Der Präsident des Klassizismus . Donald Trump und die Aufklärung . Teil 4

Unaufgeräumt wie ich bin, möchte ich zunächst noch zur Außenpolitik zwei Gedanken nachtragen. Der erste bezieht sich auf die Reform der Nato, die Trump erwirken will, d.h. die stärkere Beteiligung der übrigen Mitgliedsstaaten an den militärischen Ausgaben des Bündnisses. So richtig dieser Schritt ist, so problematisch ist die Tatsache, daß die EU das zum Vorwand nehmen wird, sich nun endlich mit Rückenwind den lang ersehnten Traum von der EU-Armee zu erfüllen. Man kann nur hoffen, daß das System zuvor bereits oder in unmittelbarer Folge zusammenbricht.

Denn – und das ist der zweite Punkt, der noch erwähnt werden muß – Europas irrwitzige und größenwahnsinnige Vorstellung, Amerika in irgendeiner Weise Paroli bieten zu können, ist brandgefährlich. Schon das Währungsprojekt war es, und eine zwangsweise Zusammenführung der europäischen Einzelstaaten wäre es in noch größerem Maße. An den alten Sprach- und Mentalitätsgrenzen, Grenzen von Lebensweisen, wird Europa immer wieder bei auch nur geringen Belastungsproben auseinanderbrechen. Wir haben es immer und immer wieder in der Geschichte erlebt und sehen es mit der Entwicklung der EU auch heute noch. Einen Idealzustand, wie ihn Amerika erlebt: Eine Sprache, eine Nationalität und ziemlich gleichmäßiger Föderalismus in 50 Staaten – das wird im von Deutschland dominierten, in zig Sprachen unterteilten und mit einem enormen Nord-Süd-Gefälle geschlagenen Europa, wie es die Staaten nicht annähernd besitzen, nie erreicht werden.

Daher ist der beste Weg für Europa innerhalb der zukünftigen Oligarchie aus Amerika, China und Rußland die Rolle des Alten Reiches. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hat jahrhundertelang gut daran getan, zersplittert zu sein. Keines der umliegenden Großmächte – Frankreich, Habsburg, Schweden – hat den Einmarsch eines anderen dulden können. Und doch konnte das Reich sich auch wehren, indem es in einem lockeren Verbund leicht zusammenrückte, wenn äußere Gefahr drohte. Es ist übrigens Unsinn, zu glauben, daß der 30jährige Krieg als Kampf der Großmächte zum Schaden Deutschlands ausgetragen wurde. Wir wollen nämlich nicht vergessen, wer diesen Krieg verursachte und auslöste, als er die Religionsstreitigkeiten mit dem Kaiser begann. Richtig, Deutschland selbst, die Fürsten des Reiches gegen den Katholizismus und damit Habsburg.

So wie dieses Reich für seine Bürger oft wohlhabendere Lebensverhältnisse versprach als es etwa im zentralistischen (sic!) Frankreich der Fall war – denn es hatte seinen Grund, daß die Revolution in Frankreich, nicht in Deutschland ausbrach –, so könnte ein föderal-souveränes Europa ebenfalls unter dem Radar der Großmächte ein ruhiges, gutes Leben unterhalten, wohingegen jeder Zusammenschluß nichts als Probleme verursacht und von Beginn an brüchig ist. – Jede Regierung der EU wird abstrakt bleiben, nie wird ein EU-Politiker in der Landessprache aller sprechen können. Dieses System ist vom Tag seiner Einführung an zum Scheitern verurteilt, wenn es demokratisch funktionieren soll. Freilich soll es das nicht. Aber seit den jüngsten demokratischen backlashes darf man zuversichtlich sein, daß sich der Europäer diese Freiheit nicht mehr nehmen läßt.

Nun aber wollen wir abschließend auf den ersten Teil zurückkommen, zum idealistischen gewissermaßen, zur Frage, wogegen sich die amerikanischen Bürger eigentlich erhoben haben.

Was im Nachhinein überraschender ist als das Ergebnis, mag dieser schon erwähnte, verlorengeglaubte Selbstbestimmungsdrang sein. Nicht der des Volkes, sondern jedes einzelnen Individuums, das sich trotz äußerster Diffamierungen und sozialen Drucks für die Wahl Trumps entschieden hat. You can’t stump the Trump. Und die Gewalt, die gerade heute von den „Love trumps hate“-Kreischern und bereits zu den Trump-Rallies von hoher Stelle (wie sich später herausstellte) organisiert wurde, zeigt, daß gerade diejenigen, die sich angeblich gegen Haß gewandt haben, den größten Haß in sich spüren – ein ewig unterdrückter Haß, dem sie ihren vermeintlichen Feinden gegenüber freien Lauf lassen, weil sie sich überall sonst zusammenreißen müssen in der Welt der political correctness.

Zugleich läßt es aufatmen und offenbart, daß im Zweifelsfalle – und so schlimm sieht es mit Amerika ja gar nicht aus, also ein relativ moderater Zweifelsfall – die Medien, die versammelte  Politikermeute und die Akademiker obendrein letztlich doch nicht genügend Macht über das Individuum europäischer Provenienz errungen haben, um ihre Agenda durchzudrücken. Der Freiheitsdrang ist stärker in diesen Köpfen. Es hat bloß jahrzehntelang unter den schaffenden Kräften des Landes niemanden interessiert, was die Social Justice Warrior in der Regierung den ganzen Tag so anstellten, wie viele Lobby-Gruppen sie finanzierten, um die Mitleidsagenda zu pushen. Denn darum geht es letztlich: Political correctness hat nichts mit Freundlichkeit oder Anstand zu tun, sondern mit der Verteilung von Geld, mit der Finanzierung absurder Lehrstühle, von Vereinen, Interessengruppen, Werbekampagnen, Beauftragten, Versorgern und Umsorgern für diese und jene Minderheit – alles herrliche Pöstchen für Leute, die nichts können außer professionell zu heulen, zu betteln und zu stehlen.

