IQ-Vergleich zwischen Europäern, Asiaten und Aschkenasim-Juden . Auswirkungen durch Einwanderung und Sample-Wahl

Als ich zuletzt von der IQ-Verteilung berichtete und auf ein Telefongespräch Nixons mit Moynihan hinwies, in welchem die Frage der Intelligenzquotienten zwischen den Ethnien in den USA diskutiert wurde, waren Sie vielleicht ebenfalls verwundert, warum neben dem IQ der Weißen und Schwarzen auch vom IQ der Eskimos gesprochen wurde, der höher als der der Weißen liege, und worauf Nixon auch noch sagt: …which is good! — Was ist mit diesem Rätselwort gemeint?

Nun gibt es Manchen, der glaubt, daß Eskimo hier ein Codewort für Juden sei. Das ist aber nicht der Fall. 1971 kam tatsächlich eine Studie (Kleinfeld) heraus, in welcher das geradezu photographische Gedächtnis von Inuit mit einem besonderen Test ermittelt wurde, der 106 zu 100 für die Inuits vs. Whites ausging. Man führte das auf die völlig kahle Schneelandschaft zurück, in der die geringsten Merkmale erkannt und wiedererkannt werden müssen, will man sich in dieser Einöde zurechtfinden. Der verbale IQ dagegen lag bei 80. [Nachtrag: Tatsächlich ist das Bildgedächtnis bei Kindern und Affen höher entwickelt als bei Erwachsenen. Diese hohe Spreizung des Ergebnisses bei Eskimos ist also wenig verwunderlich.]

Auch wenn Juden vermutlich nicht gemeint waren, so war der Gedanke, sie könnten gemeint gewesen sein, keineswegs ganz falsch. Denn im Gegensatz zu den Inuit, die nur in einem besonderen Test der Bilderkennung besser abschnitten, liegen Juden auch in den allgemeinen IQ-Tests über den Weißen. Es geht noch weiter: Nicht einfach above the Whites, sondern above everybody. Also auch über den Asiaten. Die Liste sieht nämlich so aus:

Gruppe IQ
1. Ashkenazi-Juden 110
2. Nordost-Asiaten 105
3. Europäiden 100

Ob Juden oder Eskimos, Nixon sagt nicht umsonst, number one are the Asians and number two are the Caucasians. Er zitiert hier vermutlich schlicht Herrnstein, der namentlich Erwähnung findet. Denn jener Herrnstein war über 20 Jahre später, nämlich 1994, Co-Autor des umstrittenen, aber wissenschaftlich wasserdichten Bestsellers The Bell Curve, dessen Herausgabe er jedoch nach einer wenige Monate zuvor gestellten Krebsdiagnose nicht mehr erlebte. Der andere Autor ist der Politikwissenschaftler Charles Murray, auf den ich stieß, weil er von Milton Friedman als derjenige genannt wird, der in seinem Buch Losing Ground die Schuld der Sozialprogramme dafür darstelle, wie die Gesellschaft niedergegangen sei. Murray war es, der The Bell Curve nach dem Tode Herrnsteins gegen die zahlreichen moralinsauren Angriffe verteidigen mußte. Denn Kapitel 13 handelte von Ethnic differences in IQ.

Und da Schwarze in den Staaten seit Jahrzehnten lediglich einen IQ von konstant 85 erreichen, also 15% hinter den Weißen und 20% hinter den Asiaten liegen, ist das Buch, wie sie sich vorstellen können, eingeschlagen wie eine Bombe. Zumal daran wissenschaftlich nichts zu deuteln blieb. Deshalb war namecalling das Gebot der Stunde, wie Sie im obigen Videoausschnitt sehen.

In diesem Buch – The Bell Curve – taucht nun eine Box auf, in welcher der IQ der Juden diskutiert wird. Wie Murray in einem der Interviews sagt, kam er selbst auf die Idee, die Frage nach dem Intelligenzquotienten der Juden aufzunehmen: Stimmt die allgemeine Vorstellung, daß Juden besonders intelligent seien? Herrnstein, der selbst Jude war, stand der Aufnahme ins Buch skeptisch gegenüber, da es freilich ein unschönes Licht auf den Autor wirft, wenn er von IQ-Ergebnissen spricht, in denen seine eigene Herkunft die Spitze bildet. Murray bestand jedoch darauf. Aber offenbar verzichtete Herrnstein bereits in seinen frühen Publikationen darauf, die Juden als IQ-Gruppe in Ranglisten aufzunehmen. Daher wies also Herrnstein auch in jener Arbeit, welche Nixon zitiert, offenbar nur am Rande darauf hin.

Warum? Ich weiß nicht, welche Gründe er selbst sah, aber die Sache liegt recht offen zutage. Denn Sie sahen oben schon, es geht nicht um Juden im allgemeinen, sondern um die sogenannten Ashkenazi-Juden, also die europäischen Juden. Diese erreichen absolut beeindruckende Durchschnitts-Scores von teils über 110.

Aber das ist freilich wissenschaftlich nicht sauber. Denn diese Juden bilden für sich keine Gesellschaft mit all ihren Höhen und Niederungen. Sie sind lediglich eine ausgewählte Gruppe innerhalb einer vollständigen Gesellschaft, der europäischen. Insbesondere deshalb, weil die europäischen Juden in diese Rolle gedrängt wurden. Und die Geschichte der Juden in Europa ist auch der Ansatzpunkt dafür, zu erklären, wie es zu jenem hohen IQ kommt.

Etwa die Tatsache, daß Juden in Europa seit dem Mittelalter geradezu gezwungen waren, sich auf white-collar jobs zu begrenzen: Bankwesen und Versicherungen. Handwerktätigkeiten vielen aus. Wer unter den Juden die zugelassenen Berufe nicht meisterte, war bettelarm. Und zweifelsohne waren es vor allem die Ärmsten unter den Juden, die all die bekannten und weniger bekannten Pogrome nicht überlebten. Hier fand also eine Auswahl zu immer höheren Berufen und damit immer höherer Intelligenz statt. Zudem hatten wohlhabende Eltern bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mehr überlebende Kinder als arme. Auch andere Theorien bestehen, die oft nicht weniger einleuchtend sind.

Es handelt sich bei den Ashkenazi-Juden also gewissermaßen nur um eine Schicht innerhalb der europäischen Gesellschaft. Daß es dort zu ausgesprochen hohen Intelligenzquotienten kommen kann, ist aber nicht verwunderlich. College-Studenten in Amerika hatten vor einem Jahrzehnt einen IQ von etwa 115. Und Sie können sich vorstellen, welche Werte herauskämen, wenn wir nur Atomphysiker testen würden.

Nun möchte ich eine ganz einfache Rechnung anstellen, um den tatsächlichen IQ der Juden näherungsweise zu ermitteln. Das Ganze ist weit davon entfernt, wissenschaftlich zu sein, soll aber einen Eindruck von der Größenordnung geben. Hier berichtet Ihnen Richard Lynn, der Mann, der die Vergleichung nationaler IQ-Tests untereinander möglich gemacht hat, welche Juden es mit welchem IQ auf der Welt gibt. Nun habe ich mithilfe von Wikipedia die Bevölkerungszahlen der einzelnen Gruppen zu ermitteln versucht.

Name IQ Population
Ashkenazi 110 11.550.000
Sephardim 98 2.156.000
Mizrahim 91 2.135.770

Anhand dessen können wir nun einen gewichteten Gesamt-IQ berechnen. Freilich wirft dieser verschiedene Probanten aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Regionen zusammen und wäre nur dann vollständig gültig, wenn der IQ eine rein genetische Angelegenheit wäre. Da Schwarze in Afrika mit einem IQ von 70-75 deutlich schwächer abschneiden als Schwarze in den USA (mit 85), ist schon erwiesen, daß es sich nicht um einen rein genetischen Quotienten handelt (hierzu mein Beitrag zur Abhängigkeit des IQ vom Breitengrad). Daß jedoch dieser IQ von 85 nach anfänglichen Erfolgen im frühen 20. Jahrhundert über Jahrzehnte nicht weiter gesteigert werden konnte, obgleich die Bedingungen in den USA immer besser wurden, weißt darauf hin, daß es eine erreichbare Obergrenze des Durchschnittswertes einer genetischen Gruppe gibt, die auch mit immer besserer Schulbildung, Ernährung usf. nicht überschritten werden kann.

Kurz: Man nehme den Wert, den ich hier angebe, nicht übermäßig ernst, aber wenigstens zur Kenntnis. Der gewichtete Durchschnitt aller ethnischen Juden (die ethnnisch rein afrikanischen, äthiopischen Juden habe ich ausgeklammert) liegt bei 105.

Das ist natürlich kein so überwältigender Wert, wie ihn die Ashkenazi-Juden mit 107-112 erreichen, aber doch ein die europäische Bevölkerung deutlich übertreffender, nämlich exakt auf dem Niveau der Nordost-Asiaten, wie Sie auf der erweiterten Welt-IQ-Karte nach Lynn erkennen. Daß Singapur oder Hong-Kong dort auf Werte von 108 kommen, ist freilich ebenfalls ein Sample-Phänomen. Denn dorthin zieht es natürlich alle fähigen Asiaten, überhaupt ist der IQ in Städten vermutlich auf der ganzen Welt höher. Ähnliches können Sie innerhalb Chinas oder Europas beobachten.

Die Zahl 105 scheint also für hinreichend breitgestreute und große Samples eine Art Höchstwert darzustellen. Interessant ist nun, daß man zwischen diesen beiden Gruppen der Juden und Asiaten eine distinkte Differenz festgestellt hat. Denn innerhalb des IQ-Tests lassen sich verbale und räumliche Intelligenz unterscheiden. Asiaten haben dabei erstaunlicherweise – d.h. eben gar nicht so erstaunlich – eine deutlich erhöhte performance, d.h. räumliche Intelligenz, und niedrigere verbale. Juden dagegen erlangen eine erhöhte verbale Intelligenz, während die räumliche Intelligenz schwächer ausfällt.

Juden und Asiaten sind in Bezug auf ihre Stärken und Schwächen innerhalb der Intelligenz also gewissermaßen Gegenstücke voneinander. Asiaten – wer hätte das nicht vermutet – haben besonders hohe ingenieurstechnische Fähigkeiten, während Juden – wer hätte es nicht vermutet – besonders in Literatur und Geisteswissenschaften außergewöhnlich große Anteile an Genies gestellt haben (und freilich noch immer tun). Das ist in einer derart philologisch geschulten Religion, wie dem Judentum, nicht verwunderlich. Auch das ist ein schönes Beispiel dafür, wie gültig Vorurteile sind. Denn exakt das hätte die Mehrheit aus der Lameng heraus geraten.

*

Wo aber stehen nun die Europäer in Hinsicht auf den Gesamt-IQ?

Und hier erlaube ich mir erneut eine kleine Überschlagsrechnung vorzulegen. Denn um den IQ der Europäer zu ermitteln, müssen wir freilich aus den nationalen Intelligenzquotienten, die Sie auf all den Weltkarten sehen, die Einwanderung herausrechnen. Das tun wir mithilfe der PISA-Ergebnisse, die mit der Intelligenz recht genau korrelieren. Die Werte der PISA-Studie rechnen wir also auf einen Standardwert von 100 um und erhalten die prozentuale Leistung von Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland im Vergleich zu deutschen Schülern ohne Migratonshintergrund:

Lesen Mathematik Naturwissenschaft
88.97% 89.6% 86.34%
Durchschnittsleistungen von Schülern mit Migrationshintergrund gegenüber Schülern ohne Migrationshintergrund . PISA 2015

Zusammen ergibt das eine Leistung der Migrationshintergründler von 88.3% derjenigen der Alt-Deutschen. Haben die Alt-Deutschen einen IQ von 100, so handelt es sich für die Migrationshintergründler um einen IQ von 88. Die PIAAC-Studie, welche nicht Schüler, sondern die allgemeine Bevölkerung mißt, kommt bei der Lesekompetenz ebenso wie bei der alltags-mathematischen Kompetenz je auf einen Wert von 89%. Der Unterschied ist also marginal.

