmsweise nicht auf die Kunst (ein herrlicher Brendel), sondern auf meine Garderobe: Seersucker-Jackett weiß-blau gestreift, blau-weiß gestreiftes Hemd mit weißem Kragen und weißen Manschetten, hellblaue Paisley-Krawatte.

Früher, ja früher ließ ich mir die hellen Krawatten und Doppelmanschetten auch im Sommer nicht nehmen… Das ist natürlich gelogen. Aber so weit es eben ging. Freilich schult das den gelassenen Gang des Flaneurs. Man bewegt sich in etwa einer Galapagos-Schildkröte gleich. Aber das ständige, wenn auch bei französischen Manschetten recht leichte Aufkrempeln der Ärmel und das Aufbinden der Krawatte – besser der Fliege, die auch geöffnet noch einen Hauch von entsicherter Formalität genießt – ennuyiert doch auf Dauer. Und ganz ehrlich, was soll der Klimbim, wenn man ihn nachher ohnehin zur Etappe schickt!

Kurz: An kühlen Sommertagen und im sonnigen Frühling oder Herbste immer mit Tendenz zum geschniegelten Steifkragen, doch wenn’s Wetter brät, darf man auch auf der sparsamen Seite zum Liegen kommen.

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leichte Hose eines Dreiteilers (Wolle), Rauleder-Tassel-Loafers und Glattledergürtel (der W. ist des Teufels… oder Sparfuchs)

Freilich bestimmt immer die Lage die Aufstellung, aber wer nicht nur im Liegestuhl oder Strandkorb haucht, wie mein Namensvetter, der kann schon ab 20 °C und Sonnenschein keine Krawatte mehr tragen, sondern muß mindestens den obersten, den Philosophenknopf am Hemdskragen öffnen.

Sie kennen die Wangenheimsche Regel zur Öffnung der Hemdsknöpfe doch hoffentlich? Der Philosoph öffnet den obersten Hemdknopf, der Lebemann die obersten zwei, der Trottel drei. – Jede Regel hat natürlich einen Grund: Beim Öffnen des dritten erscheint das Unterhemd. Und bevor Sie jetzt auf die Idee kommen, das gelte für Sie nicht, da Sie kein Unterhemd tragen… reißen Sie sich gefälligst am Riemen!

Aber zurück zum eigentlichen Problem: Wenn wir alle Akkuratesse fahren lassen, sehen wir dann nicht aus wie Schlumperjahn im Wald- und Wiesenrock? Kurze Antwort: Nein.
Auch auf wärmeren Reisen, da Sie nicht ständig von einem kühlen Schloß zur nächsten bitterkalten Kirche springen, sind nur wenige Details vonnöten, um die Aufmachung eines gestandenen Herrn nicht in die Jagdgründe sprengen zu lassen.

Örstens (wie der Jenenser sagt): Die Hose ist eine Tuchhose, z.B. von einem Anzug. Und damit haben Sie schon kaum noch Raum Fehler zu machen (ganz sicher geht man mit einer Bundfaltenhose). Wenn Sie dann noch, zwotens, darauf achten, daß Ihr Hemd auch luftig wedelt und nicht an der Haut klebt (sog. Schlimm-Fit), drittens ein zu den Schuhen passender Gürtel (oder Hosenträger mit entsprechender Schlingenfarbe) dabei ist, dann dürfte der Begriff formidabel schon recht gut treffen.

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Auf der Schwarzburg bei hochsommerlichen Temperaturen in Polo-Hosen, Kurzarmhemd und Loafern

Übrigens können Sie auch kurze Hosen tragen. Freilich, irgendwelche sich besonders stilecht glaubende Möchtegern-Dandys werden die Nase rümpfen. Aber solang es sich um eine Hose mit Bundfalte handelt, dürfen Sie immer zugreifen. Selbst kurze Baumwollhosen, wie die einschlägigen Polohosen in recht knappem Schnitt, geben mit brauner Loafer-Gürtel-Kombination und einem wie oben beschriebenen Hemd einen passablen Auftritt. Von schwarzen oder geschlossenen Schuhen sollte man dabei allerdings die Finger lassen. Die bringen immer die Leichtigkeit völlig aus dem Gleichgewicht: Kurze Hose nur mit kurzen Schuhen, d.i. Loafern, Segel- oder Bastschuhen u.ä.