Gegen diese Agenda der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für unreife Priester haben die Menschen die Reißleine gezogen – und das versammelte Establishment samt der kindischen Bessermenschen fallen aus allen Wolken, weil sie dachten, das Volk stünde hinter ihnen, nur weil die Gewöhnung an gewisses Wahlverhalten und der Mangel an vernünftigen Alternativen sie dazu zwang, die alten Parteien weiterzuwählen wie eh und je. Tatsächlich stand niemals eine Mehrheit hinter diesem horseshit.

Denn man mache sich das eine völlig klar: Das Establishment unserer Tage, die ewigen Lebensverweigerer Merkel, Obama/Clinton, Juncker usw., die praktisch nie einer Arbeit außerhalb der Universität, der Medien und Politik nachgegangen sind, kommen am ehesten noch dem Rang einer Laborratte nahe, nicht aber Kennern des Lebens – und schon gar nicht Menschenkennern, echten Führern. Was sie entwickelt haben, ist die Gewieftheit des Priesters, der nichts zu tun hat, als Anderen moralische Vorwürfe zu machen.

Und das ist das subtile und widerliche an der moralinsauren Folter: Da ein Schuldvorwurf immer rückwärtsgerichtet ist (du hast gesagt, du hast getan, deinesgleichen haben gesagt und getan), also vom Angesprochenen nie abgeändert werden kann, da die Schuldsache in der Vergangenheit liegt, ist es möglich von ihm zukünftig neben demoralisierenden Entschuldigungen Alles zur Wiedergutmachung zu verlangen. Du willst schuldfrei sein? Sage nie wieder etwas, das ich als rassistisch, homophob, islamophob u. w. dgl. m. ist definiere! Und sei vorsichtig, es könnte alles sein. Also sage am besten gar nichts. Ordne dich nur noch unter! Vorsorglich.

Es ist eine ungeheure geistige Kraft nötig, diese Vergewaltigung des Geistes von sich zu weisen und stattdessen stolz und widerspenstig seine Freiheit in Denken und Tun einzuklagen. Excuse me, I’ll use the word anchor baby! Man mag das von Philosophen erwarten. Ich gebe zu, ein wenig habe ich bei der ersten Bewährungsprobe, dem Brexit gezweifelt, ob sie noch derart frei im Denken seien, oder ob die Erziehung im System des untergehenden Zeitalters der Massenmedien noch wirke. Das große Phänomen nämlich ist nicht, daß es einige Gegenrede gebe, sondern daß einfache Menschen, wie man sie täglich auf der Straße trifft, diesen geistigen Schritt gewagt haben.

Und das zeigt: Amerika und Großbritannien sind noch lange nicht in Fellachentum untergegangen. Vielmehr darf man stolz sein auf den tiefen europäischen Instinkt und Drang, sich die Freiheit, wie sie Kant formuliert hat und vor ihm Rousseau, daß nämlich alle Gesetze, die wir uns geben, für Jedermann gleichermaßen gelten sollen, niemand eine bevorzugte Behandlung erhalten darf, nur weil er sich von Gott bevorteilt oder benachteiligt findet, endgültig zurück zu gewinnen.

Und da sehen wir auch schon, was neu an dieser Formulierung des Kategorischen Imperativs ist. Obgleich dasselbe Problem der religiös-moralischen Bevormundung bereits um 1800 bestand, hat doch die ausdrückliche Formulierung gefehlt, daß man sich weder von unterdrückender Gewalt „von oben“, noch von geheulter Moralpredigt „von unten“ (die sich gerade dadurch nach oben aufschwingt) dieses hehre Gesetz der Gleichbehandlung Aller in beide Richtungen nehmen lassen werde.

Das lang daran, daß die Moralpredigt um 1800 ganz ebenso von oben kam, wie heute, und von den Aufklärern ganz recht als Machtinstrument begriffen wurde. Nietzscheanisch aber ist es eben eine ganz andere, nicht kraftvolle, sondern kraftlose, keine körperliche Vergewaltigung, sondern eine geistige, welche, wie ein lebensfeindlich pervertiertes Christentum, den Starken moralisch, also aus der schwächeren Position heraus, zu zwingen sucht.

Es ist diese aufklärerische, klassizistische Geisteskraft, die die Bevormundung der Moralapostel unserer Zeit zerschlägt. Daher ist Trump der Mann, der die Amerikaner vom Ablaßhandel moderner Form befreit hat, wie einst Luther und die Aufklärer, wie Rousseau und Kant von demjenigen in Europa. – Nun gilt es für das Mutterland immerhin nachzuziehen, was der Enkel diesmal vorgemacht hat.