Der Anteil der Alt-Deutschen an der gegenwärtigen Bevölkerung beträgt 79%, Migrationshintergründler machen 21% aus. Gewichten wir nun, wie ein Durchschnitts-IQ von 99 (den Deutschland international einnimmt) erreicht wird, wenn 21% der Bevölkerung einen IQ von 89 vorzuweisen hat, so erhalten wir einen IQ der alt-deutschen Bevölkerung von 101,5.

Diese Karte der IQ-Verluste durch Einwanderung gibt den Wert für Deutschland mit 2,5 also tatsächlich richtig an. Dabei bleibt in der gesamten Überlegung allerdings ein Punkt unberücksichtigt: Man weiß aus Studien zur Disziplin in Schulen (Disziplin übersetzt den IQ erst in eine lebensweltliche Leistung und differiert vom IQ), daß ab einem gewissen Anteil von undisziplinierten und niederintelligenten Mitschülern auch die übriggebliebenen höherintelligenten und disziplinierten Kinder in diesen Strudel der Minderbemittlung geraten und ihr Potential nicht mehr ausnutzen (können). Der umgekehrte Prozeß der Hebung der Minderbemittelten geschieht hingegen nur im Falle sehr geringer Anteile der Schwächeren, was angesichts der heutigen ethnischen Verteilung an deutschen Schulen bereits längst nicht mehr gegeben ist. Und was für Schulen gilt, gilt freilich auch für ganze Gesellschaften. Nach unten wird immer leichter gezogen als nach oben. Welche Auswirkungen also die minderbemittelte Einwanderung auf die Alt-Deutschen (und Alt-Europäer überhaupt) hat, kann letztlich gar nicht mehr ermittelt werden. In einer rein deutschen (rein europäischen) Gesellschaft ist jedenfalls der Wert von 101,5 noch zu gering angesetzt, da hohe IQ sich gegenseitig stützen, niedere IQ die hohen aber herabziehen – und das tut die Einwanderungsgesellschaft.

Zurück zur Karte der IQ-Verluste und genauer zu den Vereinigten Staaten: Für deren IQ-Verlust ist zwar die Einwanderung des späten 20. Jh. berücksichtig, aber nicht die schwarze Bevölkerung, die einst als Sklaven kamen. Deshalb machen wir uns zum Spaß noch die Mühe, eine ähnliche Rechnung mit der US-Bevölkerung durchzuexerzieren.

Race . Rasse % of population IQ
Whites 63.7 X
Blacks 12.2 85
Asian 4.7 104
Hispanics 16.3 89
Remainder 3.1 90
Total 100 98

Wie groß ist x? x=101,8. Rechnet man hier nun noch die etwa 7 Millionen Ashkenazi-Juden in den USA heraus, die den Wert nach oben treiben, so kommen wir – man könnte glauben, jemand trickst hier – auf 101,5. Die nicht-weiße Bevölkerung zieht also den amerikanischen IQ sogar um 3,5 Punkte herab.

Sie erlauben mir bei dieser Koinzidenz von 101,5 den kleinen Gag, daß auch die Karte, welche die US-Counties nach hauptsächlicher Herkunft ihrer Bewohner einteilt und weite Gebiete der Vereinigten Staaten als herkünftlich deutsch einfärbt, nicht verwunderlich ist. Die Intelligenzquotienten sind identisch. — Jaja, das war ein Scherz. In Wahrheit sind die beiden größten ethnischen Gruppen in den USA (zumindest nach Eigenauskunft) je deutsch und englisch zu gleichen Teilen. [Mit Spengler gesprochen handelt es sich bei den Amerikanern also im wesentlichen um die Vereinigung von englischem Wikingertypus und deutschem Ordenstypus, oder wie er in Der Mensch und die Technik sagt: Wikinger des Geistes.]

Wir erhalten also als Endresultat für Deutsche und europäische Amerikaner einen IQ von 101.5, für Nordost-Asiaten (China, Korea, Japan) einen IQ von 105 und für Juden (nicht ausschließlich Ashkenazi) ebenfalls einen IQ von 105. Großbritannien, das die Normierung der internationalen IQ auf 100 darstellt (Lynn ist Brite), dürfte derweil mindestens dieselben IQ-Verluste durch Einwanderung erlitten haben, ja im Grunde noch größere als Deutschland. Großbritannien kommt also mindestens auf einen Wert von 102.5, vielleicht (das müßte man aus der heutigen Bevölkerungszusammensetzung analog der Berechnung oben nachprüfen) auf über 103. Sie sehen also, der Übergang der Europäiden zum 105er-Wert der Nordostasiaten und Juden ist fließend, wie auch Murray oben bereits anklingen ließ.

Doch bleibt freilich bei diesem Ergebnis eine recht offensichtliche Frage zu klären. Denn nach dieser Rangliste müßten die Nordost-Asiaten unsere weltumspannende Kultur errichtet haben, nicht die Europäer. Die Juden fallen wegen ihrer geringen Zahl (welche man wiederum alt- und neuhistorisch diskutieren könnte) nicht unter die Protagonisten. Nun gibt es einige Spekulationen, warum die Nordost-Asiaten nicht die erfolgreichste Kultur der Welt erschaffen haben, sondern es die Europäer waren, die das erreichten. Allerdings habe ich noch keine Bestätigung für die Aussage des Videos gefunden, daß die Standardabweichung des IQ bei Asiaten tatsächlich signifikant kleiner ist.

Ich möchte vielmehr einen Gedanken äußern, den ich bereits ohne die oben genannte Differenzierung in verbalen und räumlichen IQ bei Asiaten zur Erklärung heranzog. Nämlich das Phänomen der goldenen Mitte. Im Falle der Unterscheidung von räumlicher und verbaler Intelligenz ist es gut möglich, daß es gerade diese Ausgewogenheit der beiden Kompetenzen ist, die zu  folgenschweren Ergebnissen führt. Im Extrem ist das leicht einzusehen: Wer nur Mathematik und Dreidimensionalität beherrscht, wird ebensowenig geeignet sein, die besten Entscheidungen des Lebens zu treffen, wie jener, der ein begabter Rhetor ist, aber nicht den Hauch einer Ahnung von räumlicher Orientierung besitzt.

Und ich möchte noch weiter gehen. Auch höchste Intelligenz ist, wie wir wissen, durchaus kein Garantieschein für Erfolg im Leben. Rudimentäre Verhaltensweisen, die sich im allgemeinen mit geringerer Intelligenz verknüpfen, können ebenso ein Überlebenskriterium, d.h. ein Erfolgskriterium sein. Eine überbildete Gesellschaft ist nicht unbedingt die erfolgreichste. Aber da es sich um ein Forschungsfeld handelt, daß mit dem großen Tabu der Rassenunterschiede gepflastert ist, wird man auf eine datengestützte wissenschaftliche Antwort auf diese Fragen wohl etwas länger als üblich warten müssen.

*

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31 Gedanken zu “IQ-Vergleich zwischen Europäern, Asiaten und Aschkenasim-Juden . Auswirkungen durch Einwanderung und Sample-Wahl

  1. Leser

    Einige Überlegungen möchte ich gerne hinzufügen. Ich könnte mir vorstellen, dass der hohe IQ der Asiaten einen ähnlichen Mechanismus verrät, dem auch die Ashkenazim ihre Spitzenwerte verdanken, nämlich durch die despotischen Zwänge der europäischen Expansion dazu getrieben, mitzuspielen oder unterzugehen.

    Die Spreizung des jüdischen IQ kann uns deshalb auch eine ungefähre Vorstellung vom asiatischen IQ vor der Berührung mit der westeuropäischen Welt geben – also durchaus geringer, als jetzt, wo das Überleben jeder Nation davon abhängt. Die geschichtslose Disziplin dieser alten Rassen machte die Formenübernahme erst möglich, welche sich in dieser einseitigen Spitzenleistung offenbart. So viel zu den Asiaten, welche vom späten, d.h. reifen Abendländer lernten.

    Die Juden – Sie sagen ganz recht – als Religion der Gelehrsamkeit beherrschen das andere Extrem, wie keine andere Schicht. Zu den von Ihnen genannten Ursachen gehört demnach – spiegelsymmetrisch zum Falle des Asiaten – auch die Phasen der abendländischen Kultur, in denen das Judentum aufsteigen konnte: eben jener Zwang – auf den asiatischen Raum außenpolitisch geübt – , der den Juden von Innen ins Wollen der abendländischen Kultur spannte, in einer Phase, wo die innere Durchbildung noch nicht abgeschlossen war.

    In beiden Fällen stoßen wir jedoch auf eine merkwürdige Koinzidenz. Je homogener die genetische Gruppe, desto tiefer die Übernahme der fremden – europäischen – Formanteile. Rückschließend heißt das aber auch: die besonders ausgewogene Form des Europäers beruht auf einer partiell glücklichen Durchmischung der eurpäischen Rassen seit Zersetzung des Römertums. Die Geschichte des Abendlandes ist auch die Geschichte vielfältigster Durchdringungen – durch Kriege und Verfolgungen, Pestwellen und Hungerkrisen -, die alle schließlich trotzdem oder gerade deshalb der großen Formidee des christlichen Abendlandes eine kulturelle Einheit verliehen, wohingegen der genetische Faktor stumm verblasste. Aber mein Akzent liegt auf der Partialität dieser Wechselprozesse.

    Ich tat es vermutlich schon einmal, möchte aber erneut auf die Studie John Glads verweisen, der sich mit der Frage des hohen jüdischen IQ befasst.

    https://romancatholicworld.files.wordpress.com/2014/01/jewish-eugenics-by-john-glad.pdf

    https://www.amazon.com/Jewish-Eugenics-John-Glad/dp/0897030052

    Es grüßt Sie
    Ihr Leser

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  2. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich Sie richtig verstehe. Wirklicher Zwang wurde von der westlichen Welt gen China oder Japan nie ausgeübt, despotischer Natur schon gar nicht. Wenn Sie aber meinen, daß die weltumspannende Technik der Europäer den Nordostasiaten gewissermaßen ein Betätigungsfeld ihrer Begabung vorgelegt hat, so ist das sicher ein interessanter Gedanke.

    Ebenso interessant wäre in der Tat eine weltweite Aufstellung der Ungleichgewichte von verbalem und räumlichem IQ. Eventuell ist Disziplin ein push-Faktor für mathematische Leistungen, weniger Disziplin ein push-Faktor für verbale Leistung (auch Fantasie). Das könnte eine interessante Nord-Süd-Verteilung dieses Ungleichgewichts ergeben und würde auch mit der Tatsache übereinstimmen, daß die Juden im Grunde ja ein altorientalisches Volk sind.

    Rassenmischung hat in Mitteleuropa recht wenig stattgefunden (offenbar in Unteritalien, Südspanien und auf dem Balkan), Sie meinen sicher Unterrassen-Mischung, also Varietätenmischung. Auch da bin ich allerdings skeptisch. Kriege, Verfolgungen, Pestwellen und Hungerkrisen führen nicht zu Durchmischung. Die geringfügigen Landgewinne innerhalb Europas für die eine oder andere Seite haben nie zu besonderer Siedlungspolitik geführt. Da gibt es ein wenig Durchmischung an der deutsch-französischen Grenze und an der deutsch-russischen, außerdem innerhalb Österreich-Ungarns – das war es dann aber schon.

    Aber selbst wenn das der Fall wäre, und irgendwelche Prozesse zu einer Homogenisierung geführt haben, die jene Ausgewogenheit nach sich zog, so ist allerdings wenig glaublich, daß dergleichen die wechselvolle inner-chinesische Geschichte nicht geliefert haben soll. Daher scheint es mit eher eine Anpassungserscheinung zu sein (siehe Inuit). Und dann ist vielleicht auch die Ausgewogenheit der Europäer eine Anpassung an die landschaftliche und klimatische Vielfalt, welche einer extremen Begabung in einer Richtung keinen Vorteil verliehen hat.

