The National Interest: „Will Robots Kill Democracy“ . Eine Analyse . Teil 3

Aus dieser Annahme, die Welt von morgen werde durch Roboter-Arbeit gestaltet, leiten die Autoren (Lee Drutman & Yascha Mounk) nun ab, daß es um billige Arbeitskräfte in Zukunft gar nicht mehr zu tun sei. Daher liege Trump auch falsch, wenn er die Billiglohnländer Mexico und China zu seinen wirtschaftlich größten Konkurrenten ernenne.

Was die Herren dabei übersehen, ist die Tatsache, daß die derzeit etwa in Mexico von Ford errichteten Fabriken Hightech-Anlagen sondergleichen sind. Wenn also diese Staaten doch sehr gut mit der Akkumulation von Arbeit in hochtechnisierten Wirtschaftszweigen abschneiden, wieso dann nicht die Vereinigten Staaten?

Darüber hinaus sei die Transition der Arbeit in den Dienstleistungssektor, so die Autoren, aber unmöglich. Das Angebot übersteige dann die Nachfrage. Hier erhebt sich dieselbe Frage wie schon zuletzt: Wenn Roboter den Reichtum der Wenigen schaffen, dann müssen diese ihre Einnahmen irgendwo reinvestierten. Angebot und Nachfrage sind immer gleichermaßen vorhanden. Es fragt sich nur wofür. Und das ist Teil der menschlichen Entscheidungen für oder gegen ein Produkt oder eine Dienstleistung.

Banken, Distributions-Plattformen und 3-D-Drucker-Hersteller würden in dieser Welt der Kleindienstleister, sagen die Autoren, weiterhin gut verdienen. Der Rest versinke in Armut, solang kein besonderes Talent vorhanden sei. Nur, wenn nun die Nachfrage an 3-D-Druckern so massenhaft ansteigt, wer kauft sie und wer kauft, was von ihnen hergestellt ist? Richtig, die Massen! Ganz abgesehen von der Frage, wer die Roboter zusammenschraubt, die die Roboter zusammenschrauben, die die Drucker zusammenschrauben… bei unseren Freunden der unendlichen Regression sicher wieder the robots.

Und sollten diese Massen tatsächlich arm wie die Kirchenmäuse werden, dann verkaufen sich auch die Produkte der 3-D-Drucker nicht mehr und die Banken können ebenfalls die Pforten schließen. Kurz und gut, die Antwort lautet immer: Wo etwas weggenommen wird, dort wird sich ein Neues platzieren. Denn frei nach Hobbes: Wo sich ein Einzelner einen Vorteil verschafft, schließen sich die Anderen zusammen und werden mindestens als Gruppe besser, um ihren Teil des Konkurrenzkuchens ebenfalls abzukriegen.

Ganz richtig ist die Beobachtung, daß in diesem robotischen Umfeld natürlich die Löhne insgesamt sinken werden. Der große Trugschluß aber ist, daß dies eine Verringerung im Wohlstandsniveau nach sich ziehe. Denn die Tatsache, daß diese Menschen aus ihren Jobs gekickt wurden, liegt ja gerade daran, daß der Roboter dieselbe Arbeit günstiger auszuüben vermag. Mit anderen Worten, nicht nur der Lohn fällt, das Produkt wird ebenfalls billiger.

Diese Entwicklung – freilich – ist im Grunde dieselbe, wie jene zwischen dem Westen und den Schwellenländern. Aber zwischen diesen Staaten gibt es eben den üblichen sozialen Austausch nicht. Wenn derselbe Effekt der Verbilligung und des Lohndumpings innerhalb eines Staates geschieht, sind die Folgen wesentlich leichter abzufangen.

Die Annahme hingegen if the total number of these [highly creative] task is low, spreading skills to the masses will not avert mass unemployment ist eben schlicht falsch. Wie oben schon erwähnt, wird die Nachfrage nach diesen Jobs in exakt jenem Maße steigen, wie stupide Arbeit unrentabel wird. Daß damit die Auswahl der Besten schärfer zu Buche schlägt, ist freilich nicht zu verhindern. Und wer höhere Leistungen erbringt, soll auch entsprechend höher entlohnt werden, oder etwa nicht?