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21 Gedanken zu “Der Präsident des Klassizismus . Donald Trump und die Aufklärung . Teil 4

  1. „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.“ Nietzsche

    Scharfsinnig geblickt, tiefgreifend geschöpft, mit chirugischer Präzision wurde die linksreaktionäre Ideologie isoliert. Bravo! Für mich ist das durchaus ein feierlicher Anlass, mit Stolz und gewissem Spotte durch die fauligen Gänge der soziologischen Fakultät zu schlendern. Ist diese Lobby eigentlich irgend stärker entwickelt als in Deutschland? Wann wird „Alt-68er“ endlich zum lasterhaften Unwort erhoben?

    Und damit möchte ich zu Kant überleiten. Würde Kant die Kritik der praktischen Vernunft heute anders schreiben? Der königsbergische Vermögensverwalter hätte nichts, rein gar nichts widerrufen. Und man fühlt das bei den Alt-68ern, der Frankfurter Schule, in der relativ neuen Tradition der Philosophischen Anthropologie ebenso. Überhaupt merkt man einen gewissen Hohn unseres Universitätsapparats gegenüber dem „amerikanisierten Kant“: u n s e r Kant – das bedeutet Ver-achtung vom Gefühl, vom Herzen, von der Natur im Geiste, vom Blute. U n s e r Kant bedeutet Achtung des aus der jenseitigen Vernunft unbedingt anzuerkennenden Sittengesetzes. Der Kantische Imperativ hat kein Moment der Redefreiheit, des Diskurses – er ist fest in seiner Anwendung und transzendent in seiner Herkunft. Wie Sie ja selbst wissen, der Genese entbehrend und nach Kant nicht einmal mehr der Deduktion zugänglich (als was diese nur dem theoretischen Vermögen fähig ist. Hier sei noch angemerkt, dass Kant den Begriff der Deduktion dem juristischen Sprachgebrauch entnahm: „als das Geltendmachen von Rechtsgründen in juristischen Streitfällen“ [Philosophisches Wörterbuch. 23. Auflage. Kröner, Stuttgart 2009]), argumentiert Kant extrem raffiniert für dasselbe, was der religiös-moralischen Bevormundung nicht mehr plump freistand. Kant ist der Priester in Vollendung. Es gibt keinen Bestimmungsgrund für den Kategorischen Imperativ: das ist Folgerung in der Zweiten Kritik.

    Und welche Antworten gab Kant auf die vierte Frage, was der Memsch sei? Das ist das Problem! Und jeder intelligente Moralist „von unten“ wird gerade Kant für sich immer und immer wieder fruchtbar machen können. Er wird in Kant die Bürgschaft für seinen Moralbumbums finden! Das ist das „lebensfeindlich pervertierte Christentum“.

    Nicht ist es bloß die Dekandenzschöpfung der Akademiker, ihr linksreaktionäres Getue dadurch zu kaschieren, dass alle gegenteilige Meinung „rechtskonservativ“ bis … verunglimpft wird – nein gerade diese unendlich reichhaltige Variation, wie wir sie ausschließlich in dieser Prägnanz in Deutschland vorfinden, ist überwiegend Kants Erbe des metaphysischen Höchsten Gutes, verschwistert mit seinem materiellen Komplementär der Übersatt-Gesellschaft in der schöngeistigen Gegenwart. Kant als Aufklärer steht der political correctness am nähesten – das wäre mein Gegensatz.

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  2. Das Einstiegszitat wählte ich, da, wenn ich bezüglich dem Moralisten Kant recht haben sollte, ein weiteres Problem entsteht. Und zwar bei der Bewertung des sogenannten Freigeistes im einfachen Menschen. Ich meine, dass kein kleiner Teil dieser Menschen geistig bereits ganz andere Schritte getan hat. Ja, possenhafte Sprünge! Widergeistig. Was Sie vom Wahlergebnis trotz des sozialen Drucks und den medialen Diffamierungen sagen ist einerlei, ein anderes ist freilich die Unvernunft in den anonymen Foren. Sei es auf YouTube, Facebook und sonst wo. Selbst die Anonymität zerfällt willkürlich und bewusst. Man tritt mit Lichtbild und bürgerlichen Namen auf. Ich möchte darauf sensibilisieren, da trotz allem Klassizismus und Aufklärung sehr bedenkliche Kräfte brodeln.

    Wie verhält sich nun die fragile bürgerliche Mittelschicht zu all jenem? Trump lässt tatsächlich die Herzen höher schlagen. Im bürgerlich-konservativen Diskurs hofft man auf Bändigung des Ressentiment – in einem selbst, sowie „unten“. Das hat seine guten Gründe! Man kennt den Feind und seine durchgezogene und filligrane Vermittlung im gesamten Informationsapparat und Wissensdiskurs. Man weiß auch: ob nun links unten oder rechts unten – Verteilung von Gelder, Diebstahl und bestenfalls Oklokratie. Was das Geheimnis dieser Schösslinge und Entlaufenden aus dem Mittelstand ist, dass ist die einzigartige Mischung aus relativer ökonomischer Unabhängigkeit und selbstgelehrter Enthaltsamkeit. Das sind aber stets Glücksfälle und ob diese nun Motor oder Opfertier sind, das bleibt mal wieder unentschieden.