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  3. Leser

    Die Wortwahl war zugegeben etwas übertrieben. Im Falle der Asiaten wollte ich sagen, dass vor der Berührung mit westeuropäischer Technik der hohe IQ wohlmöglich als Anlage vorhanden war – als Dispositiv -, wohlmöglich sogar genetisch blind gegenüber der Differenzierung zwischen räumlicher und verbaler Intelligenz und es der Zufall der Zeit war, dass gerade die räunliche Befähigung als Betätigungsfeld in Frage kam. Zufall aus Sicht des genetischen Dispositivs und Schicksal des Wann abendländischen Einflusses („Einfluss“ soll hier meinen früheren Begriff des Zwangs ersetzen!).

    Daran knüpft sich auch eine weitere Frage, die man mit Spenglers Wachsein verknüpften könnte. Nämlich wenn es durschnittliche genetische Obergrenzen gäbe, wie steht es dann mit Untergrenzen? Muss eine Hochkultur, die in geschichtslose Starre später Zivilisation übergangen, idealerweise ein Mindestmaß an Intelligenz halten? Der tatsächlich nutzbare, wache IQ, der dann noch präsent bleibt, könnte eine Art Untergrenze darstellen, womit wir mit der grandiosen Aktivierung der räumlichen Intelligenz der Asiaten einen wagen Eindruck ehemaliger und ganz eigener – aisatischer – Ausgewogenheit erhaschen, der unter dem abendländischen IQ gelegen haben müsste. Wäre er auch nur gleich gewesen, so müssten Asiaten gegenwärtig eher mit einem räumlichen IQ von 120+ dominieren. Dass sie so hoch weder punkten, noch die erfolgreichste Kultur begründeten, spricht für einen historisch niedrigeren Gesamt-IQ.

    Ich setze für diese Gedanken allerdings voraus, dass jede Hochkultur ihre ganz eigene Art der maximal erreichbaren Ausgewogenheit räumlicher und verbaler Intelligenz innehatte, bevor sie ins spätzivilisatorische Stadium überging. So etwas tilgt sich ja nicht einfach. Es hinterlässt mindestens (genetische) Spuren. Daher meine These von der (ausgewogenen) Untergrenze.

    Ja, ganz recht! Ich meinte auch Unterrassenmischung! Da fällt mir beispielsweise die Heiratspolitik des Hochadels ein – was erst einmal marginal sein mag – aber auch uneheliche Kindschaften durch Vergewaltigungen in Kriegszüge etc. Korrigieren Sie mich aber bitte, falls dieses Bild doch zu arg geprägt von den Erzählungen des Zweiten der Weltkriege ist. Phenotypisch scheinen jedoch Haar und Augenfarbe für solche partiellen Vermischungen zu sprechen. Daher meinte ich es eher umgekehrt. Der Europäer ist relativ betrachtet phenotypisch – wenn wir nur Haar- und Augenfarbe einrechnen – heterogener, als asiatische oder orientalische Rassen. Der Jude und der Asiate ähneln sich allerdings in ihren spezifischen Homogenitäten. Die Asiaten aus landschaftlicher Distanz heraus, die Juden aus religiösen Gründen. Aber die Ursachen für phenotypische Homogenität sind derweilen unerheblich, denn meine These war ja, dass genetische Homogenität nach innen vielleicht eine kulturelle Anpassungsfähigkeit nach außen begünstigt, während genetische Varietät eine expansive Veranlagung fördere.

    Sehr wohl! Auch ihren letzten Gedanken zur landschaftlichen Bedingung möchte ich zustimmen. Aber hier lag einfach ein Missverständnis vor! Ich meine gerade die (partielle) Heterogenität des Europäers. Mehr noch: eine relativ betrachtet höhere Heterogenität, als beim Asiaten – um vom Juden zu schweigen, als der homogensten und defensivsten Natur der Reihe – weshalb, um den Bogen zum Anfang zu spannen, ich einn niedrigeren durchschnittlichen IQ des Asiaten – Chinesen – seiner hochkulturellen Zeit erwarte.

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  4. Das ist wirklich ein interessante Frage, ob es eine IQ-Absenkung, einen umgekehrten Flynn-Effekt geben kann, d.h. nicht Erhöhung des IQ durch äußere Umstände (Bildung, Umgang mit Formen und Sprache), sondern Erniedrigung durch Zurücknahme dieser kulturellen Herausforderungen. Ich befasse mich im Moment mit exakt dieser Frage. Oder wenigstens mit derjenigen, wie der Flynn-Effekt, der sich ereignet hat, wieder abgebaut wird (Dysgenetics)

    Ihre nicht weniger interessante Frage ist diejenige nach dem absolut umgekehrten Effekt. Ziehen wir die Schwarzen als Beispiel heran (das einzige, das wir in dieser IQ-Breite haben), so liegt der in ihrer eigenen Kultur erbrachte IQ bei 65-75 (Afrika, siehe obige Karte). Führt man sie in eine Gesellschaft höherer IQ ein, so steigt durch Anpassung der ihrige um etwa 15 Punkte. Die Kalahari-Buschmänner, also gewissermaßen noch echte Jäger und Sammler, will sagen Schwarze ohne jegliche höhere Kultur, kommen auf 54, liegen also etwa 15 Punkte darunter. Ich denke, das ist ausgesprochen illustrativ. Nehmen wir diese Werte her, dann handelt es sich vermutlich um etwa eine Standardabweichung. Letztlich wird man allerdings eher von einem Kontinuum zwischen 55 und 105 sprechen müssen, denn der Kultur-IQ ist ja keine Nullage, sondern bereits in die Höhe gezwungenes Verhalten. Vermutlich liegt also die Untergenze bei 55. Alles darüber ist Kulturleistung geschuldet. Wobei freilich auch die 55 zu Wandmalereien und Schmuckherstellung, Sammelwissen und Jagdtechniken führt, also eine sehr einfache Kultur repräsentiert. Übrigens lese ich gerade, daß Schimpansen ein ungeheuerliches photographisches Gedächtnis haben (sodaß dasjenige der Inuit vielleicht doch weniger mit der speziellen Landschaft zu tun hat, als allgemein archaischer Natur ist)

    Sollte es sich bei dem erhöhten räumlichen IQ der Nordostasiaten tatsächlich nur um eine aktivierte Intelligenz handeln, dann liegt der ursprünglich ausgeglichene IQ mit dem Europäer gleichauf, d.h. kaum meßbar darunter (max. 1 Punkt) – das sind die Werte der verbalen Intelligenz.

    Da muß ich Ihnen und meinen Ausführungen von gestern widersprechen. Die Tatsache, daß unter Weißen eine enorme Breite an Haar- und Augenfarben auftritt, ist ja gerade kein Zeichen von Durchmischung, sondern von Separation. Vor 100 Jahren etwa war noch jeder zweite Amerikaner blauäugig. Heute ist es noch jeder fünfte. Auch Blonde sterben aus (rezitatives Merkmal). Gerade daß keine Durchmischung stattfand, hat die lokalen Anomalien bestehen lassen. Denn wie wir heute sehen, gibt es kein genügend hohes Auftreten dieser rezitativen Mutation, welche die Mischung ausgleichen könnte.

    Was Kriegszüge und auch Handlungsreisen angeht, so haben diese aus meiner Sicht nie einen genügend großen Einfluß erreicht, auch im 2. Weltkrieg nicht. Das sind Marginalien innerhalb eines Genpools, wenn Sie mich fragen. Eher schon Wanderungen, wie die der Hugenotten haben nachhaltigen Einfluß geübt. Aber das ist eines von ganz wenigen Beispielen und zudem der Einfluß einer sehr ähnlichen Variante der identischen Rasse.

    Daß Juden weniger heterogen erscheinen ist natürlich schon der Sample-Größe und ihrer ursprünglichen Verbreitung auf einem kleinen Stücken Landes geschuldet. Meine Argumentation wäre eine andere, würde aber Ihren Gedanken der Ausbreitung und Einigelung aufgreifen: Genetische Homogenität weist auf spezielle und enge Anpassung hin. Ein Standortwechsel ist also nur schwer zu ertragen. Folglich ist der Bewegungsdrang in andersgeartete Gebiete gering. Genetische Heterogenität dagegen zeigt Anpassung auf verschiedene Standorte, welche natürlich viel wahrscheinlicher irgendwann einmal in der Ferne wieder auftauchen. Hier besteht also eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß zumindest ein spezieller Teil dieser Bevölkerung woanders günstige Bedingungen vorfindet und vielleicht sogar, daß die grundlegend höhere genetische Differenzierung überhaupt eine Veranlagung zu größerer Anpassungsfähigkeit hervorbringt. Das wäre eine Erklärung für expansiven Erfolg.

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  5. Leser

    Könnten Sie den Punkt zum Kontinuum vielleicht vertiefen? Denn das scheint mir ein überaus wohltätiger Gedanke zu sein. Zum Beispiel versucht man ja länger schon in der Zwillingsforschung dem Kultureffekt genetische Grenzen entgegenzustellen, um kurzschlüsssige Rassetheorien zu unterstützen. Wenn z.B. schwarze Zwillinge getrennt aufwachsen, einmal in der Ursprungskultur und das andere Kind in einer anspruchsvollen Hochkultur, so stellt man letztlich doch eine größere genetische Ähnlichkeit fest und schließt auf unüberwindliche genetische Schranken. Allein das ist zu kurz gedacht, denn was bedeuten schon Ergebnisse aus einer einzigen Generation und dann mit solch jähen, durchaus künstlichen Versuchsaufbauten? Der Kultur-IQ scheint mir langsamer zu wachsen, dafür aber durchdringender.

    Solange die Aufnahme fremder Elemente kleingehalten und verteilt geschieht, sodaß sie auch nach mehreren Generationen in der Aufnahmekultur total eintauchen, scheint mir kein genetisches Hindernis signifikant zu stören (der Fall der Juden in Europar). Späte formlose Massenkultur kann so eine verantwortliche Kulturpolitik bloß nicht leisten, weshalb auch für die Schwarzen in Amerika gilt: wenn sie als Masse neben Massen leben, so wird der Zwang hoher Kultur niemals greifen. Man kann aber gewiss sein, dass intelligente Schwarze in einem weißen (oder kulturell weißen) Umfeld aufgewachsen sind und dies dauerhaft über Generationen. Und sollten sie auch nach mehreren Generationen auf eine Art phenotypische Rasseidentität bestehen (intrabreeding), so sind das – wenn verglichen zum religiösen Sinn der Juden durchaus flacher – ähnliche Mechanismen der äüßerlichen Identitäsbewahrung, also sozusagen die „Ashkenazim“ der schwarzen Bevölkerung.

    Ich habe einmal einen netten Vortrag eines Archäologen an der Universität Göttingen gehört (auf YouTube), der eben jene ganz Spenglersche Auffassung der Menschheitsgeschichte als wechselreiche Katastrophenreihung versteht und vehemmend das Phlegmatentum ablehnt.. Er legt viel wert auf die interdisziplinäre Forschung zwischen Archäologen und Geologen. Letztlich zeigt er, wie die Besiedlung des Nordens in den letzten mehreren hunderttausend Jahren stets begleitet war von vollkommener Auslöschung der Siedler und später Neubesiedlung (klimatische Schwankungen bis unter das erträgliche Minimum eines spezifischen technisch-kulturellen Niveaus). Es zeigt sich, dass die geologischen Befunde mit den archäologischen Ausgrabungen übereinstimmen, während die technologischen Brüche der Werkzeuge eben keine Repräsentanten einer kontinuirlichen Entwicklung, deren Zwischenschritte wir bloß nicht finden können, sondern tatsächliche Brüche darstellen – echte Revolutionen.