Daß auch kurzärmlige Hemden in der Ordnung sind, sehen Sie am Beweisbild oben. Möchte wissen, was die einschlägigen Abkühlungs-Neider eigentlich zu kurzärmligen Sakkos gesagt hätten, wie man sie gelegentlich in den 30ern trug? Obwohl das wirklich absurd ist. Gegen ein kurzes Hemd jedenfalls ist nichts einzuwenden. Voraussetzung ist freilich wie bei der Hose, daß es sich im übrigen um einen klassischen Schnitt, mit klassischem Kragen usw. handelt. Daß hier allerdings nur zu sehr hellen Farben zu greifen ist, versteht sich. Das Sachlichste ist und bleibt weiß.

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Loafers von Barker und Antonio Maurizi

Dann sollte in jeder vernünftigen Garderobenauswahl ein Paar Loafers vorhanden sein, sodaß Sie die Leichtigkeit Ihrer Absichten – schließlich sind Sie auf Reisen… Wie? Sie reisen gar nicht? Wozu gehen Sie sonst aus dem Haus, bitte?

Jedenfalls verhält es sich mit Loafern und Derbys wie mit Limousinen: Der Kombi zeigt den Hektiker, die Limousine den Genießer an. Oder waren die Loafers doch den Sportwagenfahrern vorbehalten (den Untermenschen unter den Zivilierten) und Limousinenfahrer mußten auch im Hochsommer Oxfords tragen? Details, meine Herren, Details, für die hier keine Zeit bleibt.

Sollte die Sonne brachial niederbrechen, möchten Sie noch einen Panamahut oder eine Kreissäge zur Hand haben, d.h. auf dem Stock. Ja, auf dem Stock. Sie kennen doch die Biedermeiergemälde. Richtig! Der Hut auf dem Knauf des Stocks ist der Sonnenschirm des Mannes: Schatten, aber keine Stauwärme. Zugegeben, der Zylinder hält besser (auch die gab es vor 200 Jahren aus Stroh).

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Mein Hut, mein Stock, mein EK I.

Auf die Idee mit dem fliegenden Hut hätte man auch selbst kommen können, aber die gute alte Zeit hat’s uns mal wieder vorgemacht. Meistens kann man dumm wie Stroh sein. Macht man’s so, wie jeher, ist die Sache schon nicht gänzlich falsch.

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Wanderung bei Naumburg mit Knickerbockers (nach Wangenheimscher Art gekrempelt)

Womit dann auch das Stichwort für die bessere Alternative zu kurzen Hosen gegeben ist. Denn viel lustiger sind natürlich Knickerbockers. Übrigens können Sie jede weite Bundfaltenhose (hat Ihr langweiliger Onkel noch aus den 90ern im Schrank hängen) zu Knickerbockers machen, indem Sie einfach die Hose nach innen krempeln. Im Zweifel festigen Sie das ganze mit einer Sicherheitsnadel. Der Vorteil zum klassischen Kniebund: Es gibt noch Luftaustausch unter dem Oberschenkel. Und wenn es ganz warm wird, können Sie die Kniestrümpfe herunterschieben (aber lassen Sie sich damit nicht sehen).

Selbst für die Anzug-im-Sommer-Fotografie oben gilt: Auch Thomas Mann hat freilich den Anzug nur bei Übergangtemperaturen getragen, so wie Kessler auf Mallorca. Nur ist Kessler bei arg zu drückendem Wetter einfach nicht vor die Tür gegangen. Thomas Mann – Sie wissen es – seit den „Betrachtungen“ kein echter Konservativer mehr, griff zu Kurzarmhemden, Polo-Shirts und Chino-Hosen, während Kessler im Zweifel zu hause blieb, wie sich das für einen Mann der höheren Gesellschaft aus mitteldeutschen Verhältnissen schickte.

So reiste man auch nicht zu jeder erdenklichen Zeit, sondern begab sich lediglich im Frühling und Herbst auf größere Anstrengungen.