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  3. Da Ihnen das Kapitel „Die kultische Philosophie des Abendlandes“ noch in bester Erinnerung sein dürfte, ist Ihnen natürlich völlig klar, daß ich nichts hinzufügen mag als: Sie haben völlig recht. D.h. nicht ganz. Sie wissen, ich haue auch gern auf die Königsberger „Vogelscheuche“, aber man darf die Doppelzüngigkeit Kants nicht verleugnen. Er ist schon auch ein Vereiniger. Und das bedeutet nun mal Offenheit. Es steckt – nicht so sehr und direkt im Kategorischen Imperativ, aber in der ganzen Anlage seiner zwiespältigen Philosophie – ein starkes Argument für die Anhörung aller Seiten. Und dessalb, richtig, müßte er auch heute nichts anders formulieren. Ich wäre ihm nicht einmal böse drum.

    Der eigentliche Grund aber, warum ich so auf Kant und die Aufklärung poche, liegt natürlich darin, daß ich bei allem Gerede von der Anti-Aufklärung, dem Untergang der Werte der Aufklärung durch Trump u.w.dgl.m. geschwatzt wird, mir ausgerechnet zum Spaß machen wollte gerade die Aufklärung und Kant zum Fundament des Phänomens Trump zu machen. Isn't it fun to be at a Trump rally? https://www.youtube.com/watch?v=B2mjNT00n3c

    Ich habe gar keine Schwierigkeiten mit diesen anonymen oder auch offenen Auslassungen. Wer hat es denn verursacht? Das ist nicht das Werk irgendwelcher dunklen Teufelskräfte. Die extremistische (sic!) Politik der letzten Jahrzehnte hat den Kessel ohne Rücksicht auf Verlauste mit ihrer irren Agenda aufgeheizt und mit der political correctness druckdicht abgeschlossen. Irgendwann platzt er eben. Es wird nicht die Falschen treffen, believe me.

    Ich danke Ihnen übrigens für die Erwähnung der soziologischen Fakultät, denn zu den Finanzierungszielen des Linksliberalismus gehört natürlich vor allem auch die Universität mit ihren nunmehr ins absurde greifenden Studiengängen, die ich oben vergessen hatte.

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  4. Übrigens: Die Lobby ist natürlich in Amerika stärker. All das, was Milo aufzählt, sind ja amerikanische Erfindungen: social justice, language policing, political correctness, safe spaces, trigger warnings, mikro aggressions. Ob die deutsche Linke andere „Qualitäten“ hat, wie etwa den vollständigen Mangel an Gelassenheit (wie man an den Reaktionen selbst hoher dt. Politiker erahnt) ist eine andere Frage.

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  5. Ich muss mich auch berichtigen bzgl. der Frankfurter Schule, zumindest teilweise. Ein Adorno hätte als erster noch die political correctness kontra-aufkläererisch empfunden. Es könnte sogar sein, dass er das in einen seiner Vorlesungen zu den „Problemen der Moralphilosophie“ konkret sogar mit diesem Terminus anspricht. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Aber er würde Ihnen gleichwohl bezüglich der Doppelzüngigkeit nicht widersprechen. Aber der geprägte Begriff der „verwalteten Welt“ enthält jedenfalls ebenso solche Mechanismen der Nivielierung der geistigen Freiheit, wie durch jene von Ihnen aufgezählten amerikansichen Erfinden durchgedrückt wird.

    Na im Grunde haben Sie es nicht vergessen, Milo spricht das ja ebenfalls an in seinem Femininismusdiskurs. Übrigens ein reger Typ, das hat Spaß gemacht.

    Der Redlichkeit geschuldet muss ich auch noch etwas zu George Friedman nachtragen. Letztendlich sind seine geopolitischen Spekulationen wirklich absurd. Jede getroffenen Vorhersage, er nennt's Strategic Forecast, ist so tief neokonservativ Clintonscher Färbung, dass er natürlich bewusst völlig den Aspekt aus dem Spiel lässt, dass seine Spekulationen nur bei einem konfrontativen imperialen Führungsstil der USA aufgehen. Zerfall Chinas und Russlands in regionale Warlord-Entitäten, Niedergang des alten guten Europas (wenn er z.B. die Meinung vertritt, dass die Europa nie ihre Feindschaften überwinden sondern nur so täten, als hätte es diese nie gegeben, bishin zur völligen Unmündigkeit der Europäer bei Führung und Besitz eigener atomarer Waffenarsenale usw.) Oder wenn die „Drumbeats of the Future“ – die donnernde Artillerie in der Ukraine – völlig isoliert von den amerikanischen Verwicklungen und Provokazionen als spezifisch europäisches Phänomen stigmatisiert wird.

    Es gibt vielleicht einen konkreten Punkt, der nachdenken macht – besonders, wenn ein Neocon wie Friedman das so deutlich sagt. Speziell das Verhältnis Deutschland-Russland und wie ein expansiver US-Exzeptionalist das sieht.

    Ganz entscheidend für diese geopolitischen Erwägungen ist die sogenannte „Heartland-Theorie“, vielleicht haben Sie davon dahört?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Heartland-Theorie#Rezeption_und_Weiterentwicklungen

    „Wer über Osteuropa herrscht, beherrscht das Herzland.
    Wer über das Herzland herrscht, beherrscht die Weltinsel.
    Wer über die Weltinsel herrscht, beherrscht die Welt.“

    Da wundert die expansive Taktik der Amerikaner freilich niemanden mehr. Im Grunde verarbeitet Friedman diesen Sachverhalt mit dem recht trivialen Argument, dass man schwer ganz Eurasien okkupieren könne. Nun ja, also schlicht für Unruhe sorge, wie er weiter ausführt. Das verleiht aber auch der Regime-Change Agende eine gewisse Note, die nur noch peripher mit moralischen Erwägungen zu tun hat.