    Ich ging daraufhin – nur nebenbei soll das erwähnt werden – mit dem Gedanken schwanger, dass die ganze Reihe der Hochkulturen merkwürdigerweise fast zeitgleich mit dem Wärmefenster des jetztigen Holozäns koinzidiert, d. h., um nicht nur diese Trivialität festzustellen, die weltumspannende Technik des Abendlandes eine durchaus metaphysisch-kosmische Sinnhaftigkeit trägt. Als würde alles ganz planmäßig zum Untergang drängen, pünktlich zum Abschluss der Warmzeit. Nun, einige wenige Jahrtausende haben wir zumindest noch.

    Aber stets war die westafrikanische Savanne die dauerhafte Landschaft des Menschengeschlechts, unberührt von den Klimaschwankungen und ganz und gar naturwüchsig anspruchslos, weshalb man nun mit Ihren Überlegungen durchaus schließen könnte, dass die 55 Punkte eine Art absolute physiologische Grenze darstellen.

    Sie haben selbstverständlich recht. Ich teile ihre Auffassung vollkommen von der Heterogenität des Europäers. Umso schöner dies Schauspiel einer heterogenen Kulturrasse, die sich im Symbol des Christentums vereinheitlichen konnte, ohne die Distanzen fallenzulassen.

    Es braucht zehn jüdische Theologen, um eine Gemeinde zu gründen und hinzu die Weitergabe des Jüdischen durch die mütterliche Linie. Das sind mächtige Beschränkungen, wenn Sie mich fragen! Daher fand z.B. eine Neubesetzung ehemaliger polnisch-jüdischer Gemeinden nach 1945 nur bedingt statt. Es gab einfach keine Rabbiner mehr! Wir sehen beim Juden diese Kopplung der genetischen Homogenität und feineren Anpassungsbedingung fast vollkommen durchdrungen durch das religiöse Gesetz. Während wir also diese Hypothese bei anderen Rassen aufgrund ihrer Naturhaftigkeit aufstellen, ist die jüdische Existenzbedingung einerseits total kulturell geformt, aber in ihren Wirkungen wie einem natürlichen Gesetz gehorchemd. Kulturell ist der Bewegungsdrang durch die empfindliche Stellung des Rabbiners eingeschränkt, naturhaft ist dann aber die Wirkung durch die Art der homogenen Weitergabe der Kultur durch die Mutterlinie. Gleichwohl hing der Erfolg des Judentums immer von der bewunderswürdigen Politik der Rabbiner ab. Die Bewegungsfreiheit hängt an ihrer Weitsicht.

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Geschichte der Rabbiner in jüdischen Krisezeiten durch Einverleibumg nichtjüdischer Männer gestützt wurde, denn auch der „ewige Jude“ ist ein Bewegungsphänomem durch und durch.. Oder aber schon der religiöse Instinkt dieser Rasse war gerade so mächtig, dass es der genetischen Homogenität und ihren Folgen trotzen konnte. Ich kenne mich allerdings nicht genügend mit der Geschichte der jüdischen Wanderung aus. Man bedenke bloß, dass, wie geaagt, erst zehn Rabbiner eine Gemeinde gründen können, sodass jüdische Immigration mindestens, sobald ein völlig neues Gebiet anvisiert wird, gruppenhaft stattfinden müsste. Wie unheimlich wirkt das vor dem Hintergrund der jüdischen Auszugsgeschichte aus Ägypten! Da hat Nietzsche im Antichristen vollkommem recht: alle die Geschichten vor der Eroberung K’naans war erfinderischerTheologenkunstgriff, aber so genial, dass es sie durch die Jahrtausende hindurch bewahrte.

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  6. Leser

    Zusatz:

    Die Primatenforschung ist schon ein irre interessantes Gebiet. Allerdings bin ich skeptisch gegenüber der bloßen Potenzierung jeglicher Fähigkeiten der Affen als gar bloß archaische Vorlage des Menschen. Vor allem sehe ich das größte Problem bei den Schlüssen, die man aus mangelnder Refexion der eigenen Methoden zieht. Man kultiviert einen Schimpansen unter Laborbedingungen und stipuliert blindlinks, sie seien ja ach so intelligent, bloß weil man gewisse Lernmechanismen nutzbar gemacht hat, die in dieser Spannung niemals naturwüchsig zum Vorschein gekommen wären. Allerdings ist es insofern interessant, solange man den Menschen dabei ausklammert und allein die kognitiven Fähigkeiten der Primaten ausschöpft. Darin ist diese Forschung sehr fruchtbar, wobei ich immer an den ethisch sauberen Sklaven denke, wie Sie es für den Robot in KuI formulierten. Diesmal bloß ethisch sauberer Laborsklave.

    Man muss also auch fragen, ob das Bild, dass wir uns mit dem Begriff der physiologischen Anlage zeichnen (bestimmte Hirnstrukturen also), wie dem des photographischen Gedächtnisses, wirklich zutrifft. Ist es ein Ding, welches exakt auf diese Leistung hin entstanden ist oder folgt es durch laborbedingte Umformung, Umlenkung bestimmter Kognitionskräfte in messbare Ergebnisse? Man kann auch Aquarienfische auf die Signalfarbe Grün konditionieren, sodass sie beim Sehen der Farbe hinschwimmen, um das erwartete Futter zu erhalten, während sie bei einer roten Karte nichts bekommen, nichts erwarten, nicht reagieren. Was wir testen ist letztlich nur die maximale Ausnutzung bestimmter Potenziale, die der Organismus durch seinen Aufbau zulässt.

    Eine andere Frage wäre freilich, ob wir es beim Menschen schon soweit gebracht haben? Regierte bisher nicht hinter jeder Zucht der stille Herr Zufall? Denn ein Ding ist der züchtende Gedanke, ein anderes die Zufälligkeiten des Scheiterns oder des Erfolgs.

    Ich denke, der Inuit folgt weniger einer primatenhaften archaischen Anlage, sondern hat sie sich lebensweltlich angeeignet, ausgebildet, was der Schimpanse in dieser Weise nicht tut. Der Unterschied ist hier zugegeben sehr subtil. Wobei ich mir gar nicht ausmalen kann, wie man einen Schimpansen quälen müsste, um solche Minimaldifferenzen der Schneelandschaft in seine Aufmerksamkeit zu klopfen. Falls überhaupt der Wille im Affen mächtig genug ist, um Kognitionen dieser Ausmaße zu erlernen!

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  7. Zum IQ-Kontinuum läßt sich vielleicht folgendes ausführlicher sagen: Man spricht ja auch im Zusammenhang mit generationsübergreifendem IQ von mean reversion, d.h. Kinder unintelligenter Eltern tendieren zu höherer Intelligenz, Kinder intelligenter Eltern werden weniger intelligent. Das ist als soziologischer Terminus oder Zusammenhang auch durchaus korrekt, denn er hält diesen Durchschnittswert, dem alles statistisch zustrebt, für konstant. Betrachten wir jedoch die Frage der IQ-Verteilung in geschichtsphilosophischer Hinsicht, dann kann es einen solchen Ankerpunkt der Mitte nicht geben, denn ausgesprochen heißt ja dieser Effekt nicht einfach reversion to the mean, sondern reversion to the cultural mean. Die Kultur zwingt den Nachkommen von Eltern mit einem IQ von 80 in Richtung 100, weil die Kultur einen IQ von 100 repräsentiert und alles, was in dieser Welt erfahrbar ist – solang das Kind keine ausgewählte Perspektive einnimmt (besonders schlechte oder Elite-Schule z.B.) –, läßt auf das Kind intelligentere Dinge einwirken, als es von zu Hause aus und genetisch gewöhnt ist. Dasselbe spiegelsymmetrisch im Falle höherer Intelligenz. Bei einer Kultur handelt sich also um ein Gravitationssystem mittlerer Intelligenz, dem man nur mit ständiger Entfernungsleistung, also ständigem Schub entgehen kann (Ausgrenzung oder Selbstabschottung – wieder in beide Richtungen).

    Gibt es diese gravitative Kraft nicht per se, was im Falle einer weiträumigen historischen Betrachtung der Fall ist, so fallen alle IQ früher oder später auf die niederste Form zurück, sofern der Kultur-IQ sinkt. Ja, wenn wir in die biologische, d.h. evolutionstheoretische Betrachtung übergehen, kann dieser IQ gar auf Null fallen, durch Anpassung an ein Primatenleben, Amöbenleben, bis hin zu plötzlichem Aussterben.

    Anhand des niedrigsten je gemessenen IQ von 39 im Falle der Kalahari-Menschen läßt sich also – da es sich ja um den Schwächsten unter den Mitgliedern des Stammes handelt – vielleicht eine Art niedrigster Wert für Menschen angeben. Dieser Mensch wird wohl kaum die Felszeichnungen angebracht und ebensowenig Jagdtechniken entwickelt haben. Das ist gewissermaßen der Dorftrottel der Kalahari-Männer. Wenn wir also einen Wert von um die 60, also knapp über dem Durchschnittswert dieses Stammes als minimalen individuellen Wert heranziehen, um eine einfache Kultur zu bauen, dann liegen wir vermutlich richtig. Aber selbst das ist – Ornament ist overengineering – eine Fähigkeit, die man verlieren kann. Innerhalb der Kulturwissenschaft aber könnte man mit einiger Zuversicht vom niedrigsten Wert für den höheren Menschen sprechen, wie wir ihn kennen. Alles was darüber liegt, muß durch Disziplin errungen werden.

    Ich möchte mich dem Gedanken der völligen Angleichung durch totale Integration nicht verschließen, allein alle unsere Daten sprechen dagegen. Da können Sie freilich sagen: Die Schwarzen in den USA bilden zweifellos Parallelgesellschaften und unterliegen damit wieder dem hemmenden Einfluß des 75er-IQ in Afrika. Und es ist ebenfalls nachvollziehbar, daß ein einzelnes Individuum unter dem gesamten Anpassungsdruck einer fremden Umgebung stärkere Veränderungen zeigen wird, aber hier stellen sich dann elementare Grundfragen:

    1. geschichtsphilosophisch: Wenn dergleichen Tröpfcheneinwanderung nirgends in relevanten Gebieten geschieht, so ist die Frage, welche Auswirkungen dieselbe hätte, bedeutungslos.
    2. genetisch: Wenn wir annehmen, daß jede Rasse eine gewisse Anpassungsleistung an ihre Umgebungsbedingungen auch mental und geistig erlebt hat, dann könnte, wie bei jeder anderen genetischen Anpassung, diese durch langfristiges Leben in einem anderen Lebensraum verändert werden und schließlich die gleichen Formen, wie sie die einheimische Bevölkerung zeigt, annehmen. Allein, dann reden wir ja von denselben Menschen (und das ganze würde sicher Jahrtausende dauern).
    3. soziologisch: Wenn gewisse Gruppen ihren kulturellen Gravitationspunkt nicht nach äußerlicher Qualität, also Höhe, aussuchen, sondern (ganz verständlich) nach ähnlicher Rasse/Kultur und also Parallelgesellschaften bilden, aus denen sie nicht auszubrechen vorhaben, dann sagt das sehr viel über die Künstlichkeit einer individuellen Integration Einzelner aus. Es handelt sich mithin um reine Zwangslagen, wenn so etwas geschieht. Ebensogut könnte man fragen, wie sich ein Asiate in einem Labor von überlegenen Außerirdischen schlagen würde.
    Kurz: Diese Möglichkeit der völligen Anpassung der IQ-Leistung (für die es keinen echten Anhaltspunkt in den Testergebnissen gibt) wäre selbst im unwahrscheinlichen Falle ihres Eintretens von gänzlich theoretischer Natur.

    Auch die Juden sind da durchaus kein Gegenbeispiel. Wer sagt ihnen, daß die Juden sich in Europa nach oben angepaßt haben? Niemand kennt den IQ der altorientalischen Völker, der alten Griechen oder Ägypter. Vielleicht ist der erhöhte IQ der Aschkenasim-Juden sogar ein Überbleibsel altgriechischer Genialität. All das wissen wir leider nicht.