Man begreift schnell, daß dies die entscheidende Frage ist. Alles Gegrüble über die Spreizung der Einkommen ist doch nichts als die Ablehnung des Leistungsprinzips. Haben wir nicht seit Jahrzehnten genau das gewollt: daß echte Mehrleistung belohnt wird? Und nun soll exakt das der Untergang der Demokratie sein? Haben wir nicht gegen strukturelle Immobilität gekämpft, für den Aufstieg der wahrhaft fähigen Menschen und den Abstieg der bloßen Erben und Heuchler? Und nun?

From the perspective of political science, the more likely – and equally scary – scenario is that robots will indeed subjugate the mass of the population, but at the behest of a narrow elite of human masters. 

Freunde der Weisheit! Ist das nicht scary? Daß die Welt so fortgeht, wie sie schon immer war? Eine kleine Elite nutzt den technischen Vorsprung vor der Masse, um sie zu regieren, auszunehmen usw.?

Das kommt heraus, wenn ein System sich derart weltfremd erzogen und ausgebildet hat – namentlich in den westlichen Universitäten –, daß sie nur noch bunte Murmeln von der heilen Paradieseswelt ihrer absonderlichen Gerechtigkeits-Religion im Kopf haben. Mein lieber Herr Gesangverein! Das war schon immer so, es war mit den Spartanern so, welche die Heloten unterwarfen, mit dem römischen Heer ebenfalls, das mit Kurzschwertern und Belagerungsmaschinen andere Völker versklavte, es war der europäische Adel, der die Bauern unterwarf, diese untereinander ebenso, wie besonders anschaulich im technischen Vorsprung der englischen Langbogen bei Crécy bis zum Zündnadelgewehr bei Königgrätz.

Und nun fragen wir doch einmal ganz frei heraus: Ist das gerecht? Ist es gerecht, daß die Intelligenten und Tüchtigen mehr vom Kuchen erhalten als die Dummen und Faulen? Und, da wir von Hobbes wissen, daß niemand grundsätzlich so viel dümmer wäre, daß es ihn von einem erfolgreichen Kampf gegen den Intelligenteren gänzlich ausschlösse: Warum gibt es Dumme? Doch auch nur, weil sie faul sind. Also dürfen wir reduzieren: Warum soll der Fleißige nicht entsprechend seines Erfolges durch Fleiß mehr für sich beanspruchen als der Faule?

Da werden Sie sagen: Aber was heißt entsprechend seines Erfolges? Ja, was er eben rausholen kann, meine Herren! Die anderen mögen das für ungerecht halten und sich zu demokratischen Staaten zusammenschließen, um ihm aus vereinter Kraft den Sozialstaat zu diktieren. Auch das gehört zum freien Spiel der Kräfte.

Aber letztlich wissen die Faulen sehr gut – mögen sie aus ihrem tiefen Neid auf Reichtum und Frohsinn des Schaffenden noch so ereifert schreien – daß ihnen sehr viel weniger zusteht. Und deshalb – ich hatte die Frage des Wollens oben als entscheidend angedeutet – unterstützt die Mehrheit jenes Aufbegehren nicht, sondern begnügt sich mit einer moderaten Verteilung.

In dem ausweglosen Narrativ gegen das Leistungsprinzip verfangen, bleibt dann auch nur eine einzige mögliche Lösung für die Herren Autoren: Umverteilung. Und auf daß es nicht zu einer Revolution komme, sollten die Reichen schon vorsorglich nicht zu wenig freiwillig abgeben.

Man möchte schluchzen! Ist das die Vorstellung von Politik und dem Ablauf historischer Wandlungsprozesse in diesen Hirnen? Glaubt man allen ernstes, daß man Geld in den Sozialstaat steckt, um die Demokratie zu erhalten? Was ist das für ein Kindergartengedanke? Das Geld fließt in die Werbung für politische Führungsfiguren, die minimale Umverteilung mit der Illusion eines sozialen Gerechtigkeitskampfes verknüpfen – also eine Art modernes Christentum auf marxistischer Grundlage. Und exakt das geschieht derzeit mit Hillary Clinton, die vom Großkapital gestützt, versucht, durch den Umverteilungsgedanken das Stimmvieh an sich zu ziehen.