    Ich mache das deshalb so stark, da gerade der von Ihnen geäußerter Wunsch (Vereinzeltes Europa zwischen den drei Großmächtigen USA, Russland, China), als stabiles Gebilde auf Dauer gerade die momentan unwahrscheinlichste Konstellation zu sein sein scheint. Trump hin und her. Das hindert die alten Eliten nicht ihre Agende voranzutreiben. Es liegt tief, dass Clinton und co. so viel Geld ständig beiseite getan haben. Das erlaubt unheimlich wirksame Eingriffe auch bei geändertem US-Kurs. Man hat sich quasi gegen die Unwahrscheinlichkeiten, dem demokratischen Aspekt innenpolitisch, abgeschirmt. So gesehen wäre die Präsidentschaft Clintons eine schöne Vereinfachung der Agenda gewesen, löst diese aber überhaupt nicht auf, sondern verzögert höchstens.

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  6. Sie glauben gar nicht, wie viele Bugs es beim Erstellen der Beiträge gibt. Blogger ist eine Katastrophe.

    Ich halte diese Heartland-Theorie für etwas überzogen. Freilich haben die Amis was gegen eine Kollusion von Rußland und Deutschland. Aber eben nur insofern das England auch nie gern gesehen hat, wie Frankreich ebenfalls. Dabei geht es gar nicht so sehr um eine Zusammenarbeit, sondern darum, das einer den anderen unterwirft und ein mächtiges Großterritorium errichtet. Deshalb sind die USA 1917 in den Krieg eingetreten, als die Deutschen Rußland zu überrennen drohten und Ende 1941 erneut, weil dasselbe vor der Tür stand. Aber Wenn Frankreich Deutschland erobern würde, kämen dieselben Bedenken auf. Nur, war das angesichts der Wirtschaftskraft Frankreichs eben unwahrscheinlich. Und 1944 sind die Amerikaner aus demselben Grund in der Normandie gelandet. Nicht um die Nazis zu besiegen, sondern Rußland irgendwo in der MItte aufzuhalten. D-Day war im Grunde eine Kriegserklärung an Rußland, wenngleich das die Russen in ihrer noch immer brenzlichen Lage nicht sehen wollten.

    Die Agenda der USA wird sich mit Trump gar nicht ändern, sie wird sich sogar verschärfen, weil er für die Interessen der USA viel offensiver eintreten wird. Aber das zwingt alle Anderen es auch zu tun. Und das ist die gute Seiten daran.

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  7. Friedman argumentiert freilich mit dem demographischen Wandel in Deutschland. Ich denke, das ist eine ideologische Frage:

    Ein wirtschaftlich dominantes Deutschland in einem lockeren europäischen Verbund mit Russland als Schutzmacht im Austausch für technologische Anlagen (z.B. Ressourcenförderungsanlagen) aus Deutschland gegen Arbeitskraft und Energieträger. Das ist der russische Traum und amerikanische Alptraum. Nach den Begebenheiten in der Ukraine wurde beispielsweise der Ausbau einer teuren militärischen Ausbildungsanlage in Russland eingestellt, die zuvor unter Aufsicht deutscher Ingeneure und Militärberater installiert werden sollte.

    Sie haben mir aber nicht auf die Frage geantwortet, wie Sie sich die Konstellation Deutschland(Europa)-USA-China-Russland als stabiles Gebilde vorstellen. Dass die Deutschen ihre außerordentliche Entscheidungshoheit außenpolitisch fruchtbar machen, durch einen Akt der selbstbestimmten Souveränität, ist jedenfalls der Diskurs, der ganz abseits vom moralinsauren Journalismus geführt werden müsste. Obama hat sich ja auf Donnerstag bei Merkel zum Gespräch eingeschrieben. Es soll um das Verhältnis USA-Deutschland-Russland gehen.

    Soweit ich weiß, war bis zur Niederlage der 6. Armee eigentlich der Russlandfeldzug im Interesse der USA. Zumindest lieferten die US-Firmen genügend Treibstoff für die Panzer und Flieger. Was sich mit dem D-Day begab, stimmt natürlich. Auch wollte man als Erster in Berlin-Dahlem die Pläne für die Atombombe ergattern.

    Nun, wenn sich die Agenda nicht ändern sollte, dann spricht das ja freilich für die Heartland-Theorie, zumindest ansatzweise. Und zwar in dem Sinne, dass Amerika ohne See- und Weltallhoheit seine Existenzbedingungen verspielt. Beispiellos überzogen agitiert George Friedman, aber die HT theoretisiert ja nur den Handlungsspielraum von Seemächten und Landmächten vor dem Hintergrund der industriellen Verkehrstechnik.

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  8. Auch habe ich immer gedacht, Protektionismus und Imperialismus sind Antagonismen. Sie scheinen mir aber wohl auch mehreren Ebenen zu argumentieren, sodass die beiden Konzepte ineinander laufen. Mich würde sehr interessieren, wie Sie das vereinen. Da Sie ja die Begebenheiten in Amerika mit dem europäischen Klassizismus annähern, kann es sich nicht – um mit Ihren Begriffen zu sprechen – um einen reinen Typus handeln, sondern ingene Kultur oder kultisches Ingenium (man darf wählen 🙂 ). Aber waren die letzten amerikanischen Jahrzehnte wirklich „barock“ im ingenen Sinne? Überhaupt müsse erst festgestellt werden, inwiefern die USA als selbstständige Kultur ihre eigenen Zyklen durchlebt oder eben nicht.