    Das Faß der Klimahistorie anzustechen, gehört zwar nicht hierher, aber das ganze Hochmittelalter hat von einer Warmperiode gelebt, und die Frühe Neuzeit war unangenehm kalt (also die statische, kultische Phase des Abendlandes). Daß allerdings die Savanne unsere natürliche Landschaft ist, wage ich zu bezweifeln. Ich bin diesbezüglich nicht sonderlich belesen, aber die Schübe (Entstehung des Menschen vor 150.000 Jahren und Entstehung der Hochkultur vor 10.000 Jahren) fanden allesamt in Kaltzeiten statt, also eher unter mitteleuropäischen Bedingungen. Und das wundert auch nicht. Ist es warm, gibt es Futter im Überfluß, also kaum Evolutionsschübe, ist es kalt, hat man sich anzupassen (Wanderung) oder sich etwas auszudenken (neolithische Revolution). Gleichwohl kann eine Warmphase auf bestehender technologischer Stufe enorme Wohlstandsschübe erzeugen. Der Anpassungsdruck sinkt aber eher.

    Für so besonders halte ich diese Ausbreitungsbedingungen der Juden nicht. Das war im Grunde immer und überall so. Ob die Griechen auf Ausfahrt waren, oder ob Sie die praktische Ausführung der deutschen Ostkolonisation oder der Kolonisierung Amerikas ansehen – überall sind solche Grüppchen mit Priestern und gewisser Mindestgröße losgezogen. Ansonsten war ein Überleben ja viel zu unwahrscheinlich.

    Ja, man muß vorsichtig sein, was die Tierversuche angeht. Andererseits: Ist das ganze Projekt „Kultur“ nicht auch bloß ein großes Laborexperiment? Schulen wir unsere Kinder nicht genauso, wie jene Affen? Und was soll man hierzu sagen: https://www.youtube.com/watch?v=KHBThShCBdA – wieder offenbar eine rudimentäre Fähigkeit, die Affen und Kinder besser können als wir alten Säcke, aber es ist und bleibt beeindruckend.

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  8. Leser

    „Bei einer Kultur handelt sich also um ein Gravitationssystem mittlerer Intelligenz, dem man nur mit ständiger Entfernungsleistung, also ständigem Schub entgehen kann“ – Das ist ein schöne Zusammenfassung! Vielen Dank für Ihre Erläuterung.

    Sie mögen recht haben bezüglich der Schwarzen, weshalb ich das Problem frecher Weise nun auf den immigrierten US-Asiaten lenken möchte. Wie nachhaltig ist die mitgebrachte Disziplin des asiatischen Gemüts als Minorität einer durchschnittlich schwächeren Gesellschaft? Darf man annehmen, dass sich diese Spitzenwerte wieder einpendeln nach spätestens 4,5 Menschenalter, gesetzt die Kultur findet darin keinen bindenden Leitstern? Oder würden Sie der ausgebildeten aisatischen Disziplin eine ähnliche Widerstandsfähigkeit zusprechen, wie dem laissez-faire der Dümmeren gegen äußere Kulturzwänge?

    Nun, jetzt streifen wir allerdings noch ein weiteres Feld, welches ich eigentlich schon in einem der früheren Kommentare erwähnen wollte, dann aber entschied es erstmal zu verwerfen. Wenn wir nämlich den historischen IQ ehemaliger Hochkulturen ermitteln wollen, begehen wir dann nicht einen ähnlichen Fehler, wie jene Social Justice Warrior beim Postulieren der Massenarmut ehemaliger technologischer Zeitalter? Bisher berechtigt uns doch der Vergleich mit anderen Rassen tatsächlich, da wir uns selbst als gegenwärtigen Standart, indes als Erfinder der Berechnung selbst wiederfinden. Aber hat das irgendeinen Wert für frühere Zeiten? Letztlich ist – damit widerspreche ich unsere Vermutungen zum IQ der alten Nordasiaten – die Grenze zwischen fortschreitender Disziplin und stumpfem Komformismus überaus labil und leicht verwechselbar. Es liegt dann ja doch an den Willen der Führenden, was sie aus ihren politisch-kulturellen Züchtigen machen. Eben deshalb ist die ständige Entfernungsleistung ein Programm der Köpfe, nicht der Hände, wie wir ja schon auch in anderen Kontexten festgestellt haben.

    Der Typus des genügsamen Chinesen steht einem Komformismus durchaus näher. Erst die Nutzbarmachung dieser Genügsamkeit durch die moderner Kopfarbeit – im Wesentlichen ja importiert – lässt uns den ganz anderen, positiv besetzen Begriff der Disziplin anwenden. Ein wenig Neid ist auch nicht zu verkennen. Welcher Kopf wünscht sich nicht so besinnungslose Hände!

    Das ist auch mein Problem mit PISA. Disziplin und Komoformismus – wie soll man sie unterscheiden gegenüber einem Bildungssystem, welches gar nicht erhaben genug ist, um es fraglos, zuversichtlich und vertrauensvoll anzunehmen? Wo hört Bildung auf, wo fängt Indokrination an? Was bedeutet das für den IQ? Und weiter: Was bedeutet es geschichtsphilosophisch, wenn erfinderisch – ich orientiere mich hier ganz an KuI – eigentlich nichts bahnbrechendes mehr geschehen ist seit kurz nach 1900 und wir dennoch stipulieren: Ja, aber der IQ soll steigen! Wohin? Wieso? Was nützt er, wenn er dann letztlich nur ein Indikator des guten besinnungslosen Funktionierens ist? Ist es nicht seltsam, dass er jetzt den Diskurs übernimmt – schicksalhaft in gerade dieser Periode der Weltgeschichte? War solch eine Messung jemals notwendig für die Errichtung einer Kultur? Laufen wir mit unserem Schiff nicht auf, sobald wir beginnen Kultur in dieser materialistischen Weise zu verstehen? Eine späte intellektuelle Spielerei im Geiste Spenglers? Rechnerisch und durchaus künstlich aufrechterhalten, was früher der Instinkt ganz von selbst tat?

    Nein, ich möchte diese Fragen anders formulieren: Was bedeutet Ihnen der IQ aus geschichtsphilosophischer Sicht?

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  9. Bei Asiaten verhält es sich anders. Der Abstand zum IQ der Weißen ist so gering, daß es 1. im Grunde keine Rolle spielt, ob er sich anpaßt oder nicht und 2. tendentiell wird er das tun, denn der IQ 100 liegt ohne Zweifel im Kreise dessen, das er erreichen kann. Dennoch bin ich auch hier der Überzeugung, daß für sehr lange Zeit ein Residuum übrigbleiben wird, welches die verschiedenartige genetische Disposition anzeigt, und zwar solang, bis eine völlige genetische Anpassung stattgefunden hat (die freilich schon weit früher nicht mehr meßbar sein wird). Für den schwarzen Durchschnitt ist der IQ 100 jedoch offenbar alles andere als erreichbar. Da liegt der Unterschied.

    Ich hatte keineswegs vor, den Alten einen übermenschlichen IQ zuzuschreiben, sondern wollte Sie lediglich darauf aufmerksam machen, daß wir den heutigen IQ im Nahen Osten nicht ohne weiteres als Ausgangswert annehmen dürfen, den die Juden nach Europa mitgebracht hätten. Wir wissen es schlicht nicht.

    Welcher Kopf wünscht sich nicht so besinnungslose Hände! Herrlich. Natürlich haben Sie recht. Und exakt deshalb ist der Neid auch nicht allzugroß. Eben weil wir wissen, daß es auf diese Sonderbegabung nicht ankommt. Die Geschichte lehrt es ja.

    Gestern abend habe ich mir wie Sie ebenfalls noch einmal die Frage gestellt, wie der IQ steigen kann, obwohl die allgemein beobachtbare Intelligenz so offensichtlich sinkt. Und das liegt natürlich an der Meßmethode.

    1. steigt der Durchschnitts-IQ, da immer mehr Massen aus allzu großer Finsternis gehoben werden, was keineswegs heißt, daß die Spitze noch zulegt (z.B. Akademiker)

    2. wird etwa die logische Schlußfähigkeit nicht an kontroversen Fragen geprüft.
    Logisch denken zu können ist etwas durchaus anderes, als gegen die eigene Überzeugung einen logischen Gedanken zu akzeptieren und durchzusetzen. Wenn Sie die Wahlergebnisse mit Umfragen zu kontroversen Themen vergleichen, so besteht hier eine enorme Diskrepanz. Man kennt die logisch richtige Antwort, hat aber Ängste, die einen dennoch keine Konsequenzen ziehen lassen. Was ist eine solche Logik wert? Nichts. Im grunde existiert sie nicht. Und ich möchte wetten, daß ein lang genug gehegter innerer Widerspruch zum völligen Verlust der Urteilskraft führt.

    Daß wir dergleichen messen können, kommt dem Hange nach, alles quantifizieren zu wollen. Aber auch hier haben Sie recht: Nur weil es gemessen werden kann, heißt das nicht, daß es von den modernen Realitätsverweigerern akzeptiert würde. Nehmen Sie nur das Beispiel Climate Change. Was hier fake science ist und was nicht, das hat schon Aspekte einer veritablen Komödie: https://www.youtube.com/watch?v=T43vc4NZUUc. Und außerdem bildet es die Sache, die wir eigentlich haben wollen, gar nicht ab. Daher bin ich im Moment damit befaßt, den Umschlagpunkt innerhalb der Chronologie der IQ-Ergebnisse auszumachen, sofern das überhaupt möglich ist. Daß der IQ völlig belanglose Dinge, wie ein photographisches Gedächtnis belohnt, ist so ein Punkt, der den IQ in einem philosophisch höheren Sinne womöglich völlig wertlos macht.

    Und deshalb bedeutet der IQ geschichtsphilosophisch natürlich überhaupt nichts, wie Sie zu recht andeuten. Er ist ein quantitatives, naturwissenschaftliches Mittel, das abzubilden, was ohnehin jeder weiß, der Intelligenz genug besitzt, keine quantitative Analyse der Gegenwart zu benötigen.

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  10. Leser

    Wir wissen es freilich nicht, können aber – soweit wir den IQ geschichtsphilosophisch zumindest als eine unter vielen Variablen gelten lassen möchten – feststellen, dass die altorientalischen Juden nun auch in anderen Hochkulturen das Aufsteigerprivileg genossen (Babylon wäre hier zu nennen). Insofern stimme ich Ihnen zu. Man müsste mit anderen Werten rechnen. Was allerdings jüdische Wanderung von anderen unterscheidet, ist ihre Identitäsbewahrung. Sonst könnten wir sie ja gar nicht mehr als Juden klassifizieren. Wir können es aber selbst noch nach Jahrhunderten, Jahrtausenden. Das macht sie, finde ich, besonders und dies hing an der Klugheit der jüdischen Priester. Die Hüter der Religion sind ja in diesem Falle die einzigen Sterne, welche das jüdische Gravitationssystem positiv vermitteln konnten. Sie nannten das Phänomen der besonders kräftigen verbalen Intelligenz unter Aschkenazim-Juden, welche also auf der esoterischen Verschlossenheit des Jüdischen aufbaute und gleichzeitig im Wirte zu Gunsten des Wirtes selbst sich entfalten konnte. Die politische Sonderexistenz einer rein geistlichen Gemeinschaft.