Nun ist es freilich eine Untugend gerade aus meiner Feder die Anleitung zum erträglichen Übertreten der Gesetze zu geben. Aber meine Reislust beschränkt sich nicht auf gewisse Jahreszeiten und ich kann zugleich nicht völlig sanatoriumsgleich den Tag in der Ferne auf dem Liegestuhl verbringen. Meine Garderobe muß also auch den Spaziergang, das Wandern vertragen – und ich es darin. Ihnen geht’s freilich auch so, wie sonst wären Sie bis hierher gelangt? – und also können wir uns, da die Quälgeister bereits vertieben, auf einen Lebemann-Sommer-Auftritt einigen, der unsre Ästhetenaugen nicht unbotmäßig beleidigt und manchmal sogar hoch erfreut.

Auf zum Sommerausflug, meine Herren!

 

*

 

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14 Gedanken zu “Der Sommer und sein Anzug

  1. W. v. Graeffendorff

    Sehr geehrter Herr Wangenheim,
    Auf zur noch mehr Enthusiasmus à la Fontane, Herr Wangenheim!

    Der Fürst Heinrich Stein, hier herrscht mit einiger Verzögerung nun Klarkeit. Geehrt wurde hier Heinrich XXVII. Fürst Reuß jüngere Linie, Graf und Herr zu Plauen, Herr zu Greiz, Kranichfeld, Gera, Schleiz und Lobenstein… Chef á la suite des Magdeburger Jäger-Bataillon Nr. 4, seiner Zeit in Naumburg stationiert. Er wird gern ‚Pinz Heinrich Stein‘ genannt, um damit den Bruder der letzten Kaisers zu gedenken, der zuletzt populärer war als der Kaiser selbst. Der sog. Napoleonstein ist etwas südlicher, entlang des Höhenzuges auf einen künstlichen kleinen Hügel ursprünglich von Pappeln (eine steht wohl noch) gesäumt. Wie Sie sehen war es die Zeit die noch nicht Wert auf (Deutsche) Eichen legte, sondern Pappeln bevorzugte. Was ja bekanntlich eher dem Duktus der Zeit um 1815 entsprach. Der Fürst Blücher Stein – so die historisch korrekte Bezeichnung – ist heute sehr überwuchert und dem flüchtigen Wanderer wohl eher verborgen. Wenn Sie beim nächsten Mal dem alten Verlauf der Via Regia folgen, rate ich zum zum Aufsuchen auch dieses Steines. Denn den Freunden des Naturschutzes ist es zu verdanken, dass beide Gedenksteine noch auf uns gekommen sind, und nicht – wie so viele Andere – im Nachkriegssturm nach 1945 vollständig zerstört wurden. Und noch ein kleiner Tip für Sie als Liebhaber: wenn Sie von der heutigen B87 kommen und links Richtigung Fränkenau einbiegen, kommt nach wenigen 100 m Links ein Folly von Archaischer Schönheit. Ich warte auf ein Foto von Ihnen und im Hintergrund das Gebäude. Frage mich schon welchen Dreiteiler Sie hier anlegen.
    Nun jetzt ein paar Fragen und Wike zum Sommer und seiner Garderobe. Die Einlassungen zur Wahl des Stoffes sind sehr gering ausgefallen. Die vielen Arten von Haibseiden, Barrege werden kaum gewürdigt. Auch werden geschlossene Halbsandalen nicht bewertet. Sind Hemden mit Wechselkragen denkbar? Nicht von einem Tag auf dem Anderen. Aber doch vom Vormittag auf dem Nachmittag? Was denken Sie?

    Mit freundlichen Grüßen
    Wolf von Graeffendorff

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  2. Sehr geehrter Herr v. Graeffendorff,

    nun bin ich, was die Steine angeht, völlig verwirrt, werde mir aber bei sich bietender Gelegenheit noch einmal ein Bild vor Ort verschaffen.

    Die Wahl des Stoffes ist mit Grund nur angerissen. Ich halte sie auch für weit überbewertet. Leinen/Seide-Kombinationen beispielsweise sind meist deutlich schwerer und dicker gewebt als ein feiner Wollstoff. Meine sommerlich angenehmsten Anzüge sind daher Wollware. Dennoch werden Sie immer wieder lesen, daß Leinen/Seide die Sommerstoffe schlechthin seien. Dabei empfinde ich auch sehr offen gewebte, bald durchsichtige Leinenstoffe eher als warm und trage sie deshalb bevorzugt in der Übergangszeit.