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  9. Jemand sollte Friedman mal klar machen, daß Amerika ein ganz ähnliches demographisches Problem hat.

    Die Stabilität des Systems „Großmächte + kleine reiche, aber politisch impotente Staaten“ funktioniert genauso wie in der Frühen Neuzeit. Jedes der Großmächte möchte die politisch ohnmächtige Wirtschaftnation einverleiben. Keiner aber kann, weil das die Anderen auf den Plan ruft. Also achtet jeder darauf, daß sich niemand an dieser Kleinmacht vergreift. Dazu muß man aber weitgehend auf außenpolitische Ambitionen verzichten.

    Problematisch wird es nur, wenn sich die Großmächte einigen, dann wird man aufgeteilt. So mehrfach geschehen mit Polen durch Preußen Österreich und Rußland und schließlich auch mit dem Reich durch Österreich und Preußen. Allerdings ist das jetzt unwahrscheinlich, weil außer Rußland niemand Landkontakt mit Europa hat.

    Obama wird Merkel Anweisung geben, wie sie sich mit dem Maulwurf, der in Zukunft im Weißen Haus sitzt, auseinandersetzen soll. Soros und die Demokraten haben auch schon beraten, wie sie Trump torpedieren.

    Das wäre mir neu, daß die Staaten die Wehrmacht an der Ostfront unterstützt hätten.

    Wie gesagt, ich halte die Heartland-Theorie ja keineswegs für falsch, sondern für zu selbstverständlich, als daß man darauf herumreiten muß, wie es manche Strategen tun. Das ist mein Punkt.

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  10. Ich sehe ehrlich gesagt nicht, weshalb sich Imperialismus und Protektionismus ausschließen sollen. Wegen der platten Analogie, daß freier Handel kosmopolitisch sei und weltweites militärisches Agieren eine geographische Ähnlichkeit damit hat?

    Der historische Imperialismus ist unter höchst protektionistischen Bedingungen geführt worden. Freien Handel hat es z.B. innerhalb Deutschlands seit dem Zollverein gegeben. Zwischen den Nationen war das natürlich ganz anders. Die gesamte Industrialisierung war ein Phänomen unter protektionistischem Handel. Soviel zu Wirtschaftswachstum und Protektionismus. https://www.youtube.com/watch?v=6qqG6OurHaM&t=8m

    Zylken durchlebt ja Alles und Jedes. Die Frage ist bloß, wie deutlich das sichtbar wird. Jedenfalls waren die Gefühlsduseleien der amerikanischen Politik der letzten Jahrzehnte nicht kultisch. Die Masseneinwanderung auch in den USA ist ein Bewegungsphänomen, also ingen. Eine Kultur kommt auf einen derart absurden Gedanken gar nicht.

    Und glauben Sie nicht, daß die Besetzung der Ämter mit Nicht-Personen wie Obama am Ende nicht auch Einfluß auf die Strategen im Hintergrund hat. So wie Putin mit dem Regime-Change-Versuch in der Ukraine umgesprungen ist, so springt die Türkei mit der minderbemittelten Frau im Kanzleramt um. Und Sie kennen die Story von Obama, der im Iran und auf Cuba landet und nicht begrüßt wird… und die Politik, die damit einhergeht: nicht imperialistisch, sondern unglaublich unterwürfig, mir absurden deals. Es sind nicht nur Sprüche, wenn Trump sagt, our negotiators are political hacks. We need a president who wrote „The Art of the Deal“. Das Personal hat Auswirkungen auf die Politik – egal wie viel CIA, Finanzministerium und SescretService im Hintergrund arbeiten.

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  11. Das ist dem Herrn allerdings klar. Seine Vorträge sind dahingehend komplex ausgeführt. Ich empfehle sie auch weiterhin – bloß sprach ich meine Kritik in Andacht Ihres Mitwissens der Vorträge. Er hält daher recht wenig vom dem poplären Einwandererstatements von Trump bzw. ändert der Kampf gegen illegale Einwanderung nichts an der grundlegenden Abhängigkeit von Immigration in den Staaten überhaupt. Spätestens 2080 möchte Friedman daher immense Spannungen in den Südstaaten voraussehen, da die Latinos spätestens dann eine ethnische Mehrheit bilden würden.

    Allerdings herrscht eine grundlegende Asymmetrie zwischen den Staaten und deren Bürgern und europäischen Nationalstaaten gegenüber ihren. Die soziale Anerkenntnis stellt sich jedenfalls bei uns nicht mit der Staatsbürgerschaft ein. Eher beginnen dann die Probleme. Das ist freilich in den USA anders.

    Das macht die Konstellation „Großmächte + kleine reiche, aber politisch impotente Staaten“ problematisch in Bezug auf den europäischen demographischen Wandel.

    Sehr richtig, die Russen sind die einzigen mit Landverbindung, sind ein dominanter Faktor und vor allem konservativ gesittet: Lebensaufschwung korreliert positiv mit den Geburtenziffern. Dass Putin den Traditionalismus und damit die orthodoxe Kirche wieder präsent gemacht hat, war ein richtiger Schritt, um auch in Zukunft dafür zu bürgen. Gar nicht zu sprechen von den Homosexuellen-Gesetzen resp. der Zurschaustellung alternativer Lebenswege in den Medien.