    Lassen wir den IQ als Variable unter vielen gelten, so stellt sich mir noch eine weitere Frage. Wie aussagekräftig ist ein Durchschnittswert in einer vollausgeprägten Ständegesellschaft? Sollte es ein natürliches Verhältnis zwischen Stadt- und Landbevölkerung geben, welches in seinen Proportionen unabhängig von der spezifischen Hochkultur wirkt, so fällt diese Frage weg und wir dürften für jede denkbare Gesellschaftsform einen klassische Normalverteilung des IQ annehmen. Allerdings muss auch berücksichtig werden – Sie hatten das Ihrem Text hinzugefügt -, dass die IQ-Weltkarte wegen der Stadt-vor-Land-Messung durchaus problematisch ist und ich füge hinzu, dass damit alles Hypothetisieren über anders gebaute Gesellschaftsformen in die Irre führen könnte

    Die zweite Möglichkeit wäre eine merklich anders geartete Verteilung, die vom politischen Typus der Organisation bedingt wäre. In diesem Falle also harte Stände-/Kastentrennung, die noch eine zweite, nach rechts verschobene Bündelung – wenn auch geringeren Ausschlags – zeigen könnte. Oder eine etwas weichere Ständeverteilung, die zumindest oberflächig suggeriert, dass der allgemeine Durchschnittswert deutlich unter dem angenommenen Wert hoher Kultur läge und dennoch der Entstehung einer hohen Kultur nicht hemmend entgegenwirke. Denn Sie sagen ja zu recht, dass die Hebung des Durchschnitts nicht gleichzeitig eine Hebung der Spitze bedeutet. Tendenziell also eine Angleichung von Hoch und Tief.

    Freilich, die Absurdität der Methode zeigt sich besonders bei den sogenannten Inselbegabungen. Da sieht man sehr gut – den medialen Hype und das wissenschaftliche Interesse über die operativen Möglichkeiten des Gehirns einmal beiseite gelassen -, was Sie bereits in den beiden letzten Absätzen des Beitrags formuliert haben: In stinknormalen Lebensfragen sind solche Überbildungen durchaus problematisch. Aber auch bei weniger alltäglichen Fragen. Nehem wir doch den Typus des echten Staatsmannes. Was muss er nicht alles erfüllen können! Und wie kläglich nimmt sich dagegen die Messung schneller, richtiger Antworten auf vorgegebene Probleme? Wie misst man aber taktisch-politische Befähigung, Menschenkenntnis? Es gibt Zeiten, da muss ein echter Staatsmann von Rang durchaus schnelle Entscheidungen treffen. Aber das richtige Urteil über diese Entscheidung lässt sich erst viel später fällen. Trotzdem gibt es bestimmte Bedingungen, die auch schnelle Bauchentscheidungen zum Wohle des Staates begünstigen. Das wären z.B. 1. die Aufopferungsbereitschaft bzw. Verantwortung 2. diszipliniertes Interesse für die Sache selbst 3. maximale Vorbeugung von jedweder Überraschung durch unaufhörliche Vorbereitung 4. politisches Einfühlungsvermögen 5. Charakter.

    Nun habe ich auf Wikipedia zum Flynn-Effekt nachgelesen, dass zwar das logische Denken zunehme, die verbale Intelligenz aber abnehme und dies eine beobachtbare Entwicklung in jeder Industrienation sei. Der Spiegel zitiert Flynn, der von der Überragenheit modernen Denkstils fabuiert. ( http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/88137175 ).

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  11. Flynn ist ein Ideologie durch und durch. Es gibt eine Diskussion Flynns und Murrays: https://www.youtube.com/watch?v=8KD6i5TkjSs

    Von abnehmender verbaler Intelligenz lese ich allerdings nichts. Haben Sie eine exakte Quelle?

    Die Verteilungsfrage versuche ich gerade besser zu verstehen. Ganz illustrativ ist diese Überlagerung von realen Verteilungskurven: http://theunsilencedscience.blogspot.de/2012/04/sat-bell-curve.html

    Hier wird ersichtlich, daß etwa mathematische Fähigkeiten geradezu ideal bell-curve-verteilt sind. Kritisches Lesen zu geringeren, schreiben zu höheren IQs hin geschert ist (bei Weißen). Gleichzeitig hat sich das Ganze nach 1990 ziemlich angeglichen. Das kann nun ebensogut an unkritischen Erwartungen im Test bei „kritischem Lesen“ liegen. Letztlich müßte man die Veränderung der Aufgaben über die Jahrzehnte analysieren. Das wird den Aufwand nicht wert sein.

    Allerdings darf man den IQ auch nicht unterschätzen. Vor allem den rein logischen. Denn ob es Kopernikus ist, die Quantenmechanik oder die Relativitätstheorie – all das brauchte keinen genialen Kopf, sondern lediglich jemanden, der bereit war, aus den Meßergebnissen knallhart die ungeschönten logischen Schlüsse zu ziehen. Das Schwere daran war, daß diese Schlüsse im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung lagen. Ich möchte sogar sagen, wie im Falle der ausreichenden durchschnittlichen Erziehung, die statistisch ebenso gute Ergebnisse liefert, wie eine besondere Begabtenförderung, so ist auch ein recht durchschnittlicher Logik-IQ bereits ausreichend. Die Frage ist vielmehr 1. wagt man den logischen Schluß zu ziehen (gegen das moralische Dogma) und 2. wird es wenigstens nach längerem Kampf von der Gesellschaft akzeptiert. Und gerade hier scheint die Verschiebung stattgefunden zu haben.

    Und all das gilt für Staatsmänner wie für Wissenschaftler. Wo die Ergebnisse gelierfert werden, die gewünscht sind, dort nützt die feingliedrigste Detaillogik nichts.

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  12. Leser

    Zum Teil habe ich das selbst gefolgert und Sie haben mir die Bestätigung dafür geliefert: Ideologie der Forscher und (vermutliche) Veränderung des Testaufbaus. Grundsätzlich heißt es im Spiegel:

    „Während junge Probanden vor allem visuelle und logische Aufgaben schnell lösen können, legen sie beim Wortschatz nur minimal zu – im Gegensatz zu ihren Eltern.“
    Daraufhin Flynn: „Sprachlich entwickeln sich die Generationen auseinander. Jugendliche können ihre Eltern zwar noch verstehen, aber ihren Redestil nicht mehr nachahmen – das war früher anders.“ …Sie verstehen…

    Das führt den Test auf verbale Intelligenz komplett ad absurdum. Der Soziologe erklärt einfach die Vorteile des modernen Sprechstils und schon heißt es: wer Emojis und Chatkürzel versteht, wer seine emotionale Kompetenz auf den eingedrückten und verkleinerten Raum digitaler Zeichen erfolgreich anpasst, der gilt alsdann intelligenter. Das ist doch ein schlechter Witz. Schöner neuer Orwellscher Neusprech.

    Der Mühe ist es freilich nicht wert. Nur den Test zum kritischen Lesen würde ich mir gerne näher anschauen. Läuft der auch auf Zeit…?

    Da kam mir grad der Gedanke, ob die Leistungen des Schimpansen in jenem Video nicht damit zusammenhängen könnten, dass diese nicht verbal geschult werden können. Also bedeutet die Verbesserung der räumlichen Intelligenz bei uns Menschen – sobald es mit dem Rückgang der verbalen Kompetenz geknüpft – dass wir dem Laboraffen angeglichen werden? Schöne neue Welt!

    Das scheint mir ein interessanter Einwand zu sein. Bloß wäre es doch zu einfach diese Wissensentwicklungen als Produkt einer Dialektik von Logik und Dogma zu setzen. Ich verstehe natürlich wie es gemeint war. Man darf den IQ eben auch nicht überschätzen. Daher sage ich, dass die räumliche Intelligenz eine Variable unter vielen ist. Aber alles hat „seine Zeit“ – das ist doch gerade Ihre Maxime!

    Nun, dass Sie so radikal schließen, das hätte ich mir denken können. Das erinnert mich an den Alexander aus KuI. Vielleicht sollten Sie noch den Satz zwischenschieben, dass er auch bloß ein durchschnittlicher Knabe war. Ich meine das ernst! *hier ein obligatorisches Emoji einfügen*

    Nein, im Ernst. Etwas qualitatives muss ich noch dazu beitragen. Ich möchte sagen: Endlich! Ich habe lange auf diese Gelegenheit gewartet! Und zwar geht es um die kreative Intelligenz von AlphaGo, Googles Superintelligenz; Sie haben sicherlich schon viel darüber gehört. Jedenfalls hat sich diese Geschichte ganz entscheidend weiterentwickelt. Unter den top player in dieser Disziplin ist man geradezu fasziniert von AlphaGo, da das System Züge spielt, die man für bis zu 3000 Jahre völlig absurd gehalten hat. Das ist so unfassbar schön und gleichzeitig entsetzlich. Eine Maschine bricht mit einer kultischen Tradition, spielt intuitiv-ingen.

    Schauen Sie hier ab der Zeitmarkierung. Der Chefentwickler erklärt den revolutionären Perspektivenwechsel anhand kurzer Erläuterung der traditoneller Prinzipien, die man bis dahin nicht wagte zu berühren und die AlphaGo geschickt ignorierte.

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  13. Naja, im grunde ist das nichts anderes als der Hedonistische Faktor bei der Geldinflation. Hier ist es die Inflation verbaler Intelligenz. Man setzt die Werte neu. Umwertung aller Werte.

    Zweifelsohne ist die räumliche Intelligenz rudimentärer, also primitiver. Und wenn die neue verbale ebenso abgewertet ist, dann haben sich alle Fragen erledigt.

    Ich habe noch nie etwas davon gehört. Aber ich sehe keinen Unterschied zu einem Großrechner, der einen Schachweltmeister schlägt. Kreativität ist etwas wesentlich komplexeres als Spielwahrscheinlichkeiten berechnen und dann entscheiden. Klar gibt es KI. Aber jede KI hat – wie ich immer sage – am Ende genau dasselbe Problem wie der Mensch: Alles ist schwammig und kann, muß aber nicht klappen.

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  14. Leser

    Dann führe ich Sie kurz ein. Diese KI beruht auf einem Generalcode („general learning“). AlphaGo ist nur eine Bezeichnung für ein wissenschaftliches Teilgebiet vom Google Deepmind. Der Code ist so ausgelegt, dass eigentlich nur die optimale Ausführung irgendeiner Tätigkeit selbstständig erlernt wird. Angefangen hat daa mit den witzigen alten ATARI-Spielen. Der Rechner verhält sich die ersten 100-200 Spiele wie ein Affe, bis es lernt mit den Spielbefehlen umzugehen und schließlich äußerst präzise Manöver zu fahren. Ein Beispiel:

    Den Ball also zwischen oberer Spielwand und Klötze zu sperren, war eine „kreative“ Lösung, die selbstständig erprobt wurde durch Erfahrungsdata.

    So müssen wir uns in etwa auch den „Geist“ dieser Maschine beim Go vorstellen. Man würde mit herkömmlicher Technik nie – wie etwa damals IBMs Deepblue in den 90ern beim Schach – zu Spielzügen kommen, die erschütternd revolutionär wirkten. Denn in Go gibt es keine Wertigkeit der Figuren, die optimale Züge bestimmen, sondern die reine Strategie. Ich mag die Metapher eines Schlachtfeldes. Der Sieg ist nie entschieden, sondern schwankt im Schlachtverlauf. Man muss Territorien behaupten, einkreisen, das feindliche Heer – die Steinchen – aufbrechen, zerteilen und schlagen. Die Mittel zum Sieg sind aber in jedem Spiel völlig neu, es gibt nur gewisse Prinzipien – keine festen Zugserien, wie beim Schach.

    Die erhöhte räumliche Intelligenz der Nordasiaten könnte auch mit ihrer Spieltradition zusammenhängen. Es ist dort sehr beliebt. Exakt in Japan, China, Taiwan und Korea.