    Wie sich allerdings die verscheidenen Webarten auswirken, das kann ich mangels Erfahrung und Angaben auf den Etiketten leider nicht beurteilen. Ich glaube jedoch, daß die Webart das letztlich Entscheidende sein wird, nicht der verwendete Stoff. Vermutlich sind gewisse Feinheiten beim Weben nur mit Wolle möglich.

    Deutlich wichtiger ist meiner Erfahrung nach, daß gerade die Hosen nicht zu eng sitzen, sondern der Wind etwas spielen kann und die Hosenbeine italienische Kürze bekommen (Loafers sind dann unbedingt zu empfehlen).

    Was meinen Sie mit geschlossene Halbsandalen?

    Wenn der Kragen des Hemdes nicht geschlossen wird, verschmutzt er praktisch nicht. Da man im Sommer den Kragen offen trägt, dürfte das also kein Problem sein.

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  3. Anja

    Guten Morgen, Herr Wangenheim,

    vielen Dank für die ausführlichen Dokumentationen, die Sie per Verknüpfung zur Verfügung gestellt haben!

    Mit Recht wird darin festgestellt, daß in keinem anderen Land die Denkmäler alter Zeiten so verwahrlosen bzw. zerstört werden wie in unserem. Traurig, aber wahr!

    Herzliche Grüße!

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  4. W. v. Graeffendorff

    Sehr geehrter Herr Wangenheim, es gibt diesen Sommer sicher allen Grund sich aus modisch ästhetischen Erwägungen gerade hier von den Promenaden und Plätzen der Bäderorte auf Rügen zurückzuziehen. Was ich dann auch getan habe. In der Tat ist gut sich von seinen Stoffhändler bzw. Schneider seines Vertrauens beraten zu lassen. Ich gebe bei Sommerstoffen den portugiesischen oder italienischen Schneidern den Vorzug. Hinsichtlich des Schuhwerks gibt es in eleganten Passformen ansprechende italienische Modelle mit dezenten Durchbrechungen, welche jedoch eine solche Geschlossenheit aufweisen, dass sie zum Nachmittagsanzug tragbar. Auch möchte ich Ihnen empfehlen noch mehr Herrenmodejournale des 1. Drittels des 20. Jh. zu studieren. Einen Thomas Mann oder Harry Graf Kessler als Beleg für den eigenen Modegeschmack heranzuziehen, ist für mich in diesen Zeiten keine Option. Im modisch ästhetische Sinne im Gegenstrom zu sein Zeit zu leben erfordert mehr als auf ‚Stilikonen‘ zu sehen. Ich bin dankbar das man bei aller Wertschätzung der Goethezeit um 1900 nicht auch in Schwarzen Schnallenschuhen, gelben Kniebundhosen und blauen Überröcken rumstolziert ist, sei den auf Maskenbällen die es ja reichlich gab. Aber nicht für das Tägliche. Mit freundlichen Grüßen Wolf von Graeffendorff

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  5. Ich kenne Flechtschuhe und durchlöcherte, aber mit Durchbrechungen, das habe ich noch nicht gesehen, zumindest nicht bei Herrenschuhen.

    Die beiden „Ikonen“ habe ich eigentlich für den entgegengesetzten Zweck herangezogen, um z.B. zu zeigen, daß die oft als stillos gebranntmarkten Kurzarmhemden offenbar so stillos nicht sein können. Zugegeben, Kessler kann man nur für die Illustration der reinen Lehre gebrauchen. Und wie Sie wissen, hat Goethe von allzu farbiger Garderobe auch nicht viel gehalten.

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  6. W. v. Graeffendorff

    Sehr geehrter Herr Wangenheim, wenn Sie erstens durchaus gewillt sind die thüringischen Gefilde zu verlassen und zweitens zum Beispiel im Januar Farb- und Stoffakzente in Florenz besehen wollen, dann rate ich zum Besuch der pitti uomo. Gewiss, hier wird auch manch Geckenhaftes getragen, so wie Shakespeare im Hamlet uns herüberwirft, aber Herren wie wir im ‚Stehkragen‘ fallen wenigstens nicht so auf wie im Foyer des DNT. Im Gegenteil. Ich meine bei Santoni ‚durchbrochene‘ Schuhe in guter Konfektionsware gesehen zu haben. Mit freundlichen Grüßen W. v. Graeffendorff

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  7. Florenz ist nicht nur ein wenig zu weit für mich, es ist vor allem, Herr v. Graeffendorff, auch etwa zweiundzwanzig und einhalb Nummern zu teuer, was dort vorgestellt wird. Aber auch das, pflichte ich Ihnen gern bei, kann sehr lehrreich sein.