    Ja, es ist etwas komplizierter mit der Wehrmachtsunterstützung. Einerseits wurde 1938 ein Lizensvertrag zwischen Standart Oil und I.G. Farben (gegen den Willen der US-Regierung) abgewickelt, um Tetraethylblei zu erzeugen (erhöht die Klopffestigkeit des Treibstoff, um z.B. Fliegermotoren kraftvoller zu betreiben).

    Andererseits wurde die Wehrmacht indirekt „unterstützt“, um die Rote Armee länger im Schach halten zu können. Z.B. wurde bewusst auf die Bombardierung wichtiger Spirtanlagen verzichtet.
    http://www.spiegel.de/einestages/zweiter-weltkrieg-lebenssaft-der-wehrmacht-a-946446.html

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  12. Das ist ja der Knoten in Friedmans und anderen Köpfen: Sie wissen, daß Einwanderung zu Rassenunruhen führt, glauben aber dennoch, daß es die einzige „Lösung“ sei. Man fragt sich dann wofür. Warum genau man Einwanderung brauche – und das heißt ja immer Einwanderung in solchen Massen, daß es sich nicht um hochqualifizierte handelt, sondern um Schwellenländereinwanderung – das kann niemand sagen. Was nützt eine nicht-alternde Gesellschaft, die immer unfähiger wird den westlichen Standard zu halten. Da haben wir – exakt – nichts gewonnen.

    Ich zweifle sehr daran, daß es mit der nationalen Anerkenntnis in den Staaten viel anders liegt als in Europa. Sie sind bloß Ärgeres gewohnt. Das ist auch so ein Mythos. Die Anerkenntnis für Einwanderer in den Staaten war groß, als noch ausschließlich Europäer ankamen, ja. Und diese Erzählung schreibt man nun fort, obwohl sich die Art der Einwanderung komplett gedreht hat.

    Nie wird erklärt, was am europäischen demographischen Wandel problematischer sein soll als Einwanderung und ich verstehe insbesondere Sie nicht, wie dieser dem „Reichskonzept“ entgegenstehen soll. I don't get it.

    Naja, die IG Farben war großer Shareholder von Standard Oil. Da hat die Regierung nichts zu melden, wenn die einen Linzenzvertrag abschließen. Amerika ist ja keine gelenkte Marktwirtschaft wie Deutschalnd zu dieser Zeit gewesen (d.h. erst später im Krieg geworden). Das würde ich nicht als Unterstützung der Amerikaner im Krieg gegen Rußland bezeichnen.

    Und daß man das Bombardement in Grenzen hielt hat denselben Grund wie die Landung in der Normandie. Sie hatten ja behauptet, bis Stalingrad hätten die Staaten Deutschland unterstützt. Umgekehrt wird eben ein Schuh daraus: Seit 1943, als die Russen sich in Richtung Westen in Bewegung setzten. Wie England, so war das neue Albion, das jetzt USA hieß, daran interessiert, daß niemand ein Übergewicht erlangt. 1941 sah es nach einem deutschen aus, ab 1943 nach einem russischen. Und dagegen haben sie jeweils gekämpft. Das ist schon sehr logisch.

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  13. Anonym

    Eine geschickte Einwanderungspolitik benötigt nicht ständig hochqualifierte Menschen und auch keine Masseneinwanderung. Geschickt wäre eine Integration, die vorausschauend die Neuankömmmlinge ausbildet und vorbereitet. Eben, der Standart eines Staates definiert beinahe den Staatsbürger. Ghettobildung und durchlässige Grenzen aus moralischen Erwägungen ist demnach exakt der falsche Weg. Geschickte Einwanderungspolitik wäre der Mix aus nichtalternder Gesellschaft + Erhaltung des Standarts. Einen anderen Rassebegriff meinen Sie ja doch auch nicht. Alles weitere wäre, wie Spengler richtig bemerkt, Zoologie. Und auch Trump wendet sich doch gegen die illegale Masseneinwanderung und den Gesetzen, die geglückte kriminelle Einwanderung plötzlich dann auffängt und behält.

    Was Sie an mir verstehen sollen, ist eben dieses Geschick der Bevölkerungsverwaltung, wie oben darlegt – weiter nichts.

    Ein „Reichskonzept“, dass auch langfristig Bestand haben soll, kann ich mir nicht ohne Bürger vorstellen. Den demographischen Wandel ohne ein vorausschauendes Einwanderungskonzept einfach hinnehmen, prädestiniert sozusagen zur Aufteilung der impotenten reichen Länder zwischen den Großmächten. Diese Wendung haben Sie ja selbst erläutert. Wenn der Nachrichtensender Russia Today Reportagen über die deutschen Probleme mit den Flüchtlingen fabriziert, dann steckt dahinter auch immer Kalkül und Werbung für andere Einwaderungskonzepte dahinter.

    Sie haben natürlich absolut Recht, von echer Unterstützung gegen die Russen kann keine Rede sein. Allerdings möchte ich vermuten, dass das Dritte Reich letztendlich mindestens erst durch erfolgreichen inneren Sturz Hitlers größeres dargestellt hätte, als dieser explosionsartige Raubzug, der schon allein deshalb zum Scheitern vorurteilt war. Allerdings habe ich die Geschichte nicht vertieft genug studiert, um das wahrlich abzuschätzen. Was es intern für konkrete Zukunftsentwürfe gab und wie man diese logistisch ermöglicht hätte ist mir unbekannt.