    Sie haben aber vollkommen recht. Ich würde diese künstliche Generalintelligenzen als sehr eifrigen Diener bezeichnen. Man darf aber sicher gehen, dass sie in einem vorgegebenen (!) Bereich – da vollkommen unabhängig vom gesellschaftlichen Dogmen operierend – immer die logisch beste Lösung finden werden. Es wird immer der Punkt kommen, wo der evaluierende Mensch den besonderen Charakter eines Lösungsvorschlags anerkennt und implementiert. Im Go durch Neuverfassung traditioneller Spieleliteratur. D.h. je komplexer das Anwendungsfeld, desto wahrscheinlicher, dass uns fundamentale Lösungen entgehen (Sie nannten die Durchschnittsleistung von Quantenmechanik und Relativitätstheorie), obwohl die Erfahrungsdata längst vorbereitet wurden.

    Der Form nach ist Wissenschaft eher wie Go und nicht wie Schach. Schach ist nämlich ein reines Dogmenspiel. Die Figuren haben Tradition in sich selbst und von daher ihren festen Wert. Im Schach entscheidet die „Herkunft“. Go ist „preußisch“ in Spenglers Sinne.

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  15. Leser

    Nachtrag: es gibt nicht einmal gewisse strategische Prinzipien, wie die professionelle Go-Welt nun gelernt hat. Nur generelle Spielregeln, die Stil und Ziel vorgeben. Der Rest entfaltet sich völlig freii
    Im Spielverlauf.

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  16. Dieser Hype um insbesondere alt-asiatische Spiele, Sprache, Kultur usw. ist absurd. Go ist nichts anderes als ein vergrößertes Mühle-Spiel. Es ist durch die Unbeweglichkeit der Steine sogar deutlich simpler als Schach. Dafür ist das Spielfeld größer, was die Komplexität übermäßig erhöht. Daß es z.B. klassische Erföffnungen beim Schach gibt, schränkt das Spiel nur sehr geringfügig ein. Und genauso, wie angeblich der Zug der KI bei Go revolutionär war, also gegen ein Dogma stand, so kann man auch mit einer unklassischen Eröffnung beim Schach den Gegner derart aus der Reserve locken, daß man ihn nach drei Zügen matt setzt. Nein, nein, nichts Neues unter der Sonne.

    Die von Ihnen als herkömmlich benannte Technik der 90er Jahre war genau dieselbe, wie in heutigen KI. Man hat bloß mehr Grundwissen stellen müssen, weil die Rechenkapazität noch begrenzt war. Das grundlegende Prinzip von lernenden Programmen mit Entscheidungswahrscheinlichkeiten ist schon lang bekannt. Der eigentliche KI-Anteil, also der nicht-logische Anteil hat sich bloß erhöht.

    Und diese Umgehung der Dogmen ist nicht immer positiv. Regeln, Dogmen, sind normalerweise sehr nützlich, nämlich um Energieverschwendung zu vermeiden. Wenn sie jeden neuen Zug wieder ohne Erfahrung (das ist Regelwerk, Dogma, Dinge, die schon immer so waren) neu kalkulieren müssen, erhöhen sie unnötig den Aufwand. Und auch die KI wird Erfahrungen machen, daß gewisse Wege sinnlos sind, wird sich deren Berechnung sparen und schließlich kommt ein Mensch daher, handelt doch anders, und die KI verliert das Spiel.

    Das mag bei dem minimalen Rechenaufwand für ein dämliches Brettspiel noch kein Problem sein. Wenn eine KI aber alle Erfahrungen des Menschen, alle Sinneseindrücke, genetische Erfahrungen und Lebenserfahrungen zu jedem Zeitpunkt komplett verarbeiten soll, um zu entscheiden, wie es in einer Konferenz oder einem Ehestreit reagieren soll, dann muß auch die KI schon lange Strategien zur Verminderung des Rechenaufwandes entwickelt haben, sonst ist für jede Art von Rechenmaschine der Punkt, an dem die Welt rein logisch unbeherrschbarwird, längst da. Dagegen sind 19×19 Felder und 300 Steinchen, also simple boolsche Variablen, Kindergarten.

    Es ist einfach absurd zu glauben, daß eine Maschine, die nach dem Prinzip des menschlichen Hirns arbeiten soll, dieses je grundlegend übertreffen soll. Das ist eine klassische contradictio in adjecto. Und die Erfahrung, daß Maschinen in Teilbereichen intelligenter sind als Menschen, haben wir schon vor 100 Jahren gemacht, nämlich seit es mechanische Rechenanlagen gibt.

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  17. Leser

    Richtig. In Go ist es simpel unsinnige Steinchen zu legen. Daher gliedert sind das Spiel in Phasen. Das ist in Schach natürlich ganz ähnlich, wenn man seine Bauernreihe verlegt und versucht die Grundlage für dauerhaft gedeckte Position zu schaffen, die sich in der Spätphase wieder rechnen soll. Von den Blitzschachmatts mal abgesehen, welche vielleicht sehr effektvoll wirken, doch gerade mit ihrer einmaligen Überraschung auch schon „ermatten“ und als nette Taktik in irgendeinem Lehrbuch versterben.

    Ich möchte die Go-Implementierung des Lernalgorhitmus‘ eher als Zurschaustellung der heutigen KI-Möglichkeiten begreifen, weniger als fundamental anders arbeitendes System. Da gebe ich Ihnen ja recht, der KI-Anteil ist höher. Wobei, was meinen Sie damit? Also ist die Entscheidung als Tätigkeit das nicht-logische Element? Aber exakt so etwas findet sich nicht beim Schachrechner – die Auswahl basiert auf logischer Wahl der besten Möglichkeit und diese ist pro Zug unanfechtbar, da die ganze Situatiom bis zum Sieg durchgerechnet wird und nur bei neuer Ausgangslage sich verschiebt. Beim Go ist allerdings alles anfechtbar. Wie gesagt: das Spiel mit den meisten unsinnigen Möglichkeiten. Weil der erste Stein prinzipiell – wenn sorgfältig entwickelt – den Sieg über das ganze Spiel entscheiden kann, ohne, dass es schon mit Setzung absehbar war.

    Der ganze Unterschied liegt bei der Selbstreflexion der Menschen selbst. Ein professioneller Schachspieler denkt in Eröffnungen und Serien voraus. Auf dem Go-Brett regiert die kreative Intuition. Hassabis definiert sie operativ so: Die Fähigkeit, basierend auf unterbwussten Erfahrungen (natürlich determiniert das Dogma als nützliches Erfahrungsprodukt; selbstverständlich sind Regeln notwendig!) verbal unkommunizierbare Handlungen auszuführen, die erst als fertiges Ganzes dem analytischen Verstand zugänglich werden. Und das ist auch die Stellung des professionellen Go-Spielers zu seinem Handwerk. Eine Intuition, ein Gefühl lenkt.

    Richtig, die KI muss Erfahrungen sammeln – bloß sind sie nur teilweise determinierend für die Handlung selbst und das liegt daran, dass jedes Go-Spiel anders verläuft. Es ist nur eine bedingte klassische Mechanik; auf actio des Gegners folgt keine bis zum Sieg durchdachte serielle reactio von Zügen. Man kann gar nicht genug Erfahrung sammeln und diesem Problem ebenso nicht mit Dogmen begegnen. Es ist der Mittelweg. Die meisten Go-Spiele enden indes nicht bis zur vollständigen Niederlage, sondern werden abgebrochen – wie ein Feldheer nicht seine ganze Truppe sterben lassen muss, sondern den Rückzug ausruft. Schach ist in diesem Sinne vollkommen kultisch, Go ist ingen. Phalanx gegen Fernwaffe.

    Bewegung ist in Go kein Begriff geschulter, traditioneller Truppenverbände – etwa: der Läufer bewegt sich so und der Springer anders -, sondern durch im Krieg selbst konstituierte Beweglichkeit durch die Beziehungen der Steine. Sie spannen einen Zwang auf dem Spielfeld und hindern den Gegner seine Steinchen anders „zu bewegen“. Also den Bewegungsbegriff sollte man hier sorgfältig unterscheiden. Etwa wenn Napoleon seine Reiter zu Beginn der Schlacht erschöpft, so ist das Bewegung in ganz anderem Sinne!

    Möchte ich eigentlich Schach und Go vergleichen? Es erhellt, dass es gar unmöglich ist und daher ich auch nicht das eine dem anderen vorziehe. Wozu auch? Es sind dämliche Spiele, ganz recht. Aber es ist, nach der eben gegebenen Erläuterung, etwas anderes sie künstlich zu meistern. Führen Sie Ihren phänomenalen Eröffner doch gegen einen Schachrechner – der brauch keine Erfahrung, sondern Rechenleistung um es abzuwehren. Den Menschen mögen Sie vielleicht täuschen. Auch bedeutet das: AlphaGo ist nicht besser als die Menschen, sondern hat gewisse Gewohnheiten gebrochen. Bezeichnenderweise haben die Entwickler die KI nur gegen KI selbst lernen lasse. So sammelte das System ausschließlich eigene Spielerfahrung. Die KI hatte also nicht ein einziges strategisches Lehrbuch im Lernprozess benutzt. AlphaGo spielt nicht aisatisch, sondern faustisch.

    Ich habe deshalb nie von Übertreffen des menschlichen Hirns gesprochen, sondern von den Eigenarten einer KI, die sich ihr eigenes „Dogma“ schreibt. Sie ist nicht intelligenter, sondern im Lernprozess entfesselter gewesen. Da aber nur der Mensch das schließlich testen kann, bleibt er selbstverständlich der Herr des Geschehens. Trotzdem lernt er selbst davon.

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  18. Leser

    Und die asiatische Kultur habe ich überhaupt nicht gepriesen. Aber ich danke Ihnen für diesen Eindruck. Erst damit wurde mir klar, dass der Sinn dieser technischen Entwicklung darin besteht, auch das letzte Residium altasiatischer Tradition durch ein verbessertes Verfahren zu bezwingen. Faustisch durch und durch!

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  19. Ich glaube, sie haben eine völlig falsche Vorstellung von Schach und von Schachkomputern. Wie kommen Sie darauf, daß einfach alle Züge im Voraus berechnet werden? Es kommt darauf an, wie der Gegner reagiert, ob eine Spielvariante funktioniert. Welchen Weg die KI einschlägt, hängt an den Wahrscheinlichkeiten, welcher Weg eher zum eigenen Ziel führt.

    Ja, es gibt beim Schach ab gewissen Punkten eine Folgerichtigkeit, die nicht mehr zu brechen ist. Dann ist das Spiel determiniert, egal, was der Gegner tut. Aber dieser Punkt muß erst einmal erreicht werden. Der Weg dahin nimmt sich exakt so aus, wie Sie Go beschreiben. Deshalb enden auch Schachspiele oft weit im Voraus. Da steht Kasparov auf, und allen anderen klappt die Kinnlade runter, was das soll. Es gibt keine fundamentalen Unterschiede zwischen diesen beiden Spielen. Und deshalb hat sich auch abgesehen von der nötigen Rechenleistung für die KI im Grunde nichts getan.

    Das Gerede von der angeblichen Kreativität, die über menschliche Fähigkeiten hinausgehe, sowie die Asiatenbegeisterung bezog ich auf das Video, nicht auf Sie. Das sind ganz allgemeine Phänomene in diesen Keisen.

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  20. Leser

    Nein, das habe ich nicht behauptet. Ich habe gesagt: Jeder vom Komputer errechnete Zug bestätigt sich selbst durch eine spekulierte Serie weiterer Züge, denn der Komputer schätzt lediglich Gegenzüge ab – wählt aber den Zug aus, der am unwahrscheinlichsten nach bereits einer Gegenreaktion im Sande verläuft. Ist der Gegner ausgezeichnet, so war die voherige Bewertung „voreilig“ und es wird neu evaluiert. Neu im Sinne von fundamental neu. Sie haben aber recht. Nur der Rechenaufwand unterscheidet hier, da der point of no return beim Go später einsetzt und bis dahin die Maschine irgendwie sinnvolle Steinchen legen muss.