Mehr Umverteilung gibt es in keinen Fall. Aber ob man die Verschiedenheit aushält und daher das Leistungsprinzip annimmt oder durch Gleichmacherei die Motivationslosigkeit zum Ziel der Massen kürt – das ist die Frage der Zukunft.

Und das ist Demokratie, ein ausgeprägter individueller Wille Einzelner, welche den Staat mit ihrer Stimme prägen. Demokratie ist nicht: Der Reichtum möge gleich verteilt sein. Die Autoren haben den Unterschied zwischen Kommunismus und Demokratie verwischt, ja mit ihrer alleinigen Lösung der Umverteilung ausgelöscht. Ein typischer Fall von völligem Austausch zweier Begriffe. Die Autoren sind bereits derart degeneriert, daß sie den eigentlichen Inhalt, das heißt die Voraussetzung und die Auswirkung von Demokratie nicht mehr erkennen. In ihrer ideologisierten Sicht ist Demokratie alles Gute. Und gut ist, wenn niemand ärmer ist als ein anderer: also Gleichverteilung des Reichtums, also Kommunismus, Sozialismus oder wie immer man es formulieren will.

Aber mit Demokratie hat das nicht das Geringste zu tun. Demokratie ist kein Zustand des Wohlbefindens auf einem gewissen materiellen Niveau, sondern der geistigen Freiheiten und Möglichkeiten eines jeden.

Und ob diese Freiheiten und Möglichkeiten erhalten bleiben, das ist eine Frage des Geisteszustandes der fraglichen Bevölkerungen. Es ist eine Frage des Kampfes gerade gegen die überwältigend schwere Staatsquote, die immer Macht, auch politische, zentrale, diktatorische Macht bedeutet, gegen die große Umverteilung, die nichts anderes als das Erkaufen von politischen Ansichten beinhaltet und ohne dasselbe nicht denkbar ist.
Wer nicht für sich selbst sorgt, der hat keine Achtung vor sich selbst und wird, wie es die Völker des Westens mittlerweile in alamierender Weise kollektiv tun, sich selbst verleugnen und zum willigen Untertanen jedweder Politik machen.

Demokratie ist kein Konzept der Wohlfahrt, sondern ein Konzept der Freiheit. Deshalb ist zum Erhalt der Demokratie Freiheit der Schlüssel: Freiheit des Denkens und Freiheit der Arbeit. Wohlfahrt ist lediglich der geniale Nebeneffekt allgemeiner Motivation durch eben diese Freiheit.

* * *
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8 Gedanken zu “The National Interest: „Will Robots Kill Democracy“ . Eine Analyse . Teil 3

  1. Leser

    Ich habe mir diese Beitragsreihe erneut zu Gemüthe geführt, da die Thematik doch auch ganz im Lichte Ihrer gegenwärtigen Auseinandersetzung mit der Zukunft Deutschlands steht.

    Einige Fragen mögen sich daher in Teil 3 von selber klären, andere vielleicht noch immer offenbleiben.

    Degeneration scheint mir ein zutreffender Begriff zu sein und darin eingeschlossen der freie Rückzug in andere Breitengrade des lebendigen Austauchs mit der Umwelt: was passiert, wenn die Mehrheit der Bevölkerung aus Kraftlosigkeit (immer relativ zu den Fleißigen) das materielle Niveau der Wohlfahrt als Zureichend empfindet? Gar nicht mehr den Aspekt der Absicherung bei kurzfristiger Talfahrt hochschätzt, sondern gerade dieses Niveau anstrebt (abspringen und zu Fuß laufen, wie Sie im Booklet zu MuT treffend sagen)?