    Das würde mich in der Tat interessieren, wie Sandalen anzugsfähig gestaltet werden können, habe aber gewisse Zweifel, was das Gelingen angeht. Doch man weiß ja nie…

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  8. Habe Ihre Fotos erhalten. Aber das ist – vielleicht nur wegen allzu schlimmer Assoziationen – für mich keine Alternative. Dabei sind die Beispiele aus dem alten Katalog noch am ehesten vertretbar, wenn Sie mich fragen. Über jene ganz links könnte ich nachdenken, wenn es Tasselloafer wären.

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  9. W. v. Graeffendorff

    Sehr geehrter Herr Wangenheim, dass Sie die Modelle der Fünfziger Jahre des 20. Jh. am ehesten vertretbar finden, hätte ich mir wohl denken können. Dazu passt Großmamas Weisheit: ‚Wir sind zu arm, um uns das billige zu leisten“. So trage ich noch z.B. einen Anzug auf, den vor mir zwei Brüder der Großmama ein Schwager und der Großvater selbst zur Hochzeit trug. Natürlich würden kleinere Änderungen fachkundig vorgenommen. Ja, es waren die Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Aber was für ein Stoff! Auch ist nicht jedes Jahr ein neuer Anzug angebracht, wenn man sich treu bleibt, nach Großmamas Weisheit. Daher kann man auch mit Würde nach Florenz gehen. Bei Freunden wohnen und seine Milieustudien treiben: Der Sommer oder der Winder und sein Anzug. Mit freundlichen Grüßen W. v. Graeffendorff

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  10. Man könnte natürlich dazu übergehen, das Broguing statt zur Zierde wieder als Perforation auszuführen. Allerdings hält sich der Drang nach solchen Schuhen eben auch deshalb in Grenzen, da vernünftige Lederschuhe ja nicht zu warm werden. Warum sollte man also Öffnungen anbringen.

    Man könnte sagen: Die Durchbrechung wird erst nötig, als die Schuhqualität insbesondere mit Gummi und Kunststoff merklich abnimmt. Ich jedenfalls wüßte nicht, was solche offenen Schuhe mir brächten, außer Dreck und Staub in den Schuhen. Selbst auf Wanderungen bei 30 Grad schwitze ich sehr wohl am Kopf, aber nicht merklich an den Füßen (zumindest mit Loafern, die ja ohnehin bei jedem Schritt für Luftzirkulation sorgen, da man ein wenig Schlupf hat).

    Halten Sie das Erbstück in Ehren und erfreuen Sie sich an der soliden Machart. Heute unbezahlbar. Und genießen Sie Florenz!

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  11. W. v. Graeffendorff

    Sehr geehrter Herr Wangenheim, gewiss die Partien und Promenaden auf Thüringer Wegen verdienen es im Sommer mit Schuhen mit Schlupf begangen zu werden. Wenn Sie jedoch in gebirgigen Regionen, z.B. in Toblach, Gasteiner Tal oder in den Wäldern um Karlsbad/Karlo vary am Nachmittag ihre Zerstreung und Kühle suchen, ist man doch froh gutes Schuhwerk welches fest am Fuß sitzt zu haben. Die Lüftung mit eingeschlossen. Nun, bin sehr gespannt Ihre Erörterungen zu den angemessen Kopfbedeckungen in Sommergarderoben zu erfahren. Mit freundlichen Grüßen W. v. Graeffendorff

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  12. Wie Sie im Kyffhäuserbeitrag sehen, setze ich auf den Fedora-Strohhut mit schwarzem oder braunem Rispband. Da gilt es bloß auf eine ansprechende, klassische Formgebung zu achten, ähnlich der schmalen, eingeschlagenen Kronen der guten alten Feinhaar-Fedoras, die es heute nur noch zu Hyperpreisen gibt.

    Mir gefallen auch Kreissägen sehr, aber ich besitze selbst keine. Vielleicht im nächsten Jahr.

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