    Mir ist aber etwas weiteres aufgefallen, wofür ich Ihnen danke. Entweder sind die Entwickler selbst zu verliebt in ihre Kreation oder sie verdecken rhetorisch ihr eigenes lückenhaftes Kontrollverfahren. Denn im Grunde hat jeder traditionsbrechende Zug mindestens einmal bereits stattgefunden. Nämlich in den Spielen der KI gegen sich selbst. Da ist sie nun, diese „Kreativität“. Irgendwo in den Spielverläufen von den zig millionen Trainingseinheiten.

    Das merkt man auch bei jenen Vorträgen der Entwickler. Sobald sie über das eine verlorenen Match gegen Lee Sedol sprechen, nimmt ihre Miene einen seltsamen Zug verletzten Ehrgeizes an. Als wäre ihr von Geburt an getrimmte Kind nur mit einem zweiten Platz von einem Wettbewerb heimgekommen.

    Eine Frage bleibt trotzdem. Sind solche Systeme nützlich im wissenschaftlichen Betrieb? Denn den einen Unterschied können Sie trotzdem nicht leugnen: Die Maschine hat es sich selbst „beigebracht. Und damit hat man ein mächtiges Werkzeug geschaffen, da es in jedem Anwendungsgebiet durch bloße Rechenleistung Regeln formulieren kann, was der moderne Wissenschaftler mit Ausdauer und viel Kaffee macht und nicht so fehlerfrei. Das war ja die frühere Diskussion ums Dogma.

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  21. Leser

    Um es klarzustellen: Mir geht es auch nicht so sehr darum, das ein Komputer einen Menschen schlägt, sondern wie er es macht. Diese Frage ist durch das Aufkommen autonom lernender Netzwerke überhaupt ersr möglich geworden und die Ergebnissee von AlphaGo zeigen das sehr gut. Eine programmierte Go-Maschine könnte die Tradition nicht umgehen, sie wäre nur ein digitalisierter Asiate. Vielleicht wäre eine Art AlphaChess-Projekt demnach nicht minder interessant für die professionelle Schachwelt. Eben um neue Strategiem zu finden, nicht um sich schlagen zu lassen,

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  22. Aber nichts anderes tut der Rechner auch bei Go. Ich sehe da nach wie vor keinen Unterschied. Daß Go offener ist, schlicht aufgrund des vergrößerten Spielfeldes und der Freiheit jeden Stein zu setzen, ist klar.

    Ich denke, da haben Sie den Geist dieser Programmierer getroffen. Das ist ein ähnliches Phänomen, wie beim Tesla. Ein Hype nach dem anderen, ohne daß fundamental etwas Neues passiert, aber man glaubt gerade die Welt auf den Kopf zu stellen.

    Gut, dann ist dieser Zug eben zuvor zum ersten Mal geschehen. Aber Sie haben recht, daß der Zug im Lernprozeß eben ein Test mit ganz geringer Wahrscheinlichkeit war. Und er ergab sich letztlich als gar nicht so schlechter Zug. Die Erfahrung dieses merkwürdigen Ergebnisses nutzte er jetzt im Spiel. Auch das ist wie beim Menschen: Ein Großteil der Kreativität, wie man es nennt, ist trial and error. Vielleicht sogar alles daran. Dazu muß man unsinnige Dinge ausprobieren und schauen, was herauskommt. Ich kann nicht begeistert sein, wenn ein Rechner das kann. Das ist nicht überraschend. Eigentlich ist es sogar ziemlich langweilig.

    Sie hätten bezüglich des Wissenschaftlers recht, wenn „Fehler“ eine negative Größe wäre. Nochmal: Der Fehler ist immanenter Bestandteil der Kreativität. Es gibt keine Kreativität ohne Fehlschläge. Wenn der Rechner keine Fehler macht, d.h. streng logisch denkt, dann handelt es sich nicht um eine KI und er kann gar nichts lernen. Ist es aber eine KI, dann macht diese KI per definitionem Fehler, ja sie soll welche machen, genauso wie jener unerwartete Zug in Go ein Fehler war. Das ist der große Denkfehler bei all dem KI-Hype: Man kann entweder exakt sein, dann ist man ein großer Taschenrechner, ein Savant. Oder man ist kreativ, aber dann gibt es keine Fehlerfreiheit, ja sie ist sogar unerwünscht. Choose one. You can’t have both.

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  23. Leser

    Angenommen, man stattet eine KI mit einem Belohnungssystem für das Auffinden von kausalen Zusammenhängen aus und füttert sie mit empirischen Daten und einem Grundverständnis der Nutzung menschlich nachvollziehbarer Notationssysteme. Diese KI jagd daraufhin die Versuche durch den prüfenden Taschenrechner. Ein Lämpchen leuchtet auf: Vollttreffer! Die KI erhält einen digitalen Keks und das Ergebnis landet auf dem Schreibtisch eines Wissenschaftlers.

    Ich denke, für einen Wissenschaftler wäre diese Idee sogar sehr begeisternd. Und seien es nur simpelste Zusammenhänge. Sie bilden am Ende dann doch das Fundament für eine weit größere, menschengemachte Einsicht. Man könnte so auf neue Fährten gelockt werden, klarer einsehen, auf welchem Felde empirische Aushebungen fehlen und die Ressourcen dementsprechend umverteilen. Selbst wenn das Lämpchem nicht leuchten sollte – beim Betrachten eines gescheiterten Lösungaweges kann es ebenfalls klicken – „Fährtenlesen“.

    Das wäre eine Perspektive, wie man die KI als wissenschaftliche Hilfskraft nutzen könnte.

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  24. Sicher stattet man Regressionsmethoden auch mit KIs aus. Aber sehen Sie, das ist ja keine Wissenschaft. Die kreative Leistung in der Physik steckt doch nicht darin, Regressionsgeraden durch die Meßwerte zu legen, sondern einen sinnvollen Versuchsaufbau herzustellen, mit teils kleinen, aber genialen Maßnahmen die Fehler zu minimieren. Vor allem aber überhaupt das Problem zu formulieren, einen Ziel zu haben, das zu jenem Versuchsaufbau führt.

    Meßwerte auswerten fällt in die Kategorie Schrifterkennung, Spracherkennung, Bilderkennung. Und da hat die KI nicht nur ihre Zukunft, sondern da ist sie schon erfolgreich im breiten Einsatz in Industrie und Forschung.

    Aber echte Kreativität ist eben etwas wesentlich Komplexeres. Und zwar, wie ich oben ausführte, nicht als Frage der Rechenleistung und des Informationsgehaltes, sondern die Frage der Abwägung von Fehler vs. Präzision. Diesen trial and error macht die wissenschaftliche Gemeinde bereits jeden Tag. Da gibt es keinen Optimierungsspielraum. Zumal es, wenn wir von Revolutionen in der Wissenschaft reden, ja um gesellschaftliche Widerstände geht. Oder glauben Sie, daß sich die vereinten Medien umstimmen ließen, wenn ihnen ein hochhausgroßer Rechner sagte, daß es kein global warming gibt? Diese schöne ideale Zukunftswelt gibt es nicht.

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  25. Leser

    Ja, ich verstehe. Das scheint mir so richtig zu sein.

    Mich würden ja die Auswertungsprotokolle von AlphaGo’s Lermphase interessieren. Ich könnte mir vorstellen, dass im Training zwar prinzipiell alle Züge – selbst mit geringster Wahrscheinlichkeit, beinahe per Zufall – gespielt werden, während man später den Schwellenwert gegen echte Spieler hochschraubt, um tendenziell gelernte Kombinationen zu spielen und die errors zu minimieren. Dann ist diese KI quasi ein Zufallsautomat mit beschränkter Freiheit, der in diesem Stadium zwar bereits die besten Spieler schlagen mag, doch vom Prinzip her sich an das Optimum eines rein logischen Großrechners annähert. Würden Sie das unterzeichnen?

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  26. Es könnte sein, daß man da nachhilft. Im Idealfall aber müßte die KI selber durch viele Versuche hindurch begreifen, welche Züge erfolgversprechend sind und welche nicht. D.h. die Schwelle dessen, was eine KI riskiert, sinkt ohnehin, je mehr sie gelernt hat.

    Und der Hinweis darauf ist natürlich ein weiter Punkt, den man generell zu beachten hat: Die junge KI wird wie ein junger Spieler womöglich solche unerwartbaren Züge machen und etwas revolutionieren – aus Glück heraus (neben vielen dummen Zügen). Die schon lange lernende KI verhält sich aber irgendwann wie ein „altes Eisen“. Auch in dem Sinne gleicht sich die KI unabänderlich dem Menschen und damit auch seine Schwächen an.

    Ich verstehe Ihre Frage nicht. Der rein logische Rechner ist doch kein Optimum. Wenn Sie meinen, daß die bis zu einem gewissen Grade angelernte KI schließlich gestopt wird, um auf dem Erfahrungsschatz (der sich aber nicht weiter verfestigen möge, also die Wahrscheinlichkeiten beibehält) nun wenigstens keine logischen Fehler mehr macht, dann mag das eine Strategie sein. Allerdings zweifle ich, ob man so einfach sagen kann, wo dieses Optimum liegt. Denn das hängt wiederum vom Gegner ab. Ist dieser risikofreudig oder ein alter Herr? Vor allem sehen Sie eins: Das sind, je besser eine KI wird, immer menschlichere Fragen.

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  27. Leser

    Das ist ein sehr interessanter Vergleich. In einem anderen Vortrag wurde erklärt, wie sie Updates der KI erstellt haben. Nämlich indem turniermäßig – freilich auch noch zig Turniere gleichzeitig – die KI sich selbst selektierte. Jeder Partiegewinner stellte also auf einer Rangliste ein Update dar, der Gewinner von Turnier 1 spielte dann gegen den Sieger des zweiten Turniers usf.

    Hin und wieder spielten auch mal die Entwickler gegen die KI, waren aber bald überfordert. Aber das nur nebenbei, denn vermutlich haben diese vereinzelten Spiele kaum zum Training beigetragen. Wissenschaftlich korrekt wäre ohnehin ein temporäres Abstellen der Lernfunktion, um den Lernprozess möglichst geschlossen zu halten. So hätte ich es zumindest gemacht.

    Da dieses Lernen aber immer zweiseitg ist – hegelisch ausgedrückt das „Selbstbewusstsein“ ein Gegenüber brauch, um sich seiner zu vergewissern -, in dieser rein künstlichen Form sogar ideal konstruiert wurde – da die KI auf jeder Versionsstufe gegen gleichaltrige, aber nicht gleichrangige spielt (denn jede KI hat ihren ganz persönlichen durch Zufall und Glück bestimmten Weg; „Herr und Knecht“), haben wir irgendwie sogar die Phänomenologie des Geistes in der Nussschale vor uns!

    Sie bemerkten vorher ganz recht, dass KI bereits für u.a. Bilderkennung genutzt wird: Das tut die Go-KI ebenfalls. Die AlphaGo-Anwendung funktioniert gar nicht korrekt ohne den Überblick über das Spielfeld. Das wurde mir jetzt klar.

    Nein, so wie Sie es sagen, dass die KI sich strategisch vervollkommnt, so war es mit dem Optimum gemeint. Aber nach meiner kurzen Hegelei merke ich, dass das System prinzipiell unberechenbar offen gegenüber Gleichaltrige ist. Der Rang hängt in der Luft und entscheidet sich erst am Ausgang des Kampfes unter Gleichaltrigen – die Anzahl der gespielten Partien im Turniersystem entscheidet über das Alter, so meine ich.

    Ja, durchaus menschliche Fragen! Da treten von einander völlig getrennt entwickelte KI’s gegeneinander an, doch der Ausgang ist schon nicht mehr kausal bestimmbar, sondern hat eine Art Schicksal in sich – Schicksal des Ranges, aus dem Kampf geboren, „sich zur Gewissheit gekommen“. Ich bin gerade etwas entsetzt über die Unverbrauchtheit dieser Sprachbilder. Liegt Hegel doch schon 200 Jahre hinter uns, losgeworden ist man ihn – der Verstandesmythen wegen – noch lange nicht!

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