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  14. Wir haben heute in Deutschland 60 Mio. Deutsche. 20 Mio. sind Zugewanderte und ihre Nachkommen. 1950 waren wir knapp 70 Mio. Selbst wenn Sie „nur“ 10 Mio heranschaffen, um den Verlust auszugleichen, ist das Masseneinwanderung.

    Ich weiß nicht, ob ich einen anderen Rassebegriff habe – denn Sie haben den Ihren nicht erläutert. Aber für Zoologie habe ich viel übrig, denn es ist eine Wissenschaft. Ich weiß nicht, wie Sie sonst Rassen definieren wollen. Spengler jedenfalls hat einen Begriff der Aristokratie, den er Rasse nennt.

    Sie haben die entscheidende Frage nicht beantwortet: Warum braucht es Einwanderung?

    Wieso sollte ein ohnehin militärisch und politisch kellertief unterlegener Staat die Chance auf Übernahme durch Andere erhöhen, wenn er weniger Bürger hat? Das ist mit Verlaub absurd. Ich hatte oben dargestellt, unter welchen Bedingungen eine solche Übernahme geschieht. Bevölkerung ist definitiv kein Kriterium.

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  15. „Rasse, die man hat, nicht eine Rasse, zu der man gehört. Das eine ist Ethos, das andere Zoologie.“

    Ich möchte nicht darüber streiten, ab welchen Zahlen man von Massen spricht und ob überhaupt an den absoluten Zahlen der Bedarf an Zuwanderung abgelesen werden kann. Ganz sicher geht es mir nicht darum, für eine plumpe Einwadnerungspolitik zu plädieren, die eine bloße vormalige Anzahl von Menschen auffüllt oder überfüllt. Genau dagegen habe ich mich deutlich genug positioniert.

    Ihre Frage habe ich bei allem Respekt bereits beantwortet. Mein Satz war, dass der Standart eines Staates beinahe den Staatsbürger definiert. Damit meinte ich, dass der zoologische Rassenbegriff absurd ist, solange durch den angezüchteten Ethos der Standart gehalten oder erhöht werden kann. Soviel kann ich dem zoologischen Rassenbegriff entgegen kommen, als dass nordische Einwanderer jedenfalls noch eher zum gewünschten Ethos fänden, d.h. der Staat die Standarts nicht nach den Zuwanderern anzupassen hat,sondern umgekehrt, was anbei maßgeblich für eine effiziente und schnelle Abfertigung des Bürgerbestandes bedeutet, anstatt uns hassende Menschen zu importieren und damit seine Wirtschaftskraft halten bzw. erhöhen kann. Der Moslem arbeitet sogar vergleichsweise hart, ist aber unberechenbar durch seine zurückgebliebenen religiösen Anschauungen. Auch das ist Ethos und nicht Zoologie. Wobei ich hinzufügen würde, dass die Grenzen dort schwimmend sind.

    2050, so die Prognosen, bildet die 60+ Bevölkerung die überwiegende Mehrheit in Deutschland. Mein tiefstes Anliegen in dieser Debatte war aber zu erfahren, wie sie sich das „Reichskonzept“ langfristig vorstellen. 30 Jahre, das ist für mich ein mittelfristiger Zeitraum und schon in 30 Jahren wäre ohne junge Menschen der Standart unmöglich zu halten. Das käme dann eher noch, unter solchen Sozialstandarts wie heute, einer Knechtschaft der Jugend durch die Alten gleich. Vom ordentlichen Wirtschaften kann keine Rede mehr sein. Damit wäre so ein Staat nicht nur militärpolitisch impotent, sondern auch wirtschaftspolitisch. Aber glauben Sie nicht, eine Großmacht wie Russland wird nicht alles daran setzen, die Deutschen zu drehen?

    Die Amerikaner okkupieren nicht. Die schließen Bündnisse ab und wollen dafür jetzt auch Gegenleistungen. Die Russen werden sicherlich auch nicht Interesse an harter Okkupation haben. Auch sie würden Gegenzahlungen als Schutzmacht erwarten. Jedoch mit dem Unterschied, dass sich dort eben Landmächte zusammenschlössen. Das sage ich in Rückbezug auf die Hearland-Theorie.

    Sie wollen doch selbst keine EU-Armee sehen, nichts von einem erbärmlichen Versuch einer elitären Poliischicht, das unvereinbare schlimmstenfalls militärisch zusammenzuhalten. Sie wissen das und die Russen wissen das auch.

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  16. Um ehrlich zu sein, begreife ich immer noch nicht, wie Ihr „dass der Standar[d] eines Staates beinahe den Staatsbürger definiert“ eine Antwort auf meine Frage sein soll. Wir reden offenbar weit aneinander vorbei oder es handelt sich um derart unbedeutende Differenzen, daß ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe.

    Um das Ganze nicht in ein ewiges Hin und Her ohne Fortschreiten ausarten zu lassen, schlage ich daher vor, wir verschieben die Diskussion auf einen dereinstigen Spaziergang, falls Sie tatsächlich Weimar besuchen sollten. Die wesentlichen Dinge sind ohnehin erwähnt, wie ich vielleicht für uns beide sprechend konstatieren darf.

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  17. Pingback: Der Präsident des Klassizismus . Donald Trump und die Aufklärung . Teil 3 – Die Reisen des wunderlichen Herrn Wangenheim

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