    Und sie werden mir als Zykliker doch zustimmen, dass die Hebung der Masse letztlich vom Wollen der Masse abhängt und an Grenzen stößt. Wer keinen Anreiz mehr verspürt – man mag das Selbstverleugnung und Verlust der Selbstachtung nennen, wie Sie es tun im vorletzten Absatz – der rafft sich nicht auf zum für ihn nun völlig sinnlos gewordenen Leben des hemmungslosen Fleißes und der Leistungsspitze. Dann nämlich, wenn die Konsumreize es nicht mehr wert sind, was freilich keine Schwäche der Produkte, sondern der Wahrnehmung ist – allerdings mit der Bedingung des degenerativen Effektes, dass nämlich auch noch schrillere Produkte ebenso keinen Anklang mehr finden.

    In Betreff politischer Entscheidungen müssen wir schließlich doch zugeben: dass die Universitäten derarte Ideologieschmieden wurden, dass Demokratie sich bis zur Unkenntlichkeit begrifflich vermischt mit Kommunismus, sind keine Ursachen des Niedergangs, sondern bereits nachhaltige Wirkungen der allgemeinen Korruption der Kultur. Gewiß ist: je geistiger das Leben, desto schmerzempfindlicher ist es. Das geht bis zur Hysterie der Social Justice Warrior, wobei ich denen kein besonders geistreiches, sondern künstliches Leben unterstelle. Stadtneurotiker eben.

    So schreiben Sie in Teil 1 der neuen Reihe: der kleine Mann würde gegen nichts aufbegehren, sondern die stille Enteignung der Fähigen begrüßen, da selbst bereits in Not befangen. Nun, das mag zum Teil stimmen. Doch müssen wir uns auch fragen, wer diese zukünftigen Staatsmonopolisten sein werden und ob der kleine Mann diese nicht vom Ruder schmeißen würde. Der Hass auf die Universitätsgänger der geisteswissenschaftlichen Fakultäten kommt nämlich massenweise von unten. Etwa zu unrecht?

    Andererseits sind es jene stillen Aufständigen von unten, welche die Ideen der Stadtneurotiker bis zu einem bestimmten Punkte ja teilen: man hasst die Heuchelei, nicht die Ideologie – in diesem Sinne also Ja: vermutlich wird die Masse nicht (grundsätzlich) aufbegehren. Ich erinnere nur an den stereotypen Stammtisch, der bei einigen Krug Bier wiederholt feststellt, dass die versprochenen politischen Ambitionen (zurück zur Degeneration) mal wieder erlogen waren und dass ja all jene Volksparteien gründliche Verräter des Volkes seien.

    Sollte es je wieder zu einer Wiederherstellung alter Tugenden, wie Ehrlichkeit und Fleiß, kommen so doch eher für einen gemeinsamen Rückzug zu Fuß und in Friede. Fürchtet eine mürbe Kultur nicht am meisten die gewaltsame Tilgung ihrer Identität? Das ist der Hintergrund der Migrationsfrage, denn auf Ausdehnung der eigenen Kultur denkt ja niemand mehr in Deutschland. Weil sie eben nicht mehr da ist. Auch da aber sage ich: dass Migranten in dieser Zahl aufgenommem und nicht mehr abgefertigt werden können ist nicht Ursache, sondern Auswirkung der allgemeinen Korruption und Verkünstlichung. Die Institutionen sind von einander entbunden und arbeiten gegenläufig und das ist das sicherste Anzeichen, dass der Organismus zerfällt

    Wir stecken in der Phase des lächerlichen Hechelns nach Weiterleben, obwohl der Patient umlängst an künstlichen Beatmungsmaschinen hängt und von einem äußerlichen – nicht eigenem – Willlen abhängt. Also jene Macht, die über das Abstellen der Maschine verfügt. Mag der Augenschein darüber hinwegtäuschen und jene Macht in Präsenz der eigenen Regierung sehen: aber auch der Fortgang der Fähigen ist der Fortgang der geschichtsbildenden Kraft und mehr gespürt als kurzfristig im Rausche nach Vorteilen genutzt. Wenn die Fähigen abhauen, so sind das ingene Kräfteverschiebungen, die einem tiefen Instinkte der Arterhaltung folgen. Die Mittelmäßigen mögen kurzzeitig fühlen und fliehen, doch steckt auch darin eine tiefere Logik als alle Logik des Scheins aufwiegen könnte. War nicht die ganze Besiedlung Nordamerikas einmal das Werk von Mittelmäßigen? Und schon steht eine neue Zukunft da in Glanz und Selbsterhöhung eines neuen Volkes und neuen Kräften.

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  2. Was bleibt mir mehr, als Ihnen durchgängig zuzustimmen. Ja, ja, und nochmals ja. Und mit einigen Punkten haben Sie damit den dritten Teil der Reihe über „Marktwirtschaft und Kommunismus?“ bereits in wichtigen Gedanken vorweggenommen. Insofern ist es dann doch der falsche Ort für diesen Kommentar gewesen.

    Nur Ihr letzter Punkt scheint mir einer Präzision zu bedürfen: Die Amerikaner kommen im Ganzen durchaus nicht aus der europäischen Oberschicht, aber egal aus welcher Schicht: Sie waren die Abenteuerlustigsten, die Risikofreudigsten.

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  3. Pingback: The National Interest: „Will Robots Kill Democracy“ . Eine Analyse . Teil 2 – Die Reisen des wunderlichen Herrn Wangenheim

  4. Florian Müller

    Sehr geehrter Herr Wangenheim,

    Ihre These: „Demokratie ist kein Konzept der Wohlfahrt, sondern ein Konzept der Freiheit“ verstehe ich nicht so recht. Meinen Sie, es ist ein Konzept unter vielen, aber womöglich nicht das Konzept mit größtmöglicher Freiheit? Denn aus meiner libertären Auffassung von Freiheit und der Vertragsfreiheit bedeutet Demokratie im Sinne des Mehrheitsprinzips doch auch Unfreiheit in jenem Moment, wo die Mehrheit über meine freie Entscheidung meint bestimmen zu müssen.

    Mit freundlichen Grüßen.

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  5. Das ist ein sehr interessanter Einwand, Herr Müller. Die Frage nach der größtmöglichen Freiheit hat in der Tat mit Ihrem Gegenargument zu tun, in welchem Sie behaupten, Ihre libertäre Auffassung lehre Sie, die Demokratie schränke Ihre Vertragsfreiheit ein. Und so nachvollziehbar das zunächst klingt, so falsch ist es, d.h. nicht eigentlich falsch, sondern vielmehr eine sinnlose Aussage, eine Aussage über Dinge (respektive mithilfe von Begriffen), die nicht zur Verfügung stehen. Sie können hier für Demokratie jedes beliebige andere System einsetzen. Der Knackpunkt ist vielmehr Ihre Vertragsfreiheit:

    Freilich, die Vertragsfreiheit ist in jeder Gesellschaft eingeschränkt, welcher Art auch immer. Aber was nützt Ihnen der frei, d.i. völlig frei ausgehandelte Vertrag mit einem anderen Menschen, wenn der Vertrag weder von Ihrem Vertragspartner noch von Anderen respektiert wird. Das ist keine Vertragsfreiheit, sondern die Freiheit nutzlose Abmachungen treffen zu dürfen, die niemand beachtet, sinnlos Tinte zu verbrauchen und Altpapier zu produzieren. Auf diese Vertragsfreiheit können sie verzichten. Oder anders gesagt: Es gibt keine Vertragsfreiheit ohne die allgemeine Zustimmung einer Gesellschaft darüber, daß eben diese Gesellschaft alle Verträge unter angegebenen Bedingungen achten wird, sowohl Jene, die ihn eingegangen sind, als auch alle Übrigen, die davon vielleicht tertiär betroffen sind.

    Sie können also Demokratie (oder jede andere Gesellschaftsform) und Vertragsfreiheit durchaus nicht gegeneinander ausspielen. Die erste ist nötig, um die zweite zu garantieren. Alles andere ist der Gesellschaftszustand vor dem allgemeinen Landfrieden. Das kann man bevorzugen, darf dann aber nicht von Vertragsfreiheit sprechen. Die gibt es dort nämlich nicht, d.h. der Begriff ist dort sinnlos, sofern ein Vertrag nur Bedeutung hat, wenn die Gesellschaft, die allgemeine Machthaberin gewissermaßen, seine Gültigkeit stützt